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Graf-Münster-Gymnasium

Gymnasium in Bayreuth

Das Graf-Münster-Gymnasium (GMG) ist ein Gymnasium in Bayreuth (Bayern) mit etwa 950 Schülerinnen und Schülern[2] (Stand: 2015). Es besteht im derzeitigen Gebäude seit 1910 und wurde damals als Oberrealschule eingeweiht. Nach wie vor wird die einstige Oberrealschule Bayreuth im örtlichen Sprachgebrauch auch als OR (zweisilbig „O-Er“ gesprochen) bezeichnet.

Graf-Münster-Gymnasium
Logo
Schulform Gymnasium
Gründung 1833
Ort Bayreuth
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 56′ 17″ N, 11° 35′ 10″ OKoordinaten: 49° 56′ 17″ N, 11° 35′ 10″ O
Träger staatlich
Schüler etwa 940 (2015)
Lehrkräfte 91
Leitung Christian Kramer[1]
Website www.gmg-bayreuth.de
Altbau des Graf-Münster-Gymnasiums
Königliche Kreisoberrealschule für Oberfranken, 1910
Blick in den Innenhof
Plan des Graf-Münster-Gymnasiums

Namensgeber war Georg Graf zu Münster (1776–1844), ein begeisterter Paläontologe, der seinerzeit viele bedeutende Funde in der Region rund um Bayreuth machte, die größtenteils im Urweltmuseum in Bayreuth ausgestellt sind. Das Logo des Gymnasiums, der sogenannte Dino, nimmt darauf Bezug.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Schule wurde 1833 als Kreis-Landwirtschafts- und Gewerbeschule auf Grund der Bildungsinitiative König Ludwigs I. von Bayern gegründet. Zunächst befand sie sich im alten Rathaus von Bayreuth. 1842 zog sie in das Künsberg-Palais in der Friedrichstraße 18 um,[3] wo sie bis 1910 verblieb. 1864 wurde sie in Kreisgewerbeschule umbenannt und später (1872) in Gewerbeschule. 1877 wurde sie in eine sechsjährige Realschule umgewandelt und in den Jahren 1907 bis 1909 in eine neunjährige. Ab 1910 erhielt sie den Namen Königliche Kreisoberrealschule für Oberfranken. Das Künsberg-Palais war zu klein geworden und die Stadt entschloss sich, die Schule in ihr heutiges, damals neuerrichtetes, Gebäude zu verlegen. In den beiden Weltkriegen diente die Schule als Lazarett.

1933 feierte man das 100-jährige Bestehen der Schule, welches, wie so viele Veranstaltungen in dieser Zeit, unter dem Einfluss der Nationalsozialisten stand. In der Festschrift und einer Ansprache des Leiters wurde der „Geist von Potsdam als der Geist der Pflichterfüllung und Einordnung dem falsch verstandenen Geist vom Weimar“ gegenübergestellt.[4] In der NS-Zeit war der Schulbesuch bis zum Abitur um ein Jahr verkürzt worden, der Abiturjahrgang 1954 war der letzte mit nur acht Jahren bis zur Reifeprüfung. Damals gab es in der Oberstufe drei parallel geführte Klassen, von denen zwei in Französisch und eine in Latein als zweite Fremdsprache unterrichtet wurden.[5]

1949 wurde in der Oberrealschule das erste pädagogische Seminar eingerichtet, das bis heute junge Lehrer ausbildet. Von 1951 bis 1960 wurde, trotz großer Platznot und Schichtunterricht, in der Schule das Hohenschwangauer Modell getestet, welches in etwa dem heutigen G9-Kollegstufenmodell entsprach. 1964 erhielt die Schule einen neusprachlichen Zweig mit Französisch als dritter Fremdsprache neben Englisch und Latein. Die Klassenstufen wurden vom Schuljahr 1965/1966 an von 1 bis 9 in 5 bis 13 geändert. Ab dem 14. März 1966 erhielt die Oberrealschule aufgrund der Umbenennung aller höheren bayerischen Lehranstalten die Bezeichnung „Gymnasium“ und heißt seitdem Graf-Münster-Gymnasium. Den Wunsch, die Schule Alexander-von-Humboldt-Gymnasium zu nennen, hatte das bayerische Kultusministerium abgelehnt.[6]

Im April 1968 geriet die Schülerzeitung Original in die Kritik. Die Redakteure hatten einige Änderungen der Bayerischen Schulordnung scharf kritisiert und Zitate des südamerikanischen Guerillakämpfers Che Guevara abgedruckt. Allerdings dienten „anstößige Inhalte auf der Witzeseite“ als Begründung für ein Verkaufsverbot der Ausgabe an zwei anderen örtlichen Gymnasien.[7] 1976 wurde die Kollegstufe eingeführt.

Von 1963 bis 1987 gab es einige bauliche Veränderungen:

  • 7. September 1965: Der Neubau wurde mit zunächst 15 Klassenzimmern fertiggestellt
  • 1964–1965: Errichtung der Schwimmhalle,[8] Eröffnung 20. Januar 1966
  • 1968–1971: Ausbau und Sanierung des Altbaus
  • 1970–1972: Errichtung des Sportplatzes im Anschluss an den Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei
  • 20. Oktober 1987: Einweihung der neuen Sporthalle und Erweiterung des Neubaus um drei Klassenzimmer

Auch derzeit (2007) befindet sich die Schule wieder im Umschwung, zum einen aus Platzgründen, zum anderen wurden bzw. werden wegen des G8 folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • 2004: Die neue Sporthalle wurde gebaut und 2005 fertiggestellt
  • 2006: Der Um- und Ausbau einiger Komplexe wurde begonnen
  • 2006: Beginn des Baus des neuen Schulgebäudes im Anschluss an den Neubau
  • 2007: Der Neue Bau wurde fertiggestellt, die sanitären Anlagen wurden erneuert, der Chemie-Trakt wurde saniert, ein neuer Computerraum eingerichtet
  • 2008: Renovierung der Außenfassade und Anbringung eines Walmdaches auf dem älteren Neubau

Fächerwahl (G8)Bearbeiten

  • Der Übertritt zum Gymnasium erfolgt nach der 4. Klasse Grundschule.
    • Ab Klasse 5: Englisch als erste Fremdsprache
    • Ab Klasse 6: Wahl zwischen Französisch oder Latein als zweite Fremdsprache
    • Ab Klasse 8: Wahl zwischen dem mathematisch-technologischen und dem sprachlichen Zweig
  • Mathematisch-technologischer Zweig
    • Chemie ab der achten Klasse
    • Jeweils eine zusätzliche Unterrichtsstunde Mathematik bzw. Physik im Vergleich zum sprachlichen Zweig
  • Sprachlicher Zweig
    • Spanisch bzw. Französisch als dritte Fremdsprache ab der achten Klasse
    • Chemie ab der neunten Klasse

Europäisches Gymnasium Typ IIBearbeiten

Das Gymnasium nahm ab dem Schuljahr 2000/2001 an dem Modellprojekt des Europäischen Gymnasiums (Egy) teil. Dieser Zweig konnte ab dem Übertritt im Typ II belegt werden. Nach der Einführung des G8 endete der Modellversuch, die Egy-Klassen beenden die Ausbildung jedoch im geplanten Egy-Zweig.

  • Besonderheiten:
    • Ab Klasse 5: Englisch als erste Fremdsprache
    • Ab Klasse 6: Französisch als zweite Fremdsprache
    • Ab Klasse 9: Intensivierung des Faches Physik
    • Ab Klasse 10: Spanisch als dritte Fremdsprache (Erwerb von Grundkenntnissen)

Als verbindlicher Wahlunterricht ist am Graf Münster Gymnasium vorgesehen:

  • eine Stunde erweiterter Basissport für alle Kinder (= dritte Sportstunde)
  • eine Stunde aus folgendem Angebot: Chor, Instrumentalunterricht, Einführung in die Computerbenutzung unter Windows, Schulgarten, Pluskurs Mathematik

FächerangebotBearbeiten

Stand: Schuljahr 2006/2007; alphabetisch geordnet.

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  • Standardfächer
Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Evangelische Religionslehre, Französisch, Geographie/Geologie, Geschichte, Katholische Religionslehre, Kunsterziehung, Latein, Mathematik, Musik, Natur und Technik, Physik, Sozialkunde, Spanisch, Sport, Wirtschaft und Recht, GK Dramatisches Gestalten, GK Elektronik, Ethik
  • Wahlfachangebote
Arbeitsgemeinschaft (AG) Französisch Kochen, AG Jugend debattiert, AG KiK - Kultur im Keller, Big Band, English Drama Group 'the fringe' (englischsprachige Theatergruppe), Fotogruppe, Grafik und Webdesign, Großer Chor, Instrumentalmusik/Bläser, Instrumentalmusik/Streicher, Italienisch, JavaScript, Office-Anwendungen, Orchester, Percussion, Rechtskunde, Robotik, Russisch, Schulgarten, Schulhausgestaltung, Schulspiel, Spanisch, Unterstufenchor, Videogruppe, Türkisch
  • Neigungsgruppen Sport
Basketball, Fechten, Fußball, Moderner Fünfkampf, Schwimmen, Sportklettern, Volleyball, Ringen
  • Profilfächer (Oberstufe)

Elektronik, Kunst- und Mediendesign, Psychologie, Philosophie, Archäologie, Vokalensemble

PartnerschulenBearbeiten

SchülerverbindungenBearbeiten

An der Schule sind drei Schülerverbindungen aktiv.

  • Abituria O. R.
  • Absolvia Bayreuth 1833
  • Bavaria Bayreuth von 1917 e. V.

PersönlichkeitenBearbeiten

Bekannte LehrerBearbeiten

Bekannte SchülerBearbeiten

SonstigesBearbeiten

Im Dezember 2015 wurde dem Graf-Münster-Gymnasium vom Bezirksjugendring Oberfranken der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen.[11]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Neue an seiner alten Schule in: Nordbayerischer Kurier vom 11. Juli 2019, S. 9.
  2. http://gmg-bayreuth.de/das-gmg-stellt-sich-vor/zahlen-fakten
  3. http://did.mat.uni-bayreuth.de/~gmg/geschichte/geschichte.html
  4. Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten, S. 198.
  5. Nach 65 Jahren: Treffen der letzten Abi-Ausnahmen in: Nordbayerischer Kurier vom 24. Juni 2019, S. 12.
  6. Vor 50 Jahren in: Nordbayerischer Kurier vom 11. November 2015, S. 10.
  7. Vor 50 Jahren: Schülerzeitung von Zensur betroffen in: Nordbayerischer Kurier vom 11. April 2018, S. 10.
  8. Vor 50 Jahren in: Nordbayerischer Kurier vom 7. April 2015, S. 10.
  9. Filmemacher, Autor und Jazzmusiker in: Nordbayerischer Kurier vom 9. Oktober 2018, S. 13.
  10. Mehr Mensch als Maschine in: Nordbayerischer Kurier vom 9. Oktober 2017, S. 8.
  11. GMG jetzt „Schule ohne Rassismus“ in: Nordbayerischer Kurier vom 18. Dezember 2015, S. 15.