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Heinz Gstrein

Orientalist, orthodoxer Theologe, Auslandkorrespondent und Sachbuchautor

Heinz Gstrein (* 6. Dezember 1941 in Innsbruck[1]) ist ein österreichisch-schweizerischer Orientalist, orthodoxer Theologe, Auslandkorrespondent und Sachbuchautor.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Gstrein studierte Orientalistik, Slawistik und Theologie in Innsbruck, Istanbul, Wien und Paris. Er promovierte zum Doktor phil. Er war viele Jahre Auslandkorrespondent in Nahost, im Balkan und in Osteuropa, wo er für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) und das Schweizer Radio DRS berichtete. Danach folgten wissenschaftliche Tätigkeiten in Zürich und Wien. Er war auch stellvertretender Direktor des Instituts G2W Glaube in der 2. Welt in Zürich. Am Universitären Lehrgang (ULG) Balkanstudien der Universität Wien war er Lehrbeauftragter für Osmanische Geschichte, Kultur, Religion sowie islamisches Recht. Er war Präsident der Arbeitsgemeinschaft Orthodoxer Kirchen in der Schweiz (AGOK) und setzte sich für die Christen, die in islamischen Staaten leben, unterdrückt und verfolgt werden, ein. Auch beschrieb er die Situation syrischer Christen im Bürgerkrieg.[2]

Politisches Engagement im Schweizer MinarettstreitBearbeiten

Im Vorfeld der Volksabstimmung zur Minarettinitiative im Jahr 2009 in der Schweiz engagierte er sich im Lager der Befürworter. Er wollte auf die seiner Meinung nach zunehmende Islamisierung seit den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts aufmerksam machen, die in Ägypten, Algerien und im Iran ihren Anfang genommen habe. Die öffentlichen Auswirkungen des Herrschaftsanspruchs des Islams hätten nun auch die Schweiz erreicht, weshalb er die Minarettinitiative befürwortete und unterstütze, um ein Zeichen gegen die „politische Islamisierung“ zu setzen. Das Minarett sei meistens ein Sieges- und Visibilitätszeichen für den Islam. Zudem hielten viele islamische Staaten nicht oder nicht mehr Gegenrecht beim Bau und Wiederherstellung christlicher Kirchen.[3][4][5][6]

2010 verfasste er ein Gutachten zur Verfassungswidrigkeit und besonderen Gefährlichkeit der Organisation Islamischer Zentralrat Schweiz (IZRS). Darin forderte er deren Verbot, weil sie nicht mit den schweizerischen Rechtsnormen vereinbar sei.

Gegner der Initiative und Tageszeitungen wie die Basler Zeitung versuchten ihn fachlich zu disqualifizieren und ihn somit zu diskreditieren. Gstrein konnte sich mehrheitlich rehabilitieren und auch seine Lehrtätigkeit als Lehrbeauftragter für Balkanstudien an der Universität Wien weiterführen.[7][8]

PrivatesBearbeiten

Gstrein ist verheiratet und wohnt in Erlenbach am Zürichsee.

WerkeBearbeiten

Als AutorBearbeiten

Als MitherausgeberBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tagungsprogramm der Evangelischen Volkspartei vom 24. Jänner 2009, eingesehen am 30. November 2015
  2. Heinz Gstrein: Mord, Pogrom, Kreuzigung. 30. September 2014
  3. Heinz Gstrein: Die Neuordnung des Nahen Osten. Islamischer Einfluß und geopolitische Interessen nach 9/11 und dem „Arabischen Frühling“. Festvortrag gehalten am 11. April 2012 im Wiener Akademikerbund, auf dessen Website.
  4. [1]
  5. Heinz Gstrein: Der Islam wird zersetzt – und er setzt sich durch. Livenet 15. Oktober 2009.
  6. Heinz Gstrein: Man muss irgendwo anfangen, um die politische Islamisierung zu stoppen. Livenet 15. Oktober 2009.
  7. Daniel Gerber: Heinz Gstrein rehabilitiert. Livenet 16. März 2010.
  8. Anti-Islamisierungs-Gruppe will mit 60.000 Broschüren über Islamisierung «aufklären», Artikel der Aargauer Zeitung vom 8. Mai 2010.