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Jan Bemmann

deutscher Prähistorischer Archäologe

Jan Bemmann (* 3. November 1961 in Bremen)[1] ist ein deutscher Prähistorischer Archäologe und Direktor des Instituts für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, einer Abteilung des Instituts für Kunstgeschichte und Archäologie.

LebenslaufBearbeiten

Nach einem Studium der Ur- und Frühgeschichte (im Hauptfach), Mittelalterlichen und Neueren Geschichte sowie Bodenkunde (Nebenfächer) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (1981–1989), der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und der Ludwig-Maximilians-Universität München erhielt Bemmann ein Promotionsstipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Mit seiner Philosophischen Dissertation zu einer „Untersuchung zum jüngeren Komplex des kaiserzeitlichen Opferplatzes von Nydam in Dänemark“ promovierte er im Februar 1989 an der Universität Kiel und erhielt anschließend 1989/90 ein Reisestipendium der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts Berlin. 1989 führte er im Auftrage des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste, Abteilung Küstenarchäologie in Büsum eine Landesaufnahme, Prospektionen und Ausgrabungen in Eiderstedt (Schleswig-Holstein) durch. Daran schloss sich von 1990 bis 1993 ein Postdoktorandenstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft an. Bemmann wurde 1994 Assistent und dann Oberassistent am Bereich Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Hier wurde er 2000 habilitiert mit einer Arbeit zu „Mitteldeutschland in der jüngeren römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit – eine von den Körperbestattungen ausgehende Studie“. Im Sommer 2004 erhielt er eine Gastprofessur an der Universität Wien und ist seit Wintersemester 2004/2005 Professor für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Bemmann kuratierte die Sonderausstellung Steppenkrieger. Reiternomaden des 7.-14. Jahrhunderts aus der Mongolei, die 2012 im LVR-Landesmuseum Bonn gezeigt wurde.

MitgliedschaftenBearbeiten

Forschungsschwerpunkte und ProjekteBearbeiten

ForschungsschwerpunkteBearbeiten

  • die Kulturen der Römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit in Nord-, Mittel- und Südosteuropa
  • die Archäologie des östlich-merowingischen Reihengräberkreises und der frühen Slawen
  • Opfergaben und Opferplätze in Mittel- und Nordeuropa
  • Waffen und Bewaffnung in frühgeschichtlicher Zeit
  • Kulturwandel in Mitteldeutschland von Drusus bis Bonifatius
  • Kulturveränderungen auf der Krim im Frühmittelalter

ProjekteBearbeiten

  • Geoarchäologie in der Steppe. Zur Rekonstruktion von Kulturlandschaften im Orchontal (Zentrale Mongolei)

(mit Henny Piezonka)

  • Karakorum (Mongolei) (mit Ernst Pohl)
  • Mangup, Krim, Ukraine
  • Mitteldeutschland während des 3.–6. Jahrhunderts
  • Walberberg (mit Ulrike Müssemeier)
  • Geschichte des Bonner Instituts für Vor- und Frühgeschichte (1937–1955)
  • Archäologisch/anthropologische Analyse des Gräberfeldes von Lüneburg-Oedeme
  • Frühe Slawen in Mitteleuropa (Projekt der Gerda Henkel Stiftung Düsseldorf)

SchriftenBearbeiten

Bemann verfasst regelmäßig Beiträge in den Arbeits- und Forschungsberichten der Sächsischen Bodendenkmalpflege, Berichten der Römisch-Germanischen Kommission, den Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg, der Germania, dem Reallexikon der Germanischen Altertumskunde und anderen.

MonographienBearbeiten

  • mit Güde Bemmann: Der Opferplatz von Nydam. Die Funde aus den älteren Grabungen. Nydam-I und Nydam-II. 2 Bände. Wacholtz, Neumünster 1998, ISBN 3-529-01827-9 (Rezension von Bitner-Wroblewska in Germania. Bd. 79, 2, 2001, S. 481–487).
  • Liebersee. Ein polykultureller Bestattungsplatz an der sächsischen Elbe.
    • mit Wolfgang Ender: Band 1 (= Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte. 28). Theiss, Stuttgart 1999, ISBN 3-8062-1444-1;
    • Band 3 (= Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte. 39). Landesamt für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte, Dresden 2003, ISBN 3-910008-53-4;
    • mit Esther M. Wesely-Arents: Band 5. (= Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte. 48). Landesamt für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte, Dresden 2005, ISBN 3-910008-67-4.

HerausgeberschaftenBearbeiten

  • mit Morten Hegewisch: Günter Behm: Kultur und Stammesgeschichte der Elb-Havelgermanen des 3.–5. Jahrhunderts. Opfer und Magie im germanischen Dorf der römischen Kaiserzeit. (Neue Ausgrabungsergebnisse) = Studien zur Geschichte und Kultur der Germanen (= Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. 38). Beier und Beran, Langenweissbach 2004, ISBN 3-937517-09-X (Zugleich: Berlin, Universität, Dissertation, 1938 und Jena, Universität, Habilitations-Schrift, 1949).
  • mit Michal Parczewski: Frühe Slawen in Mitteleuropa. Schriften von Kazimierz Godłowski (= Studien zur Siedlungsgeschichte und Archäologie der Ostseegebiete. 6). Wachholtz, Neumünster 2005, ISBN 3-529-01395-1.

LiteraturBearbeiten

  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2009, Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart, 22. Ausgabe, Band I: A–G, K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23629-7, S. 240.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bericht der Römisch-Germanischen Kommission, Band 82, S. 540

WeblinksBearbeiten