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Hermann Baethcke

deutscher Lehrer und Mitglied der Lübecker Bürgerschaft

Ludwig Hermann Baethcke (* 19. April 1848 in Neuruppin; † 12. September 1941 in Lübeck) war ein deutscher Lehrer und Mitglied der Lübecker Bürgerschaft.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Als Sohn eines Superintendenten geboren, studierte Baethcke nach dem Besuch des Gymnasiums in Neuruppin Philologie in Leipzig und Berlin. Während seines Studiums wurde er 1867 Mitglied der Leipziger Burschenschaft Dresdensia und 1868 der Burschenschaft Germania Berlin. 1870 diente er als Einjährig-Freiwilliger im Garde-Füsilier-Regiment und nahm dann am Deutsch-Französischen Krieg teil; 1875 war er Leutnant der Reserve, 1882 Leutnant der Landwehr. 1873 wurde er in Göttingen mit einer Dissertation zum Lübecker Totentanz zum Dr. phil. promoviert. Nach seinem Examen 1874 kam er nach mehreren Stationen 1878 als Oberlehrer ans Katharineum zu Lübeck, wo er 1899 Professor wurde. 1922 wurde er pensioniert.

1881 bis 1887 war Baethcke für die Fortschrittspartei und dann nochmals von 1895 bis 1909 als Abgeordneter der Lübecker Bürgerschaft und gehörte 1897 bis 1909 dem Bürgerausschuss an.

Ende 1897 wurde Hermann Baethcke gemeinsam mit Wilhelm Christian Cuwie, Wilhelm Brehmer, Theodor Sartori und Ernst Stiller zu bürgerlichen Mitgliedern der gemeinsamen Kommission zur Ausschreibung des Kaiserdenkmals gewählt. Zu Ersatzmännern wurden Johannes Daniel Benda und Julius Vermehren bestimmt.[1] Man sollte sich für ein wuchtiges Uechtritzsches Kaiser-Wilhelm-Denkmal entscheiden. Erst Eduard Kulenkamp, Vorsitzender des Vereins von Kunstfreunden, gelang es, die Stadt hiervon zu „befreien“.[2]

Zum Gedächtnis an seinen im Alter von 23 Jahren verstorbenen einzigen Sohn, den Referendar Dr. jur. Hermann Baethcke (* 26. Juni 1885 in Lübeck, Schüler des Katharineums von 1892 bis 1904, † 27. März 1909 in Kassel) errichtete er 1913 die Hermann-Baethke-Stiftung, die bis heute Preise an Abiturienten des Katharineums vergibt.[3]

WerkeBearbeiten

TriviaBearbeiten

Nach dem Tode des Senatoren Mann am 13. Oktober 1891 wurde Konsul Hermann Wilhelm Fehling und der Weinhändler Krafft Tesdorpf zum Vormund seiner fünf hinterlassenen Kinder bestellt.

Thomas Mann war zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt. Sein Deutsch- und letzter Klassenlehrer (Ordinarius) in der Untersekunda[4] ist Baethcke gewesen. In Manns Roman Die Buddenbrooks, wofür dieser später den Nobelpreis erhalten sollte, begegnen wir dem Oberlehrer als Oberlehrer Dr. Mantelsack.[5]

LiteraturBearbeiten

  • Helge Dvorak: Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 1: A–E. Heidelberg 1996, S. 43.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lokale Notizen. In: Lübeckische Blätter; 40. Jg., Nummer 2, Ausgabe vom 9. Januar 1898, S. 15.
  2. Verein von Kunstfreunden. In: Lübeckische Blätter; 67. Jg., Nummer 6, Ausgabe vom 9. Februar 1902, S. 68.
  3. Schulpreise, abgerufen am 18. Dezember 2016
  4. Thomas Mann, Heinrich Detering: Grosse kommentierte Frankfurter Ausgabe: Briefe 1, 1889-1913 Frankfurt: Fischer 2002, S. 582
  5. Buddenbrooks - Klarnamenverzeichnis