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Hansmartin Schwarzmaier

deutscher Historiker und Archivar

Hansmartin Schwarzmaier (* 3. Mai 1932 in Tübingen) ist ein deutscher Historiker und Archivar. Schwarzmaier war bis 1997 Leiter des Generallandesarchivs Karlsruhe. Er ist durch jahrzehntelange Forschungstätigkeit ein ausgewiesener Kenner der staufischen Dynastie und ihrer Zeit.

Inhaltsverzeichnis

Leben und WirkenBearbeiten

Hansmartin Schwarzmaier studierte Geschichte, Germanistik und Anglistik in Tübingen und Freiburg. 1958 wurde er bei Gerd Tellenbach mit einer Dissertation über Königtum, Adel und Klöster in Oberschwaben im Früh- und Hochmittelalter promoviert. Schwarzmeier absolvierte seine Ausbildung als wissenschaftlicher Archivar in Stuttgart, Sigmaringen und Karlsruhe. Von 1966 bis 1969 war Schwarzmaier am Deutschen Historischen Institut Rom tätig. Aus der dortigen Tätigkeit entsprang eine sozialgeschichtliche Monografie über das mittelalterliche Lucca. Ab 1969 war er im Generallandesarchiv Karlsruhe tätig. Von 1986 bis 1997 war er dort Leitender Archivdirektor. Von 1975 bis 1985 leitete Schwarzmaier die Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein. Von 1984 bis 1988 lehrte er an der Universität Karlsruhe Landesgeschichte, seit 1987 mittelalterliche Geschichte an der Universität Heidelberg. 1988 wurde er dort Honorarprofessor. Von 1975 bis 2002 hatte er die Schriftleitung der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins inne.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die südwestdeutsche Landesgeschichte sowie die hochmittelalterliche Geschichte Italiens. Schwarzmaier untersuchte die Herrschaftszeichen und Ikonografie der Zähringer bis in das 19. Jahrhundert. Er ist Mitglied der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg (1972) und des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte (1989). Im Herbst 1997 leitete er gemeinsam mit Thomas Zotz und Helmut Maurer eine Tagung des Konstanzer Arbeitskreises zum Thema „Schwaben und Italien im Hochmittelalter (10. – 13. Jahrhundert)“. Schwarzmaier ist der Herausgeber des Handbuchs der baden-württembergischen Geschichte, das von 1992 bis 2007 in sechs Bänden erschienen ist. Er veröffentlichte 2005 eine Geschichte Badens vom Mittelalter bis zur Gründung Baden-Württembergs.[1] Schwarzmaier hat sich wiederholt mit verhinderten oder gescheiterten Herrschern gewidmet. Er veröffentlichte 2009 eine Einführung über die staufische Periode im südwestdeutschen Raum.[2]

SchriftenBearbeiten

Monografien

  • Baden. Dynastie – Land – Staat. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018551-9.
  • Lucca und das Reich bis zum Ende des 11. Jahrhunderts. Studien zur Sozialstruktur einer Herzogstadt in der Toscana (= Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom. Bd. 41). Niemeyer, Tübingen 1972, ISBN 3-484-80061-5.
  • Königtum, Adel und Klöster im Gebiet zwischen oberer Iller und Lech. Verlag der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft, Augsburg 1961 (Zugleich: Freiburg, Universität, Dissertation, 1958).

Herausgeberschaften

  • Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Klett-Cotta, Stuttgart 2007, ISBN 3-608-91371-8.
  • Das Mittelalterbild des 19. Jahrhunderts am Oberrhein (= Oberrheinische Studien. Bd. 22). Thorbecke, Ostfildern 2004, ISBN 3-7995-7822-6.
  • mit Helmut Maurer, Thomas Zotz: Schwaben und Italien im Hochmittelalter (= Vorträge und Forschungen. Bd. 52). Thorbecke, Stuttgart 2001, ISBN 3-7995-6652-X (Digitalisat).

LiteraturBearbeiten

  • Eintrag Hansmartin Schwarzmaier. In: Jürgen Petersohn (Hrsg.): Der Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte. Die Mitglieder und ihr Werk. Eine bio-bibliographische Dokumentation (= Veröffentlichungen des Konstanzer Arbeitskreises für Mittelalterliche Geschichte aus Anlass seines fünfzigjährigen Bestehens 1951–2001. Bd. 2). Thorbecke, Stuttgart 2001, ISBN 3-7995-6906-5, S. 391–395 (Digitalisat)
  • Konrad Krimm (Hrsg.): Archiv und Öffentlichkeit. Aspekte einer Beziehung im Wandel. Zum 65. Geburtstag von Hansmartin Schwarzmaier. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-014849-4.
  • Konrad Krimm: Bild und Geschichte. Studien zur politischen Ikonographie. Festschrift für Hansmartin Schwarzmaier zum fünfundsechzigsten Geburtstag. Thorbecke, Sigmaringen 1997, ISBN 3-7995-7077-2.

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Vgl. dazu die Besprechung von Eva Maria Werner in: sehepunkte 6 (2006), Nr. 5 [15. Mai 2006], online
  2. Vgl. dazu die Besprechung von Franz Maier in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 161 (2013), S. 607–608.