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Die Wörter Gottesliebe und Liebe Gottes können eine ewige Liebe des Menschen zu Gott als auch eine ewige Liebe Gottes zum Menschen bezeichnen. Die von Gott ausgehende Liebe − im Neuen Testament heißt sie Agape − wird im Sinn einer unendlichen, absolut bedingungslosen Liebe verstanden.

Inhaltsverzeichnis

Altes Testament und jüdische TheologieBearbeiten

So spricht etwa das Alte Testament von Gottes inniger Liebe (hebr. insb. 'ahābā) zu seinem Volk Israel (Hosea 3; 11; Deu 7, 6ff) und auch zu Einzelnen (wie etwa Salomo). Im Bund Gottes mit Israel wird JHWHs Verhältnis als Vertragspartner zugleich charakterisiert mit Worten wie hebr. ḥsd (loyale Verbundenheit), 'mn (Treue, Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit), rḥm (Zärtlichkeit), ḥmn (Bevorzugung). Das Verhältnis zwischen JHWH und Israel wird dem von Vater und Sohn (Ex 4, 22 und Hos 11, 1) sowie Bräutigam und Braut (Hos 1-3 u.ö.; Jer; Ez; Jes) verglichen, auch der Mutter, die ihren Sohn nicht vergessen kann ([Deutero-] Jes 49,15; [Trito-] Jes 66,13). Psalmen verwenden ferner z.B. das Bild des Hirten (Ps 23). Die jüdische Weisheitsliteratur spricht von der Liebe, die den Tod überwindet und auf den gesamten Kosmos bezogen ist (Weish 4,7ff; 11,24). Die rückwendende Liebe Israels zu JHWH korrespondiert dieser vorgängigen Zuwendung JHWHs: „'Israel' und 'JHWH Liebende' können Austauschbegriffe werden“.[1] Die jüdische Theologie des zweiten bis ersten vorchristlichen Jahrhunderts empfiehlt die Feindesliebe und versteht die Liebe „als Inbegriff der Frömmigkeit“.[2]

Neues Testament und christliche TheologieBearbeiten

Neutestamentliche Texte bevorzugen, abweichend vom sonstigen altgriechischen Sprachgebrauch, den Ausdruck agapē, der „zugleich die schöpferische und erlösende Liebe Gottes zur Welt und zum Menschen [beschreibt], die erwidernde Liebe des Menschen zu Gott und die Liebe des Menschen zum Menschen als unausbleibliches Zeugnis der menschlichen Liebe zu Gott.“[3]

Bei Paulus von Tarsus wird die Liebe nicht nur auf Israel, sondern auch die „Feinde“ bezogen (Röm 5,8f u..ä.) und besonders vom Kreuzestod Jesu her interpretiert.[4] Der Hymnus auf die Liebe (1 Kor 13) wird rezeptionsgeschichtlich zu einer „Keimzelle einer christlichen Ethik“.[5] Der Autor des Markus-Evangeliums nennt Jesus den „geliebten Sohn“ bei der Taufe (Mk 1,11); seiner „Verklärung“ (9,7) und zu Anfang des Passionsberichts (12,6), mithin „[a]n drei entscheidenden Punkten der Wirksamkeit Jesu“.[6] Der Autor des Matthäus-Evangeliums verbindet die im anbrechenden „Königreich Gottes“ geschenkte Liebe Gottes mit der Liebe, die der „Jünger“ Gott entgegenbringe (Mt 5).[7] Die johanneische Schule spricht von der Liebe zwischen Vater und Sohn als Lebensquelle (Joh 15,9f; 17,24ff) und identifiziert Gott und „die Liebe“ (1 Joh 4,8.16). Der katholische Theologe Eugen Drewermann erklärt die Gottesliebe zur Voraussetzung des Glaubens.[8]

Islamische TheologieBearbeiten

Termini klassischer islamischer Theologie und arabischer Philosophie für die Liebe Gottes sind u.a. ḥubb und 'ishq. Arabische Philosophen wie Farabi identifizieren (wie schon griechische und christliche Denker) Gott und die absolute Liebe.[9] Avicenna beispielsweise hat dem Thema der von Gott emanierenden Liebe, die sich in jedem Objekt finde und wieder zu Gott strebe, eine eigenständige kurze Abhandlung gewidmet.[10]

Abendländische PhilosophieBearbeiten

Die Liebe zu Gott (amor dei) ist nach den Philosophen Platon, Spinoza und Johann Gottlieb Fichte der höchste moralische Affekt; sie entspringt aus dem Streben des Menschen nach Vollkommenheit.[11]

Thomas von Aquin begründet die natürliche Gottesliebe in der natürlichen Hinneigung des Geschöpfes zu seinem Schöpfer. Er verwendet für diese natürliche Anlage den aristotelischen Ausdruck „aptus natus“ (von Natur aus geeignet).[12]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • M. Arkoun: Art. ʿIs̲h̲ḳ, in: Encyclopaedia of Islam 2. A., Brill, Leiden, Bd. 4 (1997), S. 118f.
  • T. Barrosse: Love (In the Bible), in: New Catholic Encyclopedia, Bd. 8, S. 830–832.
  • Peter Gerlitz et al.: Art. Liebe, in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 21, S. 121–191.
  • Leonard Lewisohn: Divine Love in Islam, in: Yudit Kornberg Greenberg (Hg.): Encyclopedia of love in world religions, Band 1, ABC-CLIO, Santa Barbara 2008, S. 163–166. (online einsehbar)
  • Thomas Söding, Peter Walter: Art. Liebe Gottes, in: Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 6, Sp. 924–926.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. F. Hesse, H. W. Huppenbauer: Art. Liebe, in: Bo Reicke et al. (Hgg.): Biblisch-historisches Handwörterbuch, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1962ff, Bd. 2, S. 1083–1085, hier [Hesse] S. 1083.
  2. Huppenbauer, l.c., 1083, mit Bezug auf den Aristeasbrief, 227f.
  3. So H. Kuhn: Art. Liebe, I.-III., in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 5, 290-318, hier 296.
  4. So z.B. Huppenbauer, l.c., 1085.
  5. Kuhn, l.c., 296.
  6. Huppenbauer, l.c., 1084.
  7. Formulierung nach Huppenbauer, l.c., 1084.
  8. Eugen Drewermann: Nur die Liebe lehrt uns glauben. Publik-Forum Streitschrift, 2011. Vgl.: http://www.erk-bs.ch/veranstaltung/14280
  9. U.a. in: Al-Farabi on the Perfect State, Einleitung, Übersetzung, Kommentar von Richard Walzer, Clarendon Press, Oxford 1985, S. 72ff.
  10. Risāla fī al-'ishq, engl. Übers. Emil L. Fackenheim: A treatise on love by Ibn Sina, in: Medieval Studies 7 (1945), S. 208–228.
  11. Friedrich Kirchner: Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe. Heidelberg, 2. Auflage 1890, S. 220.
  12. Fritz Hoffmann: Die theologische Methode des Oxforder Dominikanerlehrers Robert Holcot, Münster 1972, S. 270.