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Happurger See

Stausee im Nürnberger Land in Bayern

Der Happurger See (366 m ü. NHN) ist ein Stausee, eingebettet in die Hersbrucker Alb, umgeben von der Houbirg (618 m), dem Deckersberg (586 m) und Reicheneck.

Happurger See
Happurger See mit Blick auf die Staumauer
Happurger See mit Blick auf die Staumauer
Lage: Landkreis Nürnberger Land, Mittelfranken, Bayern, Deutschland
Zuflüsse: Happurger Bach, Kainsbach
Abfluss: Happurger Bach
Größere Orte am Ufer: Happurg
Größere Städte in der Nähe: Hersbruck
Happurger See (Bayern)
Happurger See
Koordinaten 49° 28′ 57″ N, 11° 28′ 50″ OKoordinaten: 49° 28′ 57″ N, 11° 28′ 50″ O
Daten zum Bauwerk
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 366 m ü. NHN
Wasseroberfläche 55 ha
Stauseelänge 1200 mdep1
Stauseebreite 450 mdep1
Happurger Stausee 20190706.jpg
Luftbild des Happurger Sees

Zweck des StauseesBearbeiten

 
Der See im August 2018

Der See wird vom Happurger Bach und von dessen linkem Zufluss Kainsbach gespeist. Das 1958 in Betrieb gegangene Pumpspeicherkraftwerk Happurg[1] des Fränkischen Überlandwerks (heute E.ON) erzeugt mit dem Wasser des Sees sowie dem dazugehörigen Oberbecken auf dem Deckersberg elektrische Energie. Die Größe des Sees beträgt im Mittel etwa 55 Hektar. Den Namen hat der See von der angrenzenden Ortschaft Happurg. Erbaut wurde er von dem Nürnberger Architekten und Kulturpreisträger der Stadt Nürnberg Franz Reichel.

Durch Wassereinbrüche im Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerkes ist die Kraftwerksfunktion seit Januar 2011 außer Betrieb. Die Sanierungsarbeiten wurden immer weiter verschoben und eine Fertigstellung war anfangs für 2016 vorgesehen.[2] Bereits 2013 wurde die Wiederinbetriebnahme nach Vorliegen des Sanierungsgutachtens[3] auf 2017 verschoben.[4]

2015 wurde erneut ein neuer Termin für den Abschluss der Sanierung genannt, der nun auf 2019 festgelegt wurde. Vor Ort in Happurg ist zu erfahren, dass dieser Termin wohl ebenfalls nicht eingehalten wird, da ein Teil der Kraftwerkseinrichtung als Ersatzteile für andere Einrichtungen bereits ausgebaut wurde.[5] 2018 wurde für diesen Termin und dem Einsatz eines dreistelligen Millionenbetrages für die Instandsetzung keine Perspektive gesehen.[6]

LageBearbeiten

Der 1955 zum Zwecke der Elektrizitätsgewinnung angelegte Stausee liegt in der Mittelgebirgslandschaft der Frankenalb.

Die nächstgelegene Stadt ist Hersbruck (etwa drei Kilometer).

Der See ist von der Autobahn A9 Nürnberg–Berlin, Ausfahrt Lauf–Hersbruck, auf der Bundesstraße 14 Richtung Hersbruck, an Hersbruck vorbei bis zur Abzweigung Happurg zu erreichen. Die Straße in Richtung Alfeld führt direkt am Südufer des Happurger Sees vorbei. Von der Autobahn sind es etwa 14 Kilometer. Alternativ kann die Autobahn A6 Nürnberg–Amberg (Richtung Prag) bei der Ausfahrt Alfeld verlassen und über die Staatsstraße durch Alfeld Richtung Hersbruck zum See gefahren werden.

Mit der S-Bahn Nürnberg, Linie S1, ist der See vom Haltepunkt Happurg aus nach etwa 1,5 km Fußweg durch den Ort erreichbar.

Der See ist außerdem mit einer Regionalbuslinie von Hersbruck her erreichbar.

FreizeitnutzungBearbeiten

Das Gelände um den See ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Aufgrund der Wassersportmöglichkeiten ist der Stausee ein Ausflugsziel für Urlauber und Badegäste. Am westlichen Ufer befindet sich ein Restaurant mit Außenbereich. Davor liegt ein Badestrand und ein Kinderspielplatz, dahinter ein Parkplatz. Surfer, Segler und Stehpaddler finden hier Einlassstellen. Boote mit Verbrennungsmotor sind nicht zugelassen. Bis 2017 wurden Tretboote verliehen. Nördlich liegt das Gelände des Segelclub Hersbruck und dessen Clubhaus.[7] Am südlichen Ende gibt es Plätze für Fischer und am östlichen Ufer einen FKK-Strand.

Rund um den See führt ein gut ausgebauter Weg mit Stationen des Happurger Geschichtsweges.[8] Rundwege ermöglichen Wanderungen in die Umgebung der Hersbrucker Schweiz mit Naturlehrpfad, Geologischem Lehrpfad, Geologischem Rundweg. Ein markiertes Wanderwegenetz führt durch die Landschaft der Frankenalb, u. a. zum 612 m hohen Arzberg mit dem Aussichtsturm (vier Kilometer westlich).

Am nordöstlichen Ende des liegen über dem See die Doggerstollen, gebaut in Zwangsarbeit von Häftlingen des KZ-Außenlagers Hersbruck, für eine unterirdische Fabrik, in der kriegswichtige BMW-Flugzeugmotoren produziert werden sollten.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Happurger See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. E.On sucht nach Ursache, Hersbrucker Zeitung, 1. März 2011
  2. Oberbeckensanierung dauert bis 2016, n-land.de, 14. November 2012 (Memento vom 3. November 2014 im Internet Archive)
  3. Christian Moormann, Tobias Heiserer, Karl-Heinz Straßer, Theodor Strobl,: Sanierung des Oberbeckens des Pumpspeicherkraftwerkes Happurg nach erosiv bedingten Erdfällen in der Beckensohle. uni-stuttgart.de, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 15. April 2018.
  4. Andrea Pitsch: Happurger Oberbecken: Wassermassen auf der "Tiefgarage". In: www.nordbayern.de/region/hersbruck. 25. Juli 2013, abgerufen am 24. Oktober 2018.
  5. Marita Münster: Oberbecken: Sanierung erst 2019. In: n-land.de. 24. September 2015, abgerufen am 24. Oktober 2018.
  6. Pumpspeicherkraftwerk Happurg: Perspektiven fehlen. In: www.nordbayern.de. 14. Mai 2018, abgerufen am 21. April 2019.
  7. Segelclub Hersbruck. Abgerufen am 25. Mai 2019.
  8. Happurger Geschichtsweg (PDF; 2,8 MB) auf der Seite der Gemeinde; Abgerufen am 20. Februar 2013