George Takei

US-amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler und politischer Aktivist (gb. 1937)

George Hosato Takei (* 20. April 1937 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler und politischer Aktivist. International bekannt wurde er durch die Rolle des Hikaru Sulu in der Star-Trek-Fernsehserie Raumschiff Enterprise und den nachfolgenden Kinofilmen. Der homosexuelle japanische Amerikaner setzt sich insbesondere für die LGBT-Bewegung ein, ist aber auch für seinen Einsatz gegen Rassismus bekannt.[1]

George Takei (2019)

LebenBearbeiten

George Takei war zwischen seinem fünften und achten Lebensjahr als einer von über 120.000 japanischstämmigen Amerikanern während des Zweiten Weltkriegs als Enemy Alien in ein Internierungslager inhaftiert. Eine Tante und ein Cousin starben beim Atombombenabwurf auf Hiroshima, ein anderer Cousin überlebte in einem Kinderlager auf dem Land. Seine Großmutter überlebte in einem zusammengestürzten Haus etwa 2000 Meter vom Epizentrum entfernt, konnte sich befreien und wurde 104 Jahre alt.[2][3][4][5] Er wurde schon kurz nach seinem Schauspielabschluss an der University of California politisch aktiv. 1973 verpasste er nur knapp die Wahl in den Stadtrat von Los Angeles.

1965 wurde er von Produzent Gene Roddenberry für die Rolle des Lieutenant Hikaru Sulu in der Fernsehserie Star Trek engagiert. Da er wegen seines Engagements in dem Film Die grünen Teufel mit John Wayne für die Hälfte der zweiten Staffel abwesend war, wurde er in den betreffenden Folgen durch Walter Koenig in der Rolle des Pavel Chekov ersetzt. Die Rolle des Hikaru Sulu spielte Takei außer in den insgesamt drei Staffeln der Fernsehserie auch in mehreren Filmen der Star-Trek-Reihe.

George Takei verfasste mehrere Bücher. 1979 schrieb er gemeinsam mit Robert Lynn Asprin den Science-Fiction-Roman Mirror Friend, Mirror Foe. 1994 veröffentlichte er seine Autobiografie To the Stars, die 1997 auf deutsch erschien unter dem Titel Zu den Sternen. In seinem 2012 erschienenen E-Book mit dem Titel Oh Myyy! – On Life, The Internet and Everything wendet sich Takei mit seinen Gedanken und Erfahrungen, vor allem aus den letzten Jahren als starker Nutzer sozialer Medien, an seine Fans.[6] Im Jahr 2020 thematisierte Takei seine Zeit im Internierungslager mit der Graphic Novel They Called us Enemy.[7]

 
George Takei am Chicago Gay & Lesbian Pride 2006

Seit 1987 lebt Takei mit seinem Partner und Manager Brad Altman (* 1954, verheirateter Brad Takei) zusammen.[8] Takeis Mutter verbrachte ihre letzten Jahre bei ihnen und wurde von beiden gepflegt.[9] Im Oktober 2005, mit 68 Jahren, hatte er sein Coming-out, indem er sich in der Zeitschrift Frontiers zu seiner Homosexualität äußerte (die unter seinen Fans schon lange ein offenes Geheimnis war), um die Forderungen nach einer gleichgeschlechtlichen Ehe zu unterstützen. Am 14. September 2008 heiratete er Altman im Japanisch-Amerikanischen Nationalmuseum in Los Angeles vor einem buddhistischen Priester (Takei ist Buddhist).[10] Möglich war dies, nachdem das Oberste Gericht von Kalifornien das Verbot für gleichgeschlechtliche Ehen aufgehoben hatte. Trauzeugen waren seine Kollegen Nichelle Nichols („Lieutenant Uhura“) und Walter Koenig („Navigator Pavel Chekov“).[9]

Takei engagiert sich weiterhin für die Rechte von Homosexuellen.[11] 2008 nahm Takei an der 8. Staffel der britischen Ausgabe des Reality-Fernsehformates I’m a Celebrity … Get Me Out of Here! teil, wo er hinter Martina Navratilova und dem Gewinner Joe Swash den dritten Platz belegte.

Takei wurde seit 2011 auch durch seine Facebook-Seite bekannt, auf der er täglich Bilder und Texte veröffentlicht, oft mit Bezügen zu Science-Fiction, Homosexualität oder Politik. Takeis Seite hatte im Jahr 2012 etwa 1,4 Millionen[12][13] und im Oktober 2015 über 9 Millionen[14] Abonnenten.

Ehrungen und AuszeichnungenBearbeiten

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

SchriftenBearbeiten

  • Zu den Sternen. Die offizielle Autobiographie von George Takei, Star Treks Mr. Sulu. Heel Verlag, Königswinter 1997, ISBN 3-89365-581-6.
  • mit Robert Asprin: Mirror Friend, Mirror Foe. Playboy, 1979, ISBN 0-87216-581-7.
  • They called us Enemy mit Justin Eisinger, Steven Scott & Harmony Becker (Illustration), Cross Cult Verlag 2020, ISBN (deutsch) 396658039X

WeblinksBearbeiten

Commons: George Takei – Album mit Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Barbara Munker, dpa: George Takei – Mr. Sulu aus Star Trek – ist mit 85 lautstarker Aktivist. Als Lieutenant Hikaru Sulu steuerte er das Raumschiff Enterprise. Große Rollen übernimmt er nicht mehr. Mit 85 Jahren gibt er als Aktivist und Autor den Ton an. In: heise.de. Heise Medien, 15. April 2022, abgerufen am 17. April 2022.
  2. Takei’s take Hiroshima – Teil 1: George Takei Remembers Hiroshima. (Video) In: Takei’s take … 3. August 2014, abgerufen am 7. August 2015 (englisch).
  3. Takei’s take Hiroshima – Teil 2: George Takei Remembers Hiroshima. (Video) In: Takei’s take … 14. August 2014, abgerufen am 7. August 2015 (englisch).
  4. Takei’s take Hiroshima – Teil 3: George Takei Reconnects with Family. (Video) In: Takei’s take … 22. August 2014, abgerufen am 7. August 2015 (englisch).
  5. Eric Pfeiffer: George Takei visits Hiroshima and recounts time spent in U.S. internment camp. In: Yahoo News. 6. August 2014, abgerufen am 7. August 2015 (englisch).
  6. On Life, The Internet and Everything. Pre-Order George Takei’s new book “Oh Myyy!” (Nicht mehr online verfügbar.) In: theohmybook.com. Archiviert vom Original am 20. September 2012; abgerufen am 9. April 2022 (englisch, Website zum E-Book Oh Myyy!).
  7. George Takei, Harmony Becker, Justin Eisinger, Steven Scott: They Called Us Enemy. Eine Kindheit im Internierungslager. In: cross-cult.de. 13. Mai 2020, abgerufen am 9. April 2022 (Comic): „Nominiert für den deutschen Jugendliteraturpreis 2021“
  8. Carsten Weidemann George Takei geht immer mit Kuss ins Bett, queer.de, 16. Januar 2008.
  9. a b AP/ala: „STAR-TREK“"-HOCHZEIT – Captain Sulu heiratet Lebensgefährten. spiegel.de, 15. September 2008.
  10. Alex Altman: Q&A: George Takei on Prop 8 (englisch), TIME. 6. November 2008. Abgerufen am 14. August 2010. 
  11. Erste Klagen gegen Volksentscheid. Verbot der "Homo-Ehe" in Kalifornien. In: t-online.de. T-Online, 6. November 2008, abgerufen am 9. April 2022: „Der [...] Schauspieler George Takei zeigte sich besorgt über die Ablehnung der Homo-Ehe. [...] Er sorge sich aber um die jungen Menschen, denen durch das Referendum die Möglichkeit genommen werde, "wirklich zu sein, wer sie sein wollen".“
  12. Alex Knapp: How George Takei Conquered Facebook (englisch). In: Forbes, 23. März 2012. Abgerufen am 13. August 2013. 
  13. Jeremy Cabalona: How George Takei Went From Star Trek to Social Media Superstar (englisch) Mashable. 20. April 2012. Abgerufen am 12. August 2013.
  14. Offizielle Facebook-Seite, abgerufen im Oktober 2015. (englisch)
  15. Biography. (Nicht mehr online verfügbar.) In: The Official Website of George Takei. Hosato Enterprises, archiviert vom Original am 22. September 2001; abgerufen am 5. Februar 2011 (englisch).
  16. First gay asteroid named. pinknews.co.uk, 3. Oktober 2007. (englisch)
  17. The winners are… In: Comicfestival München. Abgerufen am 10. Juni 2021.
  18. Game Over for TakeiCoin. Crypto Frenzy (Blog), 7. März 2014. Abgerufen am 11. März 2016. (englisch)