Jasienica Górna

Jasienica Górna (deutsch Ober Hermsdorf) ist ein Dorf der Stadt- und Landgemeinde Otmuchów im Powiat Nyski in der Woiwodschaft Opole in Polen.

Jasienica Górna
Ober Hermsdorf
Jasienica Górna Ober Hermsdorf führt kein Wappen
Jasienica Górna Ober Hermsdorf (Polen)
Jasienica Górna Ober Hermsdorf
Jasienica Górna
Ober Hermsdorf
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Powiat: Nysa
Gmina: Otmuchów
Geographische Lage: 50° 24′ N, 17° 8′ OKoordinaten: 50° 23′ 57″ N, 17° 7′ 44″ O
Höhe: 220–260 m n.p.m.
Einwohner: 354 (31. Dez. 2018[1])
Postleitzahl: 48-385
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: ONY
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Flughafen Breslau



GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Das Waldhufendorf Jasienica Górna liegt im Südwesten der historischen Region Oberschlesien direkt an der Grenze zu Tschechien. Der Ort liegt etwa neun Kilometer südwestlich des Gemeindesitzes Otmuchów, etwa 20 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Nysa und etwa 75 Kilometer südwestlich der Woiwodschaftshauptstadt Opole.

Jasienica Górna liegt in der Przedgórze Sudeckie (Sudetenvorgebirge) innerhalb der Przedgórze Paczkowskie (Patschkauer Vorgebirge).

NachbarorteBearbeiten

Nachbarorte von Jasienica Górna sind im Norden Ratnowice (Rathmannsdorf), im Nordosten Piotrowice Nyskie (Peterwitz), im Südosten Zwanowice (Schwandorf) sowie im Süden Horní Heřmanice (Ober Hermsdorf).

GeschichteBearbeiten

 
Nikolauskirche

Der Ort wird erstmals 1291 urkundlich als Hermanni villa erwähnt. Der Ort entstand voraussichtlich bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts als Waldhufenkolonie.[2] In dem Werk Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis aus den Jahren 1295–1305 wird der Ort nochmals als Hermanni villa erwähnt.[3]

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Ober Hermsdorf mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Durch die Teilung Oberschlesiens zwischen Österreich und Preußen zerfiel das Dorf in zwei Teil. Der größere Bereich des Dorfes wurde Preußen zugeschlagen. Der südlichere und kleinere Teil kam zu Österreich.[2]

1804 wurde im Ort eine Schule eingerichtet.[4] Nach der Neuorganisation der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Ober Hermsdorf ab 1816 zum Landkreis Neisse im Regierungsbezirk Oppeln. 1836 wurde im Ort eine katholische Kirche erbaut.[4] 1855 lebten 531 Menschen in Ober Hermsdorf. 1865 bestanden im Ort eine Scholtisei, 29 Bauern-, 7 Gärtner- und 38 Häuslerstellen. Die katholische Schule wurde im gleichen Jahr von 105 Schülern besucht.[4] 1874 wurde der Amtsbezirk Rathmannsdorf gegründet, welcher aus den Landgemeinden Friedrichseck, Krackwitz, Mösen, Ober Hermsdorf, Rathmannsdorf und Schleiwitz und den Gutsbezirken Friedrichseck, Ober Hermsdorf, Rathmannsdorf und Schleiwitz bestand.[5] 1885 zählte Ober Hermsdorf 512 Einwohner.[6]

1933 lebten in Ober Hermsdorf 441 sowie 1939 425 Menschen. Bis Kriegsende 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Neisse.[7]

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Ober Hermsdorf 1945 wie der größte Teil Schlesiens unter polnische Verwaltung. Nachfolgend wurde es in Jasienica Górna umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Die deutsche Bevölkerung wurde weitgehend vertrieben. 1950 wurde es der Woiwodschaft Oppeln eingegliedert. 1999 kam der Ort zum wiedergegründeten Powiat Nyski. 2007 lebten 379 Menschen im Ort.[8]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die römisch-katholische Nikolauskirche (poln. Kościół Podwyższenia Krzyża Świętego) wurde bereits 1305 erwähnt. Der heutige Bau wurde im Jahr 1836 im Stil des Spätklassizismus erbaut. Das Gebäude wurde 1950 unter Denkmalschutz gestellt.[9]
  • Steinerne Wegekapelle

VereineBearbeiten

  • Fußballverein LZS Kastor Jasienica Górna
  • Freiwillige Feuerwehr OSP Jasienica Górna

WeblinksBearbeiten

Commons: Jasienica Górna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Graport o stanie Gminy Otmuchów za 2018 rok, abgerufen am 9. April 2020
  2. a b Walter Kuhn: Siedlungsgeschichte Oberschlesiens. Oberschlesischer Heimatverlag, Würzburg. 1954. S. 63.
  3. H. Markgraf, Wilhelm Schulte: Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (= Codex Diplomaticus Silesiae. Band XIV). Breslau 1889 (Latein, dokumentyslaska.pl [abgerufen am 9. April 2020]).
  4. a b c Vgl. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Breslau 1865, S. 1011 (Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Territorial Amtsbezirk Rathmannsdorf
  6. AGOFF Kreis Neisse
  7. Verwaltungsgeschichte – Kreis Neisse (Memento vom 3. September 2017 im Internet Archive)
  8. Charakterystyka Gminy Otmuchów 2007 (polnisch)
  9. Denkmalregister der Woiwodschaft Oppeln (polnisch; PDF; 913 kB)