Gangnam-gu

Stadtteil der südkoreanischen Hauptstadt Seoul
Gangnam-gu
강남구

Stadtbezirk von Seoul
Lage von Gangnam in Seoul
Koordinaten 37° 29′ 48″ N, 127° 1′ 39″ OKoordinaten: 37° 29′ 48″ N, 127° 1′ 39″ O
Fläche 39,5 km²
Einwohner 540.148 (2020)
Bevölkerungsdichte 13.675 Einwohner/km²
Die Teheran-ro in Gangnam-gu

Gangnam-gu (Hangeul: 강남구, Hanja: 江南區, selten auch Kangnam geschrieben) ist einer der 25 Stadtbezirke Seouls und liegt südlich des Han-Flusses ( gang ‚Fluss‘, nam ‚süden‘). Es ist ein sehr wohlhabender Stadtteil und die wohlhabendste Gegend in ganz Südkorea. Auf einer Fläche von 39,5 km² leben 540.148 Einwohner.[1]

Gemeinhin bezeichnet das Gebiet Gangnam die heutigen Bezirke Gangnam-gu, Seocho-gu und Songpa-gu. Vor der Besiedlung des Gebiets wurde es vorwiegend Yeongdong (영동/永東) genannt, was östlich von Yeongdeungpo bedeutet. Gangnam-gu liegt zwischen Seocho-gu und Songpa-gu. Im Süden grenzt Gangnam an Seongnam.

In die Popkultur fand der Stadtbezirk Eingang durch das Lied Gangnam Style des Sängers Psy, in dem er unter anderem den Geltungskonsum der Bürger Gangnams parodiert.

BezirkeBearbeiten

Gangnam ist in 26 Verwaltungsbezirke unterteilt:

GeschichteBearbeiten

Zur Zeit der Joseon-Dynastie und bis hinein ins Jahr 1963 gehörte das Land, wo sich der heutige Stadtteil Gangnam befindet, zu den Landkreisen Gwangju-gun und Gwacheon-gun in der Provinz Gyeonggi. Das Gebiet wurde landwirtschaftlich genutzt für den Anbau von Kohl und Birnen. 1963 wurde das Land der Stadtadministration von Seoul unterstellt.[2] Durch die rapide Industrialisierung erlebte Seoul ein rasantes Bevölkerungswachstum. Während die Stadt 1953 noch eine Million Einwohner hatte, waren es 1960 2,45 Millionen.[3] Zu dieser Zeit gab es in Seoul nur zwei Brücken, die über den Hanfluss führten. Daraus resultierten Bestrebung, südlich des Flusses im Gebiet Gangnam neue Wohnflächen zu bauen. Mit der Fertigstellung der Hanfluss-Brücke (heute Hannam-Brücke) im Jahr 1969, beschleunigte sich der Wohnungsbau südlich des Flusses. 1970 wurde der Gyeongbu Expressway eröffnet, eine Autobahn, die Gangnam mit dem alten Stadtkern verbindete. Die Stadtregierung Seoul bot verschiedene Anreize für die Entwicklung Gangnams, unter anderem mit Steuerbegünstigungen. 1975 wurde in Gangnam das Express Bus Terminal fertiggestellt. So entwickelte sich der Stadtteil zu einem bedeutenden Verkehrsknoten. Weiterhin wurden das Ministerium für Handel, Industrie und Energie, sowie zahlreiche Schulen nach Gangnam verlagert.[4]

WirtschaftBearbeiten

Gangnam-gu ist neben Jung-gu, Jongno-gu, Yongsan-gu und Yeongdeungpo-gu der wichtigste Wirtschaftsbezirk Seouls. Unter anderem sitzen in Gangnam-gu die KEPCO, GS Group, Hyundai Department Store Group, HITEJinro, Hansol, Hankook Tire, GLOVIS, die Korea Zinc Corporation, Dongbu Fire Insurance, Young Poong Group, T’way Airlines und Hankook P&G. POSCO hat eine Niederlassung in Teheran Valley und KT&G betreibt den Kosmo Tower. In Gangnam befinden sich zahlreiche IT- und Internet-Unternehmen, darunter NC Soft und Pandora TV, sowie Unternehmen aus dem Finanz- und Bankensektor. Auch internationale Unternehmen wie Google, IBM und Toyota und AMI haben eine Niederlassung in Gangnam.

Des Weiteren gilt Gangnam-gu als Zentrum des K-Pop. In Gangnam-gu befinden sich die Unternehmenszentralen von FNC Entertainment, SM Entertainment, JYP Entertainment, Cube Entertainment, Pledis Entertainment, Kakao M (Edam, ehemals LOEN), DSP Media, MBK Entertainment, Nega Network, C-JeS Entertainment, WM Entertainment, NH Media, J. Tune Entertainment, TOP Media, Happy Face Entertainment, Dream Tea Entertainment, Polaris Entertainment, Jellyfish Entertainment, Stardom Entertainment und weitere.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Der Eingang des COEX Aquarium, ein Schauaquarium.

Die bekannte Teheran-ro zählt als Zentrum der Wirtschaft zu den Sehenswürdigkeiten und führt von der Gangnam Station zur Samseong Station und der COEX Mall. Außerdem befinden sich in Gangnam-gu die beliebten Einkaufsstraßen in Apgujeong sowie die Gegend bei der Gangnam Station und die Garosugil. In Cheongdam-dong befinden sich zahlreiche Geschäfte für Luxusmarken. Apgujeong, Garosugil und Cheongdam-dong gelten als Modezentren.[5]

Weitere Sehenswürdigkeiten und touristische Attraktionen sind:

GalerieBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 주민등록 인구 및 세대현황. Ministry of the Interior and Safety, abgerufen am 5. September 2020 (koreanisch).
  2. Gangnam-gu History. In: Gangnam. Abgerufen am 3. September 2020 (englisch).
  3. Kang Myung-Gu: Development of Gangnam. In: Seoul Solution. 24. Juni 2015, abgerufen am 3. September 2020 (englisch).
  4. Yooil Bae, Yu-Min Joo: The Making of Gangnam: Social Construction and Identity of Urban Place in South Korea (= Urban Affairs Review). 14. Februar 2019 doi:10.1177/1078087419827645 (englisch).
  5. Kim Rahn: Three Gangnam districts show latest fads. In: The Korea Times. 28. Juli 2011, abgerufen am 6. September 2020 (englisch).

WeblinksBearbeiten

Commons: Gangnam-gu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien