Harirud

Fluss in Afghanistan und Turkmenistan
(Weitergeleitet von Hari Rud)

Der Harirud oder Hari Rud (persisch هریرود, DMG Harī-Rūd; auch Tedschen oder Tejen; griechisch Ochos [in der Antike]), oder kurz Hari, ist ein 1124 km langer Fluss in Afghanistan, Iran und Turkmenistan.

Harirud
Tedschen, Tejen

Minarett von Dschām am Hari Rud

Daten
Lage Ghor, Herat (Afghanistan),
Iran, Turkmenistan
Flusssystem Hari Rud
Quellgebiet im Gebirge Koh-e Baba
34° 39′ 0″ N, 66° 43′ 0″ O
Quellhöhe ca. 2750 m[1]
Versickerung in der Wüste KarakumKoordinaten: 37° 31′ 55″ N, 60° 22′ 17″ O
37° 31′ 55″ N, 60° 22′ 17″ O
Mündungshöhe ca. 170 m[2]
Höhenunterschied ca. 2580 m
Sohlgefälle ca. 2,3 ‰
Länge 1124 km[3] (nach anderen Quellen 1150 km)
Einzugsgebiet 70.600 km²[3]
Abfluss am Pegel Cagcaran[4]
AEo: 6090 km²
MQ 1961/1978
Mq 1961/1978
31,8 m³/s
5,2 l/(s km²)
Abfluss am Pegel Robat-i-Akhond[4]
AEo: 21.630 km²
MQ 1966/1978
Mq 1966/1978
47,5 m³/s
2,2 l/(s km²)
Abfluss am Pegel Tir Pul[4]
AEo: 31.760 km²
MQ 1969/1978
Mq 1969/1978
24,1 m³/s
0,8 l/(s km²)
Linke Nebenflüsse Kashaf Rud ()
Durchflossene Stauseen Salma-Talsperre (),
Doosti-Talsperre ()
Großstädte Herat
Mittelstädte Sarakhs (), Tejen ()
Kleinstädte Serakhs, Tschaghtscharan ()
Harirud (Afghanistan)
Quelle
Versickerung
Minarett
von Jam
Salma
Doosti
Tejen
Reliefkarte von Afghanistan mit Quelle und Versickerungsstelle des Hari Rud

Hari Rud in Tschaghtscharan

Hari Rud in Herat

VerlaufBearbeiten

Er entspringt im Zentrum Afghanistans im Koh-e Baba und fließt westwärts an der 2280 m hoch gelegenen Hauptstadt Tschaghtscharan der afghanischen Provinz Ghor und weiter am Minarett von Dschām vorbei. In der Provinz Harat wird er von der Salma-Talsperre gestaut, dessen Wasserkraftwerk ab 2009 eine Leistung von 42 MW liefern soll.[5] Er fließt dann südlich an Herat vorbei. Das dortige Flusstal ist bekannt für seine hohe Fruchtbarkeit und dichte Besiedlung. Später bildet er die iranische Grenze mit Afghanistan und Turkmenistan. Etwa 5 km vor der Einmündung des Kaschaf Rud wird der Hari Rud durch die Doosti-Talsperre gestaut. Das Wasserkraftwerk (16 MW) wird seit Oktober 2005 gemeinsam vom Iran und von Turkmenistan betrieben. Die Talsperre soll auch für die Bewässerung der umliegenden Ebene und für die Wasserversorgung von Maschhad genutzt werden.[6] Der Hari Rud durchfließt weiter die Grenzstadt Serachs (Turkmenistan) / Sarachs (Iran), kreuzt in Turkmenistan den Karakumkanal und endet westlich der Oasenstadt Tedschen in einer über 60 km breiten Oase in der Wüste Karakum.

Rud bedeutet im Persischen „Fluss“.

HydrometrieBearbeiten

Mittlerer monatlicher Abfluss des Hari Rud (in m³/s) am Pegel Robat-i-Akhond
gemessen von 1966–1978[4]

WeblinksBearbeiten

Commons: Hari Rud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Encyclopædia Britannica: Afghanistan Drainage
  2. geonames.org
  3. a b Artikel Hari Rud in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)http://vorlage_gse.test/1%3D109412~2a%3DHari%20Rud~2b%3DHari%20Rud
  4. a b c d Streamflow Characteristics at Streamgages in Northern Afghanistan and Selected Locations (PDF 5,6 MB) USGS.Vorlage:Cite web/temporär
  5. Afghan Energy Information Center (AEIC) Donor Projects (PDF)
  6. Doosti Reservoir Dam