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Freie Presse

tageszeitung werdau

Die Freie Presse ist die regionale Tageszeitung für den ehemaligen Bezirk Chemnitz und galt in der DDR als auflagenstärkste Regionalzeitung. Sie ist die größte Abonnement-Zeitung Sachsens. Die verkaufte Auflage beträgt 218.998 Exemplare, ein Minus von 49,7 Prozent seit 1998.[1] Sie gilt aufgrund ihrer Übernahme nach der Wende durch die Medien Union der CDU nahestehend.

Freie Presse
Freie Presse
Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag Chemnitzer Verlag und Druck
GmbH & Co KG
Erstausgabe 1. Januar 1963
Erscheinungsweise Montag bis Sonnabend
Verkaufte Auflage 218.998 Exemplare
(IVW 3/2018, Mo–Sa)
Reichweite 0,561 Mio. Leser
(MA 2017)
Chefredakteur Torsten Kleditzsch
Herausgeber Medien Union GmbH Ludwigshafen
Weblink www.freiepresse.de
ZDB 1085204-9

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Freie Presse galt vor der Wende mit einer Auflage von 663.700 Exemplaren als auflagenstärkste regionale Tageszeitung der DDR. Sie erschien seit ihrer Fusion mit der Volksstimme (SED-Organ im Bezirk Karl-Marx-Stadt, nicht zu verwechseln mit der Magdeburger Tageszeitung gleichen Namens) seit dem 1. Januar 1963 als Organ der SED-Bezirksleitung des Bezirks Karl-Marx-Stadt. Ihren Namen erhielt sie von der vor der Fusion in Zwickau erschienenen regionalen Tageszeitung für die Kreise Zwickau/Stadt und Zwickau/Land.

Die Freie Presse wurde nicht, wie die meisten anderen DDR-Zeitungen, durch die Treuhandanstalt zur Privatisierung ausgeschrieben. Sie ging ohne Ausschreibung für umgerechnet 100 Millionen Euro an die Medien Union GmbH mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein, die auch die Tageszeitung Die Rheinpfalz publiziert. Ebenfalls um die Freie Presse beworben hatten sich die Rheinische Post und der Axel Springer Verlag.[2]

Wie Der Spiegel recherchierte, ging der direkte Verkauf auf eine Intervention von Bundeskanzler Helmut Kohl zurück, der sich beim damaligen Chef der Treuhandanstalt für den CDU-nahen Verlag mit Sitz in seiner Heimatstadt Ludwigshafen am Rhein eingesetzt hatte. Kohl sorgte dafür, dass mit dem Verleger Dieter Schaub „ein langjähriger Weggefährte Kohls aus der heimatlichen Pfalz die heute größte ostdeutsche Zeitung einheimste“.[2] Der Fall weist Ähnlichkeiten zum Verkauf der Mitteldeutschen Zeitung durch eine Intervention von Außenminister Hans-Dietrich Genscher auf.

AuflageBearbeiten

Die Freie Presse hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 49,7 Prozent gesunken.[3] Sie beträgt gegenwärtig 218.998 Exemplare.[4] Das entspricht einem Rückgang von 216.142 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 94,7 Prozent.


Entwicklung der verkauften Auflage[5]

 


AusgabenBearbeiten

 
Verlagsgebäude der Chemnitzer Tageszeitung Freie Presse

Die Freie Presse gibt 19 Lokalausgaben heraus.

Lokalausgaben

ChefredakteureBearbeiten

BesonderheitenBearbeiten

 
Heini Scheffler war ein bekannter Zeichner der Zeitung. Seine nahezu täglich erscheinenden Karikaturen mit dem Wetterfrosch machten ihn populär.

Überregionale Bedeutung hatte die ab 1960 in der Freien Presse erscheinende, über Jahrzehnte von Manfred Zucker bis zu seinem Tode geleitete Schachecke. Die dort als Urdrucke publizierten Schachkompositionen renommierter Autoren aus aller Welt haben ihren Namen durch Nachdrucke der Kompositionen in Büchern und anderen Zeitschriften rund um den Erdball getragen.[6] Gegenwärtig werden dem Leser Schach-Nachdrucke aus einem Rätselverlag angeboten.

PressefestBearbeiten

Eine lange Tradition hat das von der Zeitung veranstaltete Pressefest im Chemnitzer Küchwald. Während die Veranstaltung zu DDR-Zeiten 34-mal stattfand, wurde dieses Fest 1999 wiederbelebt. Präsentiert werden einheimische, nationale und internationale Künstler. Mit 160.000 Besuchern war das Pressefest 2009 eines der größten Volksfeste des Freistaates Sachsen.[7] 2015 pausierte das Pressefest, um an einem neuen Konzept zu arbeiten.[8] 2016 fand es dann wieder am 13. August statt.[9]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. laut IVW (Details auf ivw.eu)
  2. a b Der hat jeden Tag gefragt. In: Der Spiegel. Nr. 11, 1991 (online).
  3. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  4. laut IVW, drittes Quartal 2018, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  5. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  6. Schachkompositionen aus der Freien Presse auf dem PDB-Server
  7. Peggy Fritzsche: Wenn die Leser fröhlich feiern. In: freiepresse.de. 13. Mai 2016, abgerufen am 22. Mai 2016.
  8. freiepresse.de
  9. Peggy Fritzsche: Pressefest 2016: 50.000 Menschen feiern ihre Leserparty. In: freiepresse.de. 15. August 2016, abgerufen am 20. September 2016.