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Jacques Witta (* 22. April 1934 in Paris)[1] ist ein französischer Filmeditor.

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LebenBearbeiten

Jacques Witta wuchs mit zwei Geschwistern in Paris auf. Seine alleinerziehende Mutter fand während der 1930er Jahre gelegentlich Arbeit als Script Girl von Regisseuren wie Jacques Prévert und Marcel Carné. Angesichts ihrer unsicheren finanziellen Situation wollte sie nicht, dass ihr Sohn ebenfalls ins Filmgeschäft einsteigt. Jacques Witta, der sich in seiner Jugend sehr für das Zeichnen und Malen interessierte, machte daher eine Ausbildung zum Buchbinder. Da ihm anschließend jedoch Kontakte zur Verlagsbranche fehlten und er stattdessen zahlreiche Leute beim Film kannte, stieg er schließlich doch ins Filmgeschäft ein. Über einen Bekannten erhielt er Arbeit bei der Produktion einer US-amerikanischen Serie, die seinerzeit in Paris gedreht wurde. Daraufhin war er Schnittassistent von Orson WellesMr. Arkadin (1955).

Ab Ende der 1950er Jahre war Witta als eigenständiger Editor beim französischen Film tätig, kam jedoch, mit Ausnahme von Slogan (1969), erst ab Mitte der 1970er Jahre bei größeren Produktionen zum Einsatz. Unter der Regie von Gérard Pirès arbeitete Witta an dem Krimidrama Die Entfesselten (L’Agression, 1975) mit Jean-Louis Trintignant und Catherine Deneuve in den Hauptrollen sowie an den Komödien Schinken mit Ei (Attention les yeux!, 1976) und Computer morden leise (L’Ordinateur des pompes funèbres, 1976). Für Regisseur Claude Berri war er anschließend für den Schnitt der Komödien Die kleinen Französinnen – Das erste Mal (La Première fois, 1976) und Aller Anfang macht Spaß (Un moment d’égarement, 1977) zuständig. Für Jean Beckers Thriller Ein mörderischer Sommer (L’Été meurtrier, 1983) mit Isabelle Adjani erhielt Witta den César in der Kategorie Bester Schnitt. Zehn Jahre später konnte er den französischen Filmpreis für Krzysztof Kieślowskis Drei Farben: Blau (Trois couleurs: Bleu, 1993) erneut gewinnen. Für Kieślowski hatte er zuvor bereits den Schnitt von Die zwei Leben der Veronika (La Double vie de Véronique, 1991) erstellt. 1994 folgte mit Drei Farben: Rot (Trois couleurs: Rouge) eine weitere Kollaboration Wittas und Kieślowskis. Mit Jean Becker arbeitete Witta ebenfalls mehrfach zusammen, so auch bei Ein Sommer auf dem Lande (Les Enfants du Marais, 1999), Dialog mit meinem Gärtner (Dialogue avec mon jardinier, 2007) und Das Labyrinth der Wörter (La Tête en friche, 2010).

Witta unterrichtet bisweilen angehende Filmeditoren und Schnittassistenten, so auch 2003 während eines Festivals in Galway, Irland.[2]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

  • 1959: …Enfants des courants d’air (Kurzfilm)
  • 1966: Surface perdue (Kurzfilm)
  • 1969: Slogan
  • 1972: Neue Spiele für Liebestolle (Jeux pour couples infidèles)
  • 1973: Durch Paris mit Ach und Krach (Elle court, elle court la banlieue)
  • 1973: Les Gants blancs du diable
  • 1973: Les Anges
  • 1974: Force 8
  • 1975: Zig Zig
  • 1975: Die Entfesselten (L’Agression)
  • 1975: Catherine et Cie
  • 1976: Schinken mit Ei (Attention les yeux!)
  • 1976: Computer morden leise (L’Ordinateur des pompes funèbres)
  • 1976: Die kleinen Französinnen – Das erste Mal (La Première fois)
  • 1977: Aller Anfang macht Spaß (Un moment d’égarement)
  • 1978: Nimm’s leicht, Mama (Vas-y maman)
  • 1981: Asphalte
  • 1983: Ein mörderischer Sommer (L’Été meurtrier)
  • 1984: Die Abrechnung (L’Addition)
  • 1986: Das Blau der Hölle (Bleu comme l’enfer)
  • 1987: Engel aus Staub (Poussière d’ange)
  • 1989: La Barbare

AuszeichnungenBearbeiten

  • 1984: César in der Kategorie Bester Schnitt für Ein mörderischer Sommer
  • 1994: César in der Kategorie Bester Schnitt für Drei Farben: Blau

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. vgl. bfi.org.uk (British Film Institute)
  2. vgl. iftn.ie (Irish Film & Television Network)