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Hans Burghart (* 22. März 1936) ist ein deutscher Arzt.[1] Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 31. März 2003 war er Ärztlicher Direktor des Kreiskrankenhauses München-Perlach und gilt als einer der vielen Begründer der deutschen Luftrettung.[2]

Auf eine seiner Initiativen hin konnte am 1. November 1970 der erste zivile und ständig besetzte Rettungshubschrauber Deutschlands „Christoph 1“ am Städtischen Krankenhaus München-Harlaching (heute: Klinikum Harlaching) in Dienst gestellt werden.

Er war außerdem 22 Jahre[3] lang Vorsitzender des Kreisverbandes München des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und Gründungsmitglied der Sanitätskolonne und späteren Bereitschaft Grünwald des BRK.[4]

Hans Burghart ist Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse. Ihm wurde am 20. Juni 2001 der Bayerische Verdienstorden vom damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber verliehen. Das Deutsche Rote Kreuz ehrte ihn 2009 auch mit der Medaille „Abenteuer Menschlichkeit“.

Vor seiner Tätigkeit im Kreiskrankenhaus Perlach war er Arzt am Städtischen Krankenhaus München-Harlaching. Dort erhielt er einst von der Stadt einen Rüffel, weil er ein verletztes Kind vor dem Krankenhaus notfallmäßig versorgte und mit einem Pfleger in die Klinik brachte. Der Rüffel bewirkte das Gegenteil: Burghart begann, in seiner Freizeit ein Konzept zur Luftrettung zu erstellen (vermutlich eine RTH-Stationsanekdote).

Zusammen mit Bayerischen Roten Kreuz, dem DTC (Deutscher Touring Automobil Club, München; einem kleinen Mitbewerber des ADAC), und der Bundeswehr, die einen Hubschrauber vom Flugplatz Oberschleißheim an einigen Wochenenden abstellte begann er um Pfingsten 1970 an Wochenenden und in den Ferien einen Rettungshubschrauberdienst vom Krankenhaus Harlaching aus zu realisieren. Diese Einsätze sind nicht bislang nicht im Detail dokumentiert. Aus Kostengründen musste die Bundeswehr ihre Unterstützung dann fallen lassen. Inwieweit DTC seinen Versprechungen hinsichtlich Übernahme der Finanzierung nachkam, ist nicht bekannt.[5]

Hans Burghart
Hans Burghart vor „Christoph 1“ in München-Harlaching am 1. Juni 2007

Der ADAC und MBB arbeiteteten öffentlich bekannt mit Hochdruck zur Jahresmitte 1970 an der Fertigstellung eines neuen Rettungshubschraubers mit einer Maschine vom Typ MBB Bo 105, aber aus verschiedenen Gründen (Baumusterzulassung, Standortkrankenhausveränderung) konnte erst am 1. November 1970 der erste regelmäßige Dienst eines zivilen Rettungshubschraubers beginnen. Die Einweihung und Namensgebung von "Christoph" erfolgte am 29. Sept. 1970.[6]

Im Mai 1978 stellte Burghart mit anderen damaligen Pionieren der deutschen Luftrettung das „Konzept deutsche Luftrettung“ auf einem Kongress in den USA vor: mit Gerhard Kugler (ADAC, Abt. Unfallrettung) und med. Bodo Gorgaß (Ulm, Leiter des Bw-Rettungszentrums). Die Erfahrungen der deutschen Luftrettung fanden in Fort Rucker, Alabama, Ausbildungszentrum für Hubschrauberpiloten besondere Beachtung.[7][8]

Burghart arbeitete an der Erstellung des ADAC-Kongressbandes über den 1. Internationalen Luftrettungskongress, 1980 in München, in der Funktion „Fachliche Bearbeitung“ zusammen mit Gerhard Kugler und Per Krueger mit.[9]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans Burghart: Vergleichende gewebselektrophoretische Untersuchungen der Oesophagusmuskulatur bei Eingriffen an der Cardia. Hrsg.: München, Med. F., Diss. 9. Januar 1964 (d-nb.info).
  2. Lothar Langner, Hans-Ulrich Suckert: Luftrettung in Deutschland. Wolfsfellner Medizin-Verl., München 1992, ISBN 978-3-9802271-3-1 (d-nb.info – S. 56 ff. Der Erfolg hat viele Väter).
  3. Artikel des Münchner Merkur über Burgharts Auszeichnung mit der Rot-Kreuz-Medaille „Abenteuer Menschlichkeit“ mit Nachweisen seiner Wahl zum Vorsitzenden im Jahr 1987 und seiner Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. (1. Februar 2009)
  4. Bericht der Bereitschaften des Münchner Roten Kreuzes über Burgharts Abschied und Kronawitters Wahl zur Vorsitzenden des Münchner Kreisverbandes. (24. März 2009) [1]
  5. Gerhard Kugler: ADACOPTER-2, Erinnerungen. Werner Wolfsfellner MedizinVerlag, München 2010, ISBN 978-3-933266-62-0, S. 30–34, Kap. A3, (d-nb.info [abgerufen am 29. Juli 2019]).
  6. Süddeutsche Zeitung: Erste Hilfe auf dem Luftweg, Feierlicher „Stapelhub“ für den ersten Rettungshubschrauber des ADAC. München 30. November 1970.
  7. Gerhard Kugler: ADACOPTER, Auf-Zeichnungen einer Entwicklung. Werner Wolfsfellner MedizinVerlag, München 2002, ISBN 978-3-933266-77-4, S. 185–188, Kap. C3 (d-nb.info).
  8. AGARD: Operational Helicopter Aviation Medicine. Edited by Colonel S. C. Knapp, MC, Fort Rucker, Alabama. Hrsg.: AGARD ADVISORY GROUP FOR AEROSPACE RESEARCH AND DEVELOPMENT. CP-255. Neuilly Sur Seine, France 1. Dezember 1978 (englisch, nato.int).
  9. Gerhard Kugler, Hans Burghart, Per Krueger, Hans Hennig Atrott: Die Luftrettung : Ergebnisse, Analysen, Entwicklungen ; Bericht über d. 1. Internat. Luftrettungs-Kongress vom 16. - 19. September 1980 in München = Aeromedical evacuation. In: Allgemeiner Deutscher Automobil-Club. Hauptabteilung Verkehr (Hrsg.): Schriftenreihe Strassenverkehr, 25. ADAC, Hauptabt. Verkehr, München 1981 (d-nb.info).