Jägerbataillon 292

Truppenteil der Deutsch-französischen Brigade

Das Jägerbataillon 292 (JgBtl 292) wurde im Jahr 1993 in der Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne in Immendingen in Baden-Württemberg in Dienst gestellt und wurde aus dem Jägerbataillon 552 in Böblingen und dem Panzergrenadierbataillon 292 in Immendingen zusammengestellt. Es ist der Deutsch-Französischen Brigade unterstellt. Im Laufe des Jahres 1993 verlegte das Bataillon in die Fürstenberg-Kaserne nach Donaueschingen, wo es heute noch stationiert ist. Die schwere Kompanie befindet sich in Stetten am kalten Markt.

Jägerbataillon 292
— JgBtl 292 —

JgBtl 292.jpg

Internes Verbandsabzeichen
Aufstellung 1993
Staat Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Heer with lettering.svg Heer
Truppengattung Jäger
Stärke ca. 900 Soldaten
Unterstellung COA DEU-FRA Brig.svg Deutsch-Französische Brigade
Standort Donaueschingen
Auszeichnungen Flag of Baden-Württemberg.svg Fahnenband
Baden-Württemberg (2001)
Netzauftritt JgBtl 292
Kommandeur
Kommandeur Oberstleutnant Sandro Brandt
stv. Kommandeur Oberstleutnant Jörn Deigner

GliederungBearbeiten

 
Ein Scharfschütze des Jägerbataillons 292 während einer Übung 2015 in Litauen

Das Jägerbataillon 292 gliedert sich in eine Versorgungs- und Unterstützungskompanie, drei Jägerkompanien und eine Schwere Jägerkompanie.

Die Kampfkompanien setzen sich aus insgesamt vier Zügen sowie der Kompanieführungsgruppe, einem Kompaniefeldwebeltrupp, einem Versorgungstrupp und dem Technischen Trupp zusammen. Der erste bis dritte Zug sind Infanteriezüge aus jeweils drei Gruppen (zwei Unteroffiziere mit Portepee und acht Soldaten) sowie einem Zugtrupp. Der vierte, (schwere) Infanteriezug ist mit schweren Infanteriewaffen wie Granatmaschinenwaffe und Panzerabwehrwaffe MILAN ausgestattet. Ihm ist die Scharfschützengruppe der Kompanie unterstellt. Diese unterstützt die Jägerzüge im Gefecht.

In der fünften (bis 2006 sechsten) (Schweren) Kompanie befinden sich die 120-mm-Mörser (acht Rohre Panzermörser M 113), der Panzerabwehrzug (sechs Wiesel mit TOW), der Maschinenkanonenzug (sechs Wiesel mit MK 20), der Aufklärungszug (sechs Wiesel und zwei LKW gl Wolf) sowie der Feuerunterstützungszug mit dem Joint Fire Support Coordination Team (JFSCT) und vier Joint Fire Support Teams (JFST). Die ehemalige sechste (bis 2006 fünfte) Kompanie war die Einsatz- und Unterstützungskompanie des Bataillons, die den Hauptauftrag der Grundausbildung wahrnahm. Diese wurde in drei Zügen durchgeführt. Sie stellte weiterhin den Sicherungs- und Unterstützungszug, dessen Gliederung und Auftrag im Wesentlichen dem der leichten Infanteriezüge in den Kampfkompanien entsprach. Innerhalb des Stationierungskonzeptes 2011 wurde die sechste Kompanie Ende 2012 aufgelöst.[1]

AusrüstungBearbeiten

Fahrzeuge:

Handwaffen:

Das Jägerbataillon 292 ist mit dem System Infanterist der Zukunft ausgestattet.

WappenbeschreibungBearbeiten

Goldenes Eichenlaub und grüner Grund sind typische Symbole der Jägertruppe. Drei Hirschgeweihstangen finden sich schon im Wappen des seit dem Jahr 1080 existierenden Adelshauses Württemberg. Der gelbe Grund verweist auf das Wappen des Bundeslandes Baden-Württemberg, in dem das Bataillon beheimatet ist.

UniformBearbeiten

Den Soldaten des Bataillons stehen als bundesweit einzigem Verband Schultertücher (französisch „foulard de compagnie“) zum Zeichen der Verbundenheit mit den Franzosen zur Verfügung. Sie kennzeichnen durch Kompaniefarben die Zugehörigkeit zur jeweiligen Kompanie.

Verluste (SFOR und ISAF)Bearbeiten

Bereits im Juni 1997 verzeichnete das Bataillon die ersten Verluste an Menschenleben. Während des SFOR-Einsatzes der 2. Kompanie wurden ein Hauptgefreiter aus Freiburg und ein Unteroffizier aus Güstrow, die sich im Feldlager Rajlovac gerade auf eine Patrouille vorbereiteten, durch einen versehentlich ausgelösten Feuerstoß einer 20-mm-Bordkanone durch Projektile und Metallsplitter tödlich, und ein weiterer Hauptgefreiter schwer verwundet.

Im Rahmen des ISAF-Einsatzes fiel am 29. April 2009 der Hauptgefreite Sergej Motz in der Nähe des Feldlagers Kundus während eines Feuergefechtes mit Aufständischen. Vier weitere Angehörige des Bataillons wurden verwundet.[2]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bundeswehr: Gliederung des Jägerbataillons 292
  2. Bundeswehr: Trauer um den im Feuergefecht gefallenen Soldaten 29. April 2009