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Zusatzsignal

ein Signal an einer Eisenbahnstrecke, das dem Triebfahrzeugführer zusätzliche Informationen über die vor ihm liegende Strecke mitteilt
Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Ein Zusatzsignal ist ein Signal an einer Eisenbahnstrecke, das dem Triebfahrzeugführer zusätzliche Informationen über die vor ihm liegende Strecke mitteilt, die durch Hauptsignale allein nicht übermittelt werden können. Ortsfeste Zusatzsignale sind dabei meist am Mast des Haupt- oder Vorsignals angebracht.

ZusatzsignaleBearbeiten

Die folgenden Signale werden im Geltungsbereich der deutschen Eisenbahn-Signalordnung (ESO) angewendet.

Bezeichnung Signalbild Bedeutung Bild
Zs 1 – Ersatzsignal Drei weiße Lichter in Form eines A oder ein weißes Blinklicht. Am Signal Hp 0 oder gestörten Lichthauptsignal ohne schriftlichen Befehl vorbeifahren.    
Zs 2 – Richtungsanzeiger Ein weißleuchtender Buchstabe. Die Fahrstraße führt in die angezeigte Richtung.
Zs 2v – Richtungsvoranzeiger Ein gelbleuchtender Buchstabe. Im Geltungsbereich der DV 301 darf der Richtungsvoranzeiger bis auf weiteres auch weißleuchtend sein. Richtungsanzeiger (Zs 2) erwarten.
Zs 3 – Geschwindigkeitsanzeiger Formsignal:
Eine weiße Kennziffer auf dreieckiger schwarzer Tafel mit weißem Rand. Die Tafel steht in der Regel auf der Spitze; bei beschränktem Raum kann die Spitze nach oben zeigen.

Lichtsignal:
Eine weißleuchtende Kennziffer. Die gezeigte Kennziffer bedeutet, dass der 10-fache Wert in km/h als Fahrgeschwindigkeit zugelassen ist.
Die durch die Kennziffer angezeigte Geschwindigkeit darf vom Signal ab im anschließenden Weichenbereich nicht überschritten werden.    
Zs 3v – Geschwindigkeitsvoranzeiger Eine gelbleuchtende Kennziffer.

Lichtsignal:
Die gezeigte Kennziffer bedeutet, dass der 10-fache Wert in km/h als Fahrgeschwindigkeit zugelassen ist.

Formsignal:
Eine gelbe Kennziffer auf dreieckiger schwarzer Tafel mit gelbem Rand. Das Formsignal ist rückstrahlend.
Geschwindigkeitsanzeiger (Zs 3) erwarten.    
Zs 4 – Beschleunigungsanzeiger (bei Eisenbahnen des Bundes entfallen) Lichtsignal:
Ein nach oben weisender weißer Winkel.

Formsignal:
ein weißes, zur Seite weisendes Dreieck mit rotem Rand, darin ein schwarzes „K“.
Fahrzeit kürzen.
 
links Zs 4, rechts Zs 5
Zs 5 – Verzögerungsanzeiger (bei Eisenbahnen des Bundes entfallen) Lichtsignal:
Ein nach unten weisender weißer Winkel.

Formsignal:
Ein weißes, nach unten gekipptes Rechteck mit rotem Rand, darin ein schwarzes „L“.
Langsamer fahren.
Zs 6 – Gegengleisanzeiger Lichtsignal:
Ein weiß leuchtender schräger Lichtstreifen, dessen Enden in der Regel senkrecht nach oben und unten abgebogen sind. DV 301: Die Enden können bis auf weiteres nicht abgewinkelt sein.

Formsignal:
Eine rechteckige schwarze Scheibe mit weißem Rand und einem weißen von rechts nach links steigenden Streifen, dessen Enden senkrecht abgewinkelt sind. Das Formsignal ist rückstrahlend.
Der Fahrweg führt in das Streckengleis entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung.      
Zs 7 – Vorsichtsignal Drei gelbe Lichter in Form eines V. Am Signal Hp 0 oder am gestörten Lichthauptsignal ohne schriftlichen Befehl vorbeifahren! Weiterfahrt auf Sicht.
Zs 8 – Gegengleisfahrt-Ersatzsignal Drei blinkende weiße Lichter in Form eines A oder ein weißblinkender Lichtstreifen von rechts nach links steigend Am Halt zeigenden oder gestörten Hauptsignal vorbeifahren, der Fahrweg führt in das Streckengleis entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung.
Zs 9 – Bahnübergangstafel (Bü-Tafel) (DV 301) Eine dreieckige, weiße Tafel mit rotem Rand und schwarzem Gatter. Nach dem zulässigen Vorbeifahren an dem Halt zeigenden oder gestörten Lichthauptsignal Halt vor dem Bahnübergang! Weiterfahrt nach Sicherung.
Zs 10 – Endesignal (DS 301) Formsignal:
Ein weißer Pfeil mit der Spitze nach oben auf pfeilförmiger, schwarzer Tafel

Lichtsignal:
Ein weißleuchtender Pfeil mit der Spitze nach oben.
Ende der Geschwindigkeitsbeschränkung.

Das Signal gilt nur für Zugfahrten, die durch Fahrtstellung eines Hauptsignals zugelassen worden sind, und zeigt an, dass eine mit Signal Hp 2 oder mit Signal Zs 3 vorgeschriebene Geschwindigkeitsbeschränkung bereits vor Ende des anschließenden Weichenbereichs aufgehoben ist. Das Formsignal ist rückstrahlend.
Das 1992[1] eingeführte Formsignal wird nicht mehr neu aufgestellt; an seine Stelle traten allein stehende Geschwindigkeitsanzeiger (Zs 3)[2]. Das Lichtsignal kam über den Planungsstatus nicht hinaus.
   
Zs 12 – M-Tafel Eine weiße Tafel mit rotem Rand und rotem „M“ in Schreibschrift. Am Halt zeigenden oder gestörten Hauptsignal auf mündlichen oder fernmündlichen Auftrag vorbeifahren.
Zs 13 – Stumpfgleis- und Frühhaltanzeiger Formsignal:
Ein um 90° nach links umgelegtes gelbes rückstrahlendes „T“ auf einer rechteckigen schwarzen Tafel.

Lichtsignal:
Ein um 90° nach links umgelegtes gelbleuchtendes „T“.
Fahrt in ein Stumpfgleis oder in ein Gleis mit verkürztem Einfahrweg.    
Zs 103 – Rautentafel (DV 301) Eine rechteckige schwarze Tafel mit weißen Rauten. Die Rautentafel ist am Hauptsignal angebracht. Das Halt zeigende Hauptsignal gilt nicht für Rangierabteilungen. Die Rautentafel Zs 103 ähnelt dem Signal für Bahnübergänge namens Rautentafel Bü 2, hat jedoch eine völlig andere Bedeutung.

Die Zusatzsignale Zs 1, Zs 7 und Zs 8 dienen der Zustimmung des Fahrdienstleiters zu einer Zugfahrt mit besonderem Auftrag. Dabei ist zu beachten, dass per Definition die für das Regelgleis geltenden Signale Zs 1 und Zs 7 nicht in Verbindung mit gestörten Formsignalen gelten, wobei gestört bedeutet, dass kein eindeutiges Signalbild gezeigt werden kann, wenn z. B. ein Signalflügel abgebrochen ist oder sich ein Seilzug verklemmt hat. Das Signal Zs 8 als Zustimmung zur Zugfahrt mit besonderem Auftrag ins Gegengleis ist dagegen auch in diesen Fällen als Zustimmung des Fahrdienstleiters zur Zugfahrt erlaubt. Zur Fahrt ins Regelgleis ist an defekten Formsignalen dagegen nur ein Befehl 2 zulässig.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Neues „Endesignal“ Zs 10. In: Eisenbahntechnische Rundschau. Band 41, Nr. 11, 1992, ISSN 0013-2845, S. 711.
  2. Marcel Jelitto: Der anschließende Weichenbereich. In: Deine Bahn. Band 40, Nr. 12, Dezember 2012, ISSN 0948-7263, S. 21–25.