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Heavy Horses
Studioalbum von Jethro Tull

Veröffent-
lichung(en)

10. April 1978

Aufnahme

Januar 1978

Label(s) Chrysalis

Format(e)

LP, MC, CD, 3 CD/2 DVD-Set

Genre(s)

Progressive Rock, Folkrock

Titel (Anzahl)

9 + 2

Laufzeit

43:05 (LP)

Besetzung

Produktion

Ian Anderson

Studio(s)

Maison Rouge Studio, Fulham

Chronologie
Songs from the Wood
(Studioalbum 1977)
Heavy Horses Bursting Out
(Livealbum 1978)

Heavy Horses ist das elfte Studioalbum der Progressive-Rock-Band Jethro Tull.

BesetzungBearbeiten

Jethro Tull spielte das Album mit Ian Anderson, Martin Barre, John Evan, Barriemore Barlow, John Glascock und David Palmer ein. Auf Acres Wild und dem Titelsong wirkte Darryl Way als Violinist mit, der von der Gruppe Curved Air bekannt war. Die Texte und Kompositionen stammen, wie bei Jethro Tull üblich, von Ian Anderson, der das Album auch produzierte. „Zusatzmaterial“ steuerten Martin Barre und David Palmer bei. Als Tontechniker war Robin Black verantwortlich.

Es ist das letzte Studioalbum von Jethro Tull, an dem John Glascock an allen Songs mitwirkte. Aufgrund seiner Herzerkrankung konnte er die Heavy Horses Tour nicht vollständig bestreiten. Er starb am 17. November 1979 in London.

GeschichteBearbeiten

Die Band nahm das Album im Januar 1978 auf. Aufnahmeort war das Maison Rouge Studio in Fulham, London. Das Album wurde 1978 veröffentlicht. 2003 erschien eine remastered CD mit den Songs der LP-Version und zwei Bonustiteln. Im Mix von Rover fehlen auf der überarbeiteten CD im Unterschied zur Originalversion die Streicher.

Im März 2018 erschien die 40th Anniveraey Edition als Set von drei CDs und zwei DVDs. Darunter sind die Originalstücke, neu abgemischt von Steven Wilson und Jakko Jakszyk.[1]

AlbumBearbeiten

Heavy Horses gilt nach Songs from the Wood als zweites von drei Alben der Folkrock-Phase der Band. Wie sein Vorgängeralbum enthält es aber auch Progressive-Rock-Elemente, jedoch beziehen sich die Texte nicht auf keltische Mythen, sondern auf Situationen der Gegenwart oder jüngeren Vergangenheit.

LP-VersionBearbeiten

… And the Mouse Police Never Sleeps handelt von einer Katze. Das Lied ist relativ schnell und rockig und endet mit dem Sprechgesang zweier Stimmen sowie einem abschließenden Husten. Acres Wild ist ein Liebeslied. Es wird folkig und kraftvoll interpretiert, unter anderem durch Andersons Mandolinenspiel und die Violine Darryl Ways. Nicht nur in der Natur, sondern auch an wenig attraktiven Orten in der Stadt lädt Anderson eine Frau zu sexuellen Handlungen ein. Der Ort des Geschehens ist – verschlüsselt dargestellt – die schottische Insel Skye.[2] No Lullaby („Kein Wiegenlied“) ist ein längeres Stück, in dem akustische, langsam vorgetragene Passagen mit schnelleren und rockigeren Abschnitten kontrastieren. Das Lied richtet sich vordergründig an ein Kind, das vor allerlei Bösem gewarnt wird.

Moths handelt von Motten, die in eine Kerze fliegen. Den Sänger erinnert die Frau, die sich gerade auszieht, daran, dass auch Menschen sterblich sind. Die Instrumentierung ist überwiegend akustisch, wird aber zunehmend rockiger. Der Text von Journeyman beschreibt Geschäftsleute im Zug auf der nächtlichen Rückfahrt von der Arbeit. Das Lied ist in einem durchgehenden Rhythmus gehalten, der an einen fahrenden Zug erinnert.

Im Stück Rover besingt Anderson eine Frau, er teilt ihr aber auch mit, dass er sie bald verlassen werde, da er ein Rover sei, ein Herumziehender. Auch dieses Lied enthält viele akustische, aber auch rockige Elemente. One Brown Mouse ist ein weiteres folkiges Stück, in dem aber auch die E-Gitarre vorkommt, wodurch das Lied rockiger wird. Es basiert auf dem 1786 verfassten Gedicht Ode to a Mouse von Robert Burns[2] und besteht aus der Ansprache des Sängers an eine braune Maus.

Der Titelsong ist ein langes, sentimentales Loblied auf Pferde, die in der Landwirtschaft als Zugtiere eingesetzt werden. Musikalisch ist das Stück durch abwechselnde rockige und akustische Phasen geprägt. Der Refrain wird im stampfenden Rhythmus mit dominanter E-Gitarre vorgetragen, während Anderson die Strophen eher verhalten singt. Weathercock besingt in poetischer Sprache einen Wetterhahn. Das Lied ist folkig arrangiert, wird aber zum Ende hin mit dem Einsatz von Querflöte und E-Gitarre rockiger.[2]

BonustitelBearbeiten

Living in These Hard Times war bereits 1988 auf dem Album 20 Years of Jethro Tull unter der Rubrik Flawed Gems and Other Sides of Tull (etwa: „Fehlerhafte Edelsteine und andere Seiten von Tull“) veröffentlicht worden. Es behandelt in ironischer Form die Klagen über die „schlechten Zeiten“. Broadford Bazaar ist ein eher rockiges Stück über den Ort Broadford auf Skye, das 1993 auf der Kompilations-CD Nightcap erschienen war.

CoverBearbeiten

Die Vorderseite zeigt in einem dunkel-/hellgrünen Rahmen mit goldenfarbener Verschnörkelung Ian Anderson in ländlich-brauner Kleidung und Hut vor hellgrünem Hintergrund. Er hält links und rechts je ein braunes Kaltblut-Pferd mit weißer Blesse am Zügel und schaut auf den Boden. Der Schriftzug des Bandnamens ist in Großbuchstaben, ebenfalls verschnörkelt und mittig in dem oberen Viertel des Covers zu finden, etwas weiter unten an der rechten Seite steht der Name des Albums – Heavy Horses – ebenfalls in Großbuchstaben. Im unteren linken Bildrand steht in goldener Druckschrift folgender Vierzeiler aus dem Titelsong:

Bring me a wheel of oaken wood,
A rein of polished leather,
A Heavy Horse and a tumbling sky,
Brewing heavy weather.

Das Foto auf der Vorderseite wurde von James Cotier aufgenommen.

Die Rückseite ist ebenfalls wie die Vorderseite eingerahmt, allerdings ist der Bandname mittig oben im Rahmen und das Plattenlabel unten in der Mitte abgebildet. Man sieht die Band teils sitzend, teils stehend in einem altertümlich wirkenden Arbeitszimmer, allesamt in einem schwarzen Anzug mit Fliege und einem gefüllten Glas in der Hand. Barriemore Barlow trägt Fußballsocken und Stollenschuhe, Ian Anderson, am Schreibtisch sitzend, trägt denselben Hut wie auf der Vorderseite des Albums und hat dazu noch eine Zigarette in der Hand, in der er auch das Glas hält. Martin Barre trägt ein Monokel. Das Bild nahm Andersons Frau Shona Anderson auf.

Die Widmung lautet: This album is dedicated to: The Highland, Welsh Mountain, Shetland, Fell, Dales, Cleveland and the other indigenous working ponies and horses of Great Britain, who, however tiny or great in stature, can truly count themselves as being amongst our HEAVY HORSES; also, Lupus, Fur, Tigger and Mistletoe — and of course, Shona and young Master James. (deutsch etwa: „Dieses Album ist gewidmet: den Highland-Ponys, Welsh-Mountain-Ponys, Shetlandponys, Fell-Ponys, Dales-Ponys, Cleveland Bays und den anderen einheimischen Ponys und Pferden Großbritanniens, die, egal ob winzig oder groß, sich auf jeden Fall zu unseren ‚Schweren Pferden‘ zählen können; außerdem Lupus, Fur, Tigger und Mistletoe – und natürlich Shona und dem kleinen Meister James [Andersons Frau und Sohn].“)

In der Innenseite der LP-Version befindet sich je nach Ausgabe ein beidseitig bedrucktes Einlegeblatt, auf dem eingerahmt im Stile des Covers auf grünem Hintergrund in weißer Schrift sämtliche Liedtexte aufgeführt sind bzw. zwei einseitig bedruckte Blätter mit demselben Inhalt.[3]

WirkungBearbeiten

Das Album erreichte Platz 20 in Großbritannien[4] und Platz 19 in den USA.[5] Die Single Moths platzierte sich nicht in den Billboard Hot 100. Bei Allmusic erhielt das Album vier von fünf möglichen Punkten.[6]

Charts (1978) Höchst-
position
Deutschland  Deutschland 4
(16 Wo.)
Osterreich  Österreich 18
(17 Wo.)
Schweiz  Schweiz 30
(1 Wo.)
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 20
(11 Wo.)
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 19
(17 Wo.)

TitellisteBearbeiten

Seite ABearbeiten

  1. …And the Mouse Police Never Sleeps (3:09)
  2. Acres Wild (3:21)
  3. No Lullaby (7:52)
  4. Moths (3:22)
  5. Journeyman (3:54)

Seite BBearbeiten

  1. Rover (4:11)
  2. One Brown Mouse (3:19)
  3. Heavy Horses (8:56)
  4. Weathercock (4:01)

ExtratitelBearbeiten

Die überarbeitete CD enthält zusätzlich diese zwei Titel:[7]

  1. Living in These Hard Times (3:10)
  2. Broadford Bazaar (3:38)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Scott Munro: Jethro Tull’s Heavy Horses set for 40th anniversary reissue. teamrock.com (englisch), abgerufen am 9. März 2018
  2. a b c Informationen zu den Liedtexten bei cupofwonder.com (englisch; Archivversion)
  3. Cover der Langspielplatte von 1978, Chrysalis 1175
  4. Heavy Horses in den UK-Charts (englisch), abgerufen am 29. August 2012
  5. Heavy Horses in den Billboard 200 (Memento vom 7. Mai 2016 im Internet Archive), abgerufen am 29. August 2012.
  6. Beschreibung des Albums bei Allmusic (englisch), abgerufen am 29. August 2012
  7. Beschreibung bei discogs.com, abgerufen am 2. September 2012