Hisao Inagaki

japanischer Interpret des Buddhismus

Hisao Inagaki (jap. 稲垣 久雄, Inagaki Hisao; * 1929 in Kōbe) ist ein japanischer Buddhologe und Priester der Jōdo-Shinshū – mit dem Ordensnamen Zuiō Inagaki (稲垣 瑞雄) –, der besonders durch Studien zum Amitabha-Buddhismus hervorgetreten ist.[1]

Leben und WirkenBearbeiten

Inagaki erwarb den Grad des Bachelors an der Universität Kōbe, den Grad des Masters an der Ryūkoku-Universität in Kyōto. Er ging dann nach England, wo er an der School of Oriental and African Studies der Universität London 1968 mit einer Studie über das Anantamukhanirhāradhāranīsūtra und dessen Kommentar durch Jñānagarbha ein Doktorat in buddhistischen Studien erwarb.[2]

Von 1969 bis 1981 blieb er als Lehrer für japanischen Buddhismus an der School of Oriental and African Studies. 1981 wurde er als Professor an die Ryūkoku-Universität berufen, wo er von 1982 bis 1998 lehrte. Gastprofessuren führten ihn 1985 an die University of California in Berkeley, 1989 an University of Hawaiʻi at Mānoa und 1992 an die Universität Leiden in die Niederlande. Inagaki war wesentlich an der Gründung der International Association of Shin Buddhist Studies beteiligt, deren Präsident er von 1993 bis 2005 war. Heute ist er Ehrenpräsident dieser wissenschaftlichen Gesellschaft.

Gemeinsam mit Jack Austin gründete Inagaki eine Vereinigung zum Studium des Amitabha-Buddhismus.[3] Mit Austin und Ruth Tabrah war Inagaki auch wesentlich an der Vorbereitung zur Gründung von Komyoji in Wien beteiligt.[4]

Inagaki legte Übersetzungen wesentlicher Werke des indischen und japanischen Buddhismus vor. Darunter befinden sich die zentralen kanonischen Texte des Amitabha-Buddhismus,[5] der dem Philosophen Nāgārjuna zugeschriebene Kommentar zum Daśabhūmikasūtra[6] und Shinrans Hauptwerk Kyōgyōshinshō[7]

Darüber hinaus veröffentlichte Inagaki Nachschlagewerke zum Buddhismus Japans[8], zum Zen-Buddhismus und zur chinesischen buddhistischen Terminologie.[9]

Im Rahmen der von Inagaki 1993 ins Leben gerufenen Jōdo Mandala Study Group beschäftigte er sich auch mit Studien buddhistischer Kunst.[10]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Index to the Larger Sukhāvatīvyūha Sūtra. A Tibetan Glossary with Sanskrit and Chinese equivalents. Nagata Bunshodo 1978
  • Glossary of Zen Terms. Kyōto Nagata Bunshodo 1991
  • 真宗用語英訳グロッサリー. 龍谷大学仏教文化研究所 1995
  • The Way of Nembutsu-faith. A Commentary on Shinran's Shoshinge Hymn of True Faith and Nembutsu. Kōbe: Horai Association 1996

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eckdaten nach Horai Association: Hisao Inagaki, Biography (Memento des Originals vom 11. Oktober 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/horai.eu
  2. Die Arbeit erschien erst Jahre später in Buchform: Amida dhāraṇī sūtra and Jñānagarbha's commentary. An annotated Translation from Tibetan of the Anantamukha-nirhāra-dhāraṇi Sūtra and ṭikā. Ryukoku Gakkai 1999
  3. John Snelling: The Buddhist Handbook. A Complete Guide to Buddhist Schools, Teaching, Practice, and History. Inner Traditions / Bear & Co 1991 (ISBN 9780892813193), S. 218
  4. Inagakis Rolle wird hervorgehoben in Volker Zotz: Vom Überqueren der Brücke. Festrede zur Gründung von Komyoji am 7. August 1994. In: Damaru 26 (1994) (ISSN 2225-4803)
  5. The Three Pure Land Sutras: A Study and Translation from Chinese. Nagata Bunshodo 2000 (3. Auflage)
  6. Nāgārjuna's Discourse on the Ten Stages (Daśabhūmika-vibhāṣā): A Study and Translation from Chinese. Ryukoku Gakkai 1998
  7. Kyōgyōshinshō: on teaching, practice, faith, and enlightenment. Numata Center for Buddhist Translation and Research 2003 (ISBN 9781886439160)
  8. A Dictionary of Japanese Buddhist Terms: Based on References in Japanese Literature. Nagata Bunshodo 1985
  9. A dictionary of Chinese English-Japanese Buddhist terms. Kyoto 1984
  10. The Amida Sutra Mandala. An Iconography with the text of the Amida Sutra. Nagata Bunshodo 1995