Hauptmenü öffnen
Gegengleisanzeiger (Zs 6) als Lichtsignal (links) und Formsignal (rechts) Gegengleisanzeiger (Zs 6) als Lichtsignal (links) und Formsignal (rechts)
Gegengleisanzeiger (Zs 6) als Lichtsignal (links) und Formsignal (rechts)
Zusatz­an­zei­ger­be­stü­ckung im DR-Netz bei LED- oder Licht­leit­op­tik

Der Gegengleisanzeiger (Zs 6) ist ein Signal aus der Gruppe der Zusatzsignale.

Nach dem Signalbuch der Deutschen Bahn AG ist seine Bedeutung: Der Fahrweg führt in das Streckengleis entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung.

Es gibt ihn in der Ausführung als Lichtsignal oder Formsignal. Das Formsignal wird nur dann angewendet, wenn an dem Hauptsignal ausschließlich Fahrwege in das Gegengleis möglich sind.

Als Lichtsignal hat er folgendes Aussehen: Ein weiß leuchtender schräger Lichtstreifen, dessen Enden in der Regel senkrecht nach oben und unten abgebogen sind. DV 301: Die Enden können bis auf weiteres nicht abgewinkelt sein.

Als Formsignal: Eine rechteckige schwarze Scheibe mit weißem Rand und einem weißen von rechts nach links steigenden Streifen, dessen Enden senkrecht abgewinkelt sind. Das Formsignal ist rückstrahlend.

Früher hieß das Signal Gleiswechselanzeiger. Die Eisenbahn-Signalordnung (ESO) enthält diesen Begriff bis heute. Im Bereich der ehemaligen Deutschen Bundesbahn wurde der Signalschirm des Gegengleisanzeigers mit einer rautenförmigen Blende verkleidet. Derartige Anzeiger sind heute noch vorhanden. Sie stehen dort auch häufig einzeln hinter den Ausfahrsignalen kurz vor Beginn der freien Strecke.

Bei der ehemaligen Deutschen Reichsbahn hieß das Signal bis zur Harmonisierung der Signalbücher Zs 7. Die auch weiterhin nicht abgewinkelten Enden des Streifens entstehen durch die Nutzung des WSSB-Zusatzanzeigers mit fünf mal neun Lichtpunkten. Ein Lampenstromkreis kann vier oder fünf Lampen 12 V, 6/6 W speisen. Für die bessere Sichtbarkeit werden bei Neubauten zwei Reihen übereinander mit zehn Lichtpunkten genutzt. Auch bei elektronischen Stellwerken mit Ks-Signalen und Zusatzanzeigern in LED- oder Lichtleittechník gibt es nicht abgewinkelte Streifen.

Das Betriebsverfahren, für das Fahren auf dem Gegengleis mit Signal Zs 6 ständig eingerichtet ist, heißt Gleiswechselbetrieb.

Im Bereich der ehemaligen Deutschen Reichsbahn sind die Gegengleisanzeiger im Regelfall am Hauptsignal angebracht und werden für das Gegengleisfahrt-Ersatzsignal mitbenutzt, im Netz der ehemaligen Deutschen Bundesbahn sind Zs 6 häufig alleinstehend vor der letzten Fahrwegverzweigung, die zwischen Regel- und Gegengleis entscheidet, aufgestellt. Dadurch sollten die Fahrstraßen mehrerer Gleise sich einen Zusatzanzeiger teilen. In Stellwerken mit Ks-Signalen wird in diesem Fall der Ersatzsignalbegriff für Fahrten ins Gegengleis durch die Kombination von Zs 1 am Hauptsignal und Zs 6 am einzeln stehenden Zusatzanzeiger signalisiert.

Symbol eines Ge­gen­gleis­an­zei­gers (Zs 6) in si­che­rungs­tech­ni­schen Plä­nen

Das Symbol eines Gegengleisanzeigers in sicherungstechnischen Plänen besteht aus einem weißen Quadrat mit einem schwarzen Dreieck in der linken, oberen Ecke.[1] Dieses Dreieck soll einen nach links oben steigenden Pfeil symbolisieren: „Links oben“ steht dabei für die Überleitung in das Gegengleis (schematisch).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutsche Bahn AG: Richtlinie 819 „LST-Anlagen planen“, Modul 819.9002 „Symbole für sicherungstechnische Pläne“