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Giebringhausen

Ortsteil von Diemelsee (Gemeinde)

Giebringhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee im Landkreis Waldeck-Frankenberg im Nordwesten von Nordhessen.

Giebringhausen
Gemeinde Diemelsee
Koordinaten: 51° 20′ 18″ N, 8° 44′ 2″ O
Höhe: 392 (389–427) m ü. NHN
Fläche: 7,08 km² [LAGIS]
Einwohner: 117 (5. Apr. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34519
Vorwahl: 05633
Karte
Lage von Giebringhausen in Nordhessen
Niederschlagsdiagramm Giebringhausen

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Giebringhausen liegt im Naturraum Vorupländer Hügelland im Naturpark Diemelsee nahe dem Einfluss der durch die Ortschaft fließenden Diemel in den Ostarm des Stausees Diemelsee. Zu den nahen Bergen der Umgebung gehört die Hohe Egge (604,9 m). Die Landesstraße 3082 führt von Sudeck im Nordosten durch Giebringhausen nach Deisfeld im Süden. In Richtung Norden verläuft die Kreisstraße 71 nach Heringhausen am Diemelsee, nach Nordwesten die K 69 nach Stormbruch; von dieser zweigt nahe Giebringhausen die K 70 nach Ottlar im Westsüdwesten ab. Der Gemarkung der Gemeinde werden 708 Hektar[2] zugerechnet.

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1168 wurde der Ort erstmals erwähnt. Die bekannten urkundlichen Zeugnisse finden sich in folgender Übersicht:[3]

  • Gevardinchusen, in (1168) [Kop. 17. Jahrhundert Regesten der Erzbischöfe von Köln 2, S. 166, Nr. 914]
  • Givehardinchusen (1194) [Kop. 14. Jahrhundert Regesten der Erzbischöfe von Köln 2, S. 297–298, Nr. 1482]
  • Givehardinkusen, in (1194) [Kop. 14. Jahrhundert Regesten der Erzbischöfe von Köln 2, S. 299, Nr. 1488]
  • Giveherdinchusen, in (1201) [Urkunden Kloster Bredelar, S. 46–47, Nr. 6]
  • Gyverdinchusz, in (1332–1344) [Urkunden zur Geschichte der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont, bearb. von Louis Curtze, o. J., Exemplar in der Dienstbibliothek des Hessischen Staatsarchivs Marburg, S. 39–50, Nr. 31]
  • Geverdinghausen, in (1376) [Urkunden Kloster Bredelar, S. 207, Nr. 408]
  • Geverinckusen (1537) [HStAM Bestand 127 Nr. 3]
  • Gibbringhausen (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]

Im Jahre 1530 wird erstmals eine Mühle genannt. Ab 1556 wurden große Eisenbergwerke im Tagebau betrieben. „Am Niegelscheid“ in Ortsnähe war vom 17. bis zum 19. Jahrhundert ein Kalksteinbruch in Betrieb, in dem schwarzer Marmor gebrochen wurde. Aus den Marmorbrüchen von Giebringhausen wurde um 1730 das Baumaterial für das Jagdschloss Carlsruhe in Sudeck gewonnen.[4][5] Ein Bergwerk zur Bleigewinnung wurde im Jahre 1730 angelegt, ohne auf abbauwürdige Erze zu treffen.[6] Per Wahlgesetz vom 23. Mai 1849 wurde der Ort durch Emma Fürstin zu Waldeck und Pyrmont dem Wahlkreis VII. des Reichsfürstentums Waldeck-Pyrmont zugeordnet.[7]

EingemeindungenBearbeiten

Am 31. Dezember 1971 bildeten Giebringhausen und zwölf weitere Gemeinden die neue Gemeinde Diemelsee.[8]

KircheBearbeiten

Im Jahre 1542 wird erstmals eine Kapelle als Filial von Adorf erwähnt. Sie soll sich nahe der Diemel befunden haben. Die Giebringhäuser mussten an die Pfarrei den Küsterhafer, den Opferroggen und die Besoldungsfrucht liefern. Zusätzlich musste dem Adorfer Pfarrer ein Fuhrwerk gestellt werden musste, damit dieser zum Gottesdienst, zum Schulexamen oder einem Verstorbenen kommen konnte. Der Gottesdienst in Giebringhausen fand an zehn Sonntagen im Jahr statt. Während der übrigen Zeit musste man nach Sudeck oder Adorf zum Gottesdienst. Konfirmationen, Eheschließungen, Taufen sowie Beisetzungen fanden in Adorf statt.

Erst 1829 bekam der Ort einen eigenen Friedhof (Totenhof). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser eingeebnet. Der heutige Friedhof wurde im Jahr 1906 angelegt.

1841 wurde die heutige Kirche erbaut. Anfang der 1970er Jahre wurde an der Nordseite eine Sargkammer angebaut. Seit den 1950er Jahren wurden immer wieder Renovierungen durchgeführt. Die sich hinter dem Altar befindliche Kanzel wurde abgerissen und eine Neue am Fenster errichtet. Im Jahr 2002 wurde ein großes Fresko des Arolser Künstlers Dieter Blum in einer Nische hinter dem Altar aufgestellt. Das Fresko zeigt den guten Hirten, aus der Bibelstelle „Der Herr ist mein Hirte – mir wird nichts mangeln“ Dieser Psalm, der Psalm 23 befindet sich rechts neben dem Bild. Seit 1960 gehört Giebringhausen zum Kirchspiel Heringhausen.[9]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

  • Im Ort ist eine Bäckerei vorhanden.[10]
  • Weiterhin sind mehrere landwirtschaftliche Betrieb im Ort ansässig

SonstigesBearbeiten

KuriosesBearbeiten

  • Im Jahr 1810 wurde der Giebringhäuser Johann Friedrich Lages im Amtsblatt der Regierung Minden als Vagabund aktenkundig.[12]
  • Im Jahr 1836 wurde der Giebringhäuser Johann Ernst Friedrich Gerhard per Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Düsseldorf zum Militärdienst nach Arolsen einberufen.[13]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stand: 5. April 2019 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 5. April 2019 im Internet Archive).
  2. Stand: 30.06.2016 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 12. August 2016 im Internet Archive).
  3. Giebringhausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Moritz von Engelhardt, Karl von RaumerGeognostische Versuche, Berlin, 1815 Seite 63
  5. Johann Friedrich Blumenbach, Reise ins Waldeckische, 1777 (eingesehen am 23. November 2010) (Memento vom 16. April 2014 im Internet Archive)
  6. Gabert, Kreusler, Schumacher, Waldeckische gemeinnützige Zeitschrift, Band 1, Arolsen, 1837, Seite 163 (Originaldokument)
  7. A. Rauch, Parlamentarisches Taschenbuch enthaltend die Verfassung …, Erlangen, 1849, Seite 200 bis 201 (Originaldokument)
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 408 f.
  9. Artikel aus der Serie: „Kirchen im Waldecker Land“ in der HNA Waldeckische Allgemeine (vom 25. Oktober 2006)
  10. Karl-Martin Gerhardt Bäckerei in Giebringhausen Giebringhausen An der Diemel 1. Abgerufen am 7. August 2019.
  11. Natalie Volkenrath, Waldeckische Landeszeitung, 22. Oktober 2010
  12. Amtsblatt der Regierung Minden, 1810, Seite 262 Originaldokument
  13. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Düsseldorf, 1836, Seite 266 bis 267, (lfd. Nummer 36) Originaldokument