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Johannes zu Eltz

katholischer Priester, Stadtdekan von Frankfurt am Main, Domkapitular des Bistums Limburg und dessen ehemaliger Offizial

FamilieBearbeiten

Johannes zu Eltz entstammt dem Adelsgeschlecht Eltz, das mit Jakob III. und Philipp Karl Erzbischöfe von Trier und Mainz gestellt hat. Er wuchs als eines von neun Kindern von Ladislaja geb. Freiin Mayr von Melnhof und Jakob Graf zu Eltz auf einem Winzergut im Rheingau auf.

Leben und WirkenBearbeiten

Zu Eltz studierte Jura an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Dort wurde er zum Dr. iur. promoviert und entschied sich danach für den Priesterberuf. Er studierte Philosophie und Katholische Theologie an der Frankfurter Jesuitenhochschule St. Georgen und an der Ordenshochschule der Benediktiner, dem Athenaeum Sant’Anselmo in Rom. Von 1993 bis 1995 studierte Johannes zu Eltz Kanonisches Recht an der Jesuitenuniversität Gregoriana in Rom und absolvierte 1995 das Lizenziat im Kirchenrecht.

Am 29. Juni 1991 empfing er im Limburger Dom die Priesterweihe und war von 1991 bis 1993 als Kaplan in Oberursel tätig. Von 1995 bis 2001 war er Pfarrer der Pfarreien Kölbingen und Rothenbach im Westerwald. Von 1999 bis 2010 war zu Eltz Richter am Limburger Diözesangericht und stand als Offizial dem kirchlichen Gericht des Bistums Limburg vor und war damit vor allem mit Ehesachen befasst. In der Hierarchie der Bistumsleitung stand er somit an vierter Stelle nach dem Bischof, dem Weihbischof und dem Generalvikar.

Seit 2001 gehört Johannes zu Eltz auch dem Domkapitel in Limburg an. Von 2006 bis 2010 war Johannes zu Eltz als Nachfolger des zur Wiesbadener Oberbürgermeisterwahl antretenden Ernst-Ewald Roth Stadtdekan von Wiesbaden und Pfarrer der dortigen Stadtpfarrkirche St. Bonifatius. Aufsehen erregte er im Januar 2007, nachdem er versuchte, den Raub einer konsekrierten Hostie – nach katholischem Verständnis der Leib Christi – durch einen Gottesdienstbesucher nach der Eucharistiefeier mit Körpereinsatz zu verhindern.[1] Gegenüber dem Wiesbadener Kurier gab zu Eltz an, dass er bereit sei, sein Leben für die Verteidigung einer geweihten Hostie zu geben.

Im August 2010 übernahm er das Amt des Stadtdekans und Bischöflichen Kommissars für Frankfurt am Main. Er ist Pfarrer der Domgemeinde St. Bartholomäus und der Pfarreien St. Bernhard im Nordend und Allerheiligen im Ostend. Er ist damit zuständig für fast 150.000 Katholiken. Außerdem ist er Vorsitzender des Caritasverbandes Frankfurt e. V.

Johannes zu Eltz ist Mitglied im Römerbergbündnis, einer Vereinigung des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB, der Kirchen, der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main und dem Jugendring gegen Rechtsextremismus in Frankfurt am Main, und im Rat der Religionen Frankfurt.[2] Im Zusammenhang mit den Auseinandersetzung um den ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst war er ein früher und entschiedener Kritiker des Bischofs.[3][4][5]

Im Januar 2018 forderte Eltz die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare innerhalb der römisch-katholischen Kirche, wie dies zuvor der römisch-katholische Bischof Franz-Josef Bode aus dem Bistum Osnabrück ebenso thematisierte.[6]

Im Jahr 2019 war er einer von neun Unterzeichnern eines Offenen Briefs an Kardinal Reinhard Marx mit der Forderung nach einem „Neustart mit der Sexualmoral“, einschließlich einer „verständigen und gerechten Bewertung von Homosexualität“. Der Brief erschien zuerst am 3. Februar 2019 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.[7]

SchriftenBearbeiten

  • Lehrstuhlbesetzung und Beanstandung am Fachbereich Katholische Theologie der Universität Mainz (Sonderband: Neues Jahrbuch für das Bistum Mainz, Erzdiözese Mainz). Verlag Schmidt, Mainz 1988, ISBN 3-87439-183-3.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Johannes zu Eltz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Gerangel um eine verschwundene Hostie“ In: Wiesbadener Kurier, 12. Januar 2007
  2. Internetseite des Rat der Religionen (mit Bild)
  3. Artikel in der Frankfurter Rundschau
  4. Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
  5. Chronologie
  6. GGG.at: Katholische Segnung für schwule und lesbische Paare
  7. „Offener Brief an Marx: Theologen fordern Reformen“ auf katholisch.de vom 3. Februar 2019