Heinz-Berggruen-Gymnasium

Bauwerk in Deutschland

Das Heinz-Berggruen-Gymnasium ist ein staatliches Gymnasium im Berliner Westend im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

Heinz-Berggruen-Gymnasium
Heinz-Berggruen-Gymnasium.jpg
Schulform Gymnasium
Schulnummer 04Y06
Gründung 1945
Adresse

Bayernallee 4
14052 Berlin

Ort Berlin-Westend
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 30′ 38″ N, 13° 16′ 1″ OKoordinaten: 52° 30′ 38″ N, 13° 16′ 1″ O
Träger Land Berlin
Schüler 903 (2017/2018)[1]
Lehrkräfte 379 + 8 Referendare (2017/2018)[1]
Leitung Dirk Kwee
Website Website der Schule

GeschichteBearbeiten

Das Gymnasium wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Nachfolger des Kaiserin-Augusta-Gymnasiums und des Mommsen-Gymnasiums gegründet. Im September 1945 erhielt diese neue Schule den Namen „Charlottenburger Gymnasium“. Das heutige Schulgebäude wurde am 30. Juni 1956 feierlich übergeben und erhielt am 14. September desselben Jahres durch einen BVV-Beschluss des Bezirks Charlottenburg von Berlin den Namen Erich-Hoepner-Gymnasium, welcher an den hingerichteten Generaloberst und Widerstandskämpfer Erich Hoepner (1886–1944) erinnerte, der Schüler des Kaiserin-Augusta-Gymnasiums war. Schon damals gab es Widerstand gegen die Umbenennung von Seiten des damaligen Schulleiters Rudolphi und großen Teilen der Elternschaft und des Lehrerkollegiums, aus unterschiedlichen Gründen.[2] Man sah das Mitbestimmungsrecht übergangen, Teile sahen lieber einen Humanisten wie den ursprünglichen Namensgeber Mommsen als Namensgeber, Rudolphi, der selbst Opfer des Faschismus war und an der Schule zuvor Feierlichkeiten zum Andenken an den 20. Juli 1944 abhalten liess, und andere Teile fanden auch die Rolle Hoepners als Widerstandskämpfer (Auftreten vor dem Volksgerichtshof) wenig vorbildlich. Rudolphi blieb daher den Feierlichkeiten zur Umbenennung fern. Die Person Hoepners ist heute aufgrund seiner zwiespältigen Biografie umstritten. - Obwohl er schon früh in Kreisen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus verkehrte, hatte er als Panzergeneral Erschießungen angeordnet und zur Abwehr des jüdischen Bolschewismus aufgerufen. - So wurde anlässlich des 50-jährigen Schuljubiläums 2006 von der Schulleitung ein Prozess zur erneuten Umbenennung der Schule eingeleitet. Seit dem 1. August 2008 ist das Gymnasium nach dem Kunstsammler und Mäzen Heinz Berggruen (1914–2007) benannt.

Das Mommsen-Gymnasium wurde ab 1901 gebaut und 1903 eröffnet (Wormser Straße, später auch Waldschulallee), da die bestehenden Schulen den Bedarf in Charlottenburg nicht mehr abdecken konnten.

SchulprofilBearbeiten

Das Heinz-Berggruen-Gymnasium hat einen altsprachlichen, einen künstlerischen und einen musikalischen Schwerpunkt. Der künstlerische und musikalische Schwerpunkt haben ihren Ursprung in den 50er Jahren. Im Schuljahr 1953/54 richtete die Schule als erstes Gymnasium Deutschlands einen »Neusprachlichen Zug musischer Richtung« ein, der Vorbild für viele weitere Schulen wurde. Die Schule verfügt über eine große Zahl von musikalischen Ensembles, in denen Schüler ab der 5. Klasse mitwirken können. Die Weihnachtskonzerte der Schule finden jährlich im Konzertsaal der Universität der Künste statt; die Sommerkonzerte im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie.

Schülerzeitung OHnEBearbeiten

Die OHnE Schülerzeitung des Heinz-Berggruen-Gymnasiums wird komplett unabhängig von der Schule von ungefähr 20 Schülern geleitet. Sie erscheint seit 1998 zweimal im Jahr und befasst sich neben schulischen Dingen auch mit weltaktuellen Problemen und Ereignissen, die sie den Schülern verständlich zu machen sucht. Seit 2011 existiert auch ein Tochtermagazin für die 5. bis 7. Klassen, die OHnE junior. Berlin- und bundesweit ist die OHnE schon durch zahlreiche Preise und Ehrungen aufgefallen. So gewann sie von 2005 bis 2009 viermal den Berliner Schülerzeitungswettbewerb und wurde seit 2006 immer im Spiegel-Schülerzeitungswettbewerb prämiert.

Bekannte AbsolventenBearbeiten

Zu den bekannten Absolventen des Gymnasiums gehören z. B.

Sie konzipierte im Jahr 1988 unter Einbeziehung vieler Schüler - darunter der späteren Berliner Jazz-Musiker Sarah Kaiser und Finn Wiesner - sowie sämtlicher Chöre und Orchester der Schule zusammen mit den Lehrern Michael Pabel (Großer Chor/ Orchester), Hartmut Hübner (Mädchenchor) und Peter Messinger (Licht- und Tonregie) im Rahmen des fünfzigjährigen Gedenkens an die Reichskristallnacht genannten deutschen Novemberpogrome 1938 an drei Abenden das abendfüllende Konzert "Gedenken an die Pogromnacht" (8.–10. November) vor jeweils rund 300 Zuschauern in der Aula des heutigen Heinz-Berggruen-Gymnasiums (damals noch Erich-Hoepner-Oberschule/ Gymnasium) unter anderem mit Darbietung von Zeitzeugenliteratur und Jiddischen Widerstandsliedern, das großen Widerhall bei ehemals verfolgten Juden fand.[3]
Zwei Jahre zuvor führte sie zudem als Redakteurin der damaligen Schülerzeitung des Gymnasiums - STULLE - unter ihrem bürgerlichen Mädchennamen Solveig Kratzer[4] auf Betreiben von Michael S. Cullen bei einer Pressekonferenz unter Rolf Bothe im Berlin Museum ein erstes Exklusiv-Interview mit den Verpackungskünstlern Christo und Jeanne-Claude zu deren Vorbereitungen des Projekts Verhüllter Reichstag, das schließlich im Jahr 1995 in der Hauptstadt verwirklicht wurde.
  • Auch der Sprecher und Schauspieler Andreas Fröhlich besuchte das Heinz-Berggruen-Gymnasium.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Heinz-Berggruen-Gymnasium. In: berlin.de. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, 19. September 2008, abgerufen am 2. April 2018.
  2. Freisler spukt in Berlin, Die Zeit, 27. September 1956
  3. Sofia Shteingold: Eine Jiddisch-Sängerin in Berlin – Leute aus aller Welt erzählen über sich. In: Inlaender – Zeitung für Verständigung & Integration, Nr. 19, Juni 2008, S. 14.@1@2Vorlage:Toter Link/bint-berlin.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. "SoHaR" ;-) Solveig oo Univ.-Prof.Dr. Harold HAMMER-SCHENK geb. Solveig Kristin KRATZER, Berlin/ D