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Grießbach ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Drebach im Erzgebirgskreis.

Grießbach
Gemeinde Drebach
Koordinaten: 50° 42′ 49″ N, 13° 2′ 36″ O
Höhe: 413 (390–450) m
Einwohner: 676 (9. Mai 2011)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Eingemeindet nach: Venusberg
Postleitzahl: 09430
Vorwahl: 03725
Grießbach (Sachsen)
Grießbach

Lage von Grießbach in Sachsen

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Grießbach liegt etwa 4 Kilometer süd-südwestlich von Zschopau im Erzgebirge. Der Ort ist im Ursprung ein Quellreihendorf, welches sich in der Quellmulde des nur reichlich einen Kilometer langen Dorfbaches entlangzieht. Am östlichen Ortsende verläuft die Staatsstraße 228 AugustusburgWarmbad und es zweigt von dieser die Staatsstraße 229 nach Ehrenfriedersdorf ab.

NachbarorteBearbeiten

Weißbach Schlößchen Wilischthal
 
Venusberg Scharfenstein

GeschichteBearbeiten

 
Ruinen der beiden Kalköfen an der Wilisch

Die erste urkundliche Erwähnung als Grisbach datiert auf den 8. April 1386. Markgraf Wilhelm I. von Meißen wies der Witwe Anargs von Waldenburg die Herrschaft Scharfenstein mit dazugehörigen Dörfern, darunter Grießbach (= Ort an einem Bach mit viel Steingrieß), als Witwensitz zu.[2]

Mit der Reformation 1539 kam der Ort zur Parochie Drebach. Eine evangelisch-methodistische Kirche wurde 1929 eingeweiht.

Im Ort wurde im 16. Jahrhundert Kupferbergbau, wenn auch von geringer Bedeutung, betrieben. Bis ins 19. Jahrhundert zeugte davon das Berghaus, an dessen Stelle später ein Gasthaus errichtet wurde. August Schumann schreibt im Staatslexikon von 1816 den Kupferbergbau betreffend, dass dieser zwischen 1547 und 1587 13.454 Gulden einbrachte[3]. Weiterhin gab es Mitte des 19. Jahrhunderts zwei Kalkbrüche im Ort. Der gewonnene Kalkstein wurde in zwei sechseckigen Kalköfen im nordwestlich gelegenen Tal der Wilisch gebrannt. Unmittelbar neben den Kalköfen wurde Kalkstein bereits seit dem 17. Jahrhundert gefördert. 1902 wurde die Kalkbrennerei eingestellt, der Kalkabbau folgte 1926. Der Erhalt der Ruinen der beiden Kalköfen als technisches Denkmal ist gefährdet.[4]

1804 errichtete man eine Schule, 1886 wurde diese durch ein neues Schulgebäude abgelöst. Von 1898 bis 1938 existierte in Wilischthal eine Nebenschule.

Bei einem Luftangriff in der Nacht vom 14. zum 15. Februar 1945 wurden 21 Gebäude zerstört.

Bis 1990 arbeitete der größte Teil der Bevölkerung in den Werken des „VEB dkk Scharfenstein“ sowie in den Werken der Feinspinnerei Venusberg.[5]

Von 1886 bis 1972 besaß die Gemeinde mit der Haltestelle „Grießbach (Wilischtal)“ – zeitweise auch Bahnhof – einen, jedoch mehr als zwei Kilometer vom Ortszentrum entfernten, Eisenbahnanschluss an der Schmalspurbahn Wilischthal–Thum.[6]

Zum 1. Januar 1999 wurde Grießbach ein Ortsteil der Gemeinde Venusberg.[7] Am 1. Januar 2010 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden Drebach und Venusberg.[8]

Entwicklung der EinwohnerzahlBearbeiten

Jahr Einwohnerzahl[9]
1551 19 besessene Mann, 1 Häusler, 26 Inwohner
1764 22 besessene Mann, 6 Häusler, 10¼ Hufen
1834 384
1871 736
1890 810
Jahr Einwohnerzahl
1910 903
1925 904
1939 1.103
1946 1.106
1950 1.166
Jahr Einwohnerzahl
1964 1.021
1990 887

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinde Drebach (Hrsg.): 625 Jahre Grießbach – Historischer Abriss. Baldauf: Gelenau, 2011.
  • Das mittlere Zschopaugebiet (= Werte unserer Heimat. Band 28). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1977, S. 179–180.
  • Griesbach. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 3. Band. Schumann, Zwickau 1816, S. 419.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Grießbach (Drebach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kleinräumiges Gemeindeblatt für Drebach. (PDF; 0,23 MB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 28. Januar 2015.
  2. Gerhard Reuter, Hermann Pährisch: Eine Urkunde aus dem Jahre 1386. In: Erzgebirgische Heimatblätter 2012/1, S. 16–18.
  3. Vgl. Griesbach. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 3. Band. Schumann, Zwickau 1816, S. 419.
  4. Freie Presse Online: Denkmal wird wieder eins mit der Natur – Erhalt der Kalköfen stellt Behörden vor Riesenproblem
  5. Vgl. Das mittlere Zschopaugebiet, Band 28, S. 176 und 179–180
  6. Eisenbahnstationen in Sachsen, abgerufen am 2. Januar 2013
  7. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 1999. (PDF; 39 kB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, S. 4, abgerufen am 2. Januar 2013.
  8. Gebietsänderungen ab 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010. (PDF; 11 kB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, S. 1, abgerufen am 2. Januar 2013.
  9. Vgl. Grießbach im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen