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Fußball-Weltmeisterschaft 1938/Viertelfinale

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1938, die in Frankreich stattfand und die dritte Austragung einer Fußball-Weltmeisterschaft war, kam es im Viertelfinale zu fünf Begegnungen, weil das Spiel zwischen Brasilien und der Tschechoslowakei zunächst unentschieden endete und daher wiederholt werden musste. Im Einzelnen kam es im Viertelfinale zu folgenden Partien:

Inhaltsverzeichnis

Brasilien – Tschechoslowakei 1:1 n. V. (1:1, 1:0)Bearbeiten

Brasilien Tschechoslowakei
Brasilien 
12. Juni 1938 in Bordeaux (Stade du Parc Lescure)
Zuschauer: 22.021
Schiedsrichter: Pál von Hertzka (Ungarn 1918  Ungarn)
Spielbericht
Tschechoslowakei 


WalterArthur Machado, DomingosMartim (C) , Afonsinho, Zezé ProcópioJosé Perácio, Hércules, Leônidas, Lopes, Romeu
Trainer: Adhemar Pimenta
František Plánička (C) Jaroslav Burgr, Ferdinand DaučíkJosef Košťálek, Jaroslav Bouček, Vlastimil KopeckýJan Říha, Ladislav Šimůnek, Josef Ludl, Oldřich Nejedlý, Antonín Puč
Trainer: Josef Meissner
  1:0 Leônidas (30.)
  1:1 Nejedlý (65., Foulelfmeter)
Platzverweise: Zezé Procópio (14.), Machado (89.) Platzverweis: Říha (89.)

Zum SpielBearbeiten

Brasilien hatte sich durch ein 6:5 nach Verlängerung gegen Polen für das Viertelfinale qualifiziert. Die Begegnung hat WM-Geschichte geschrieben und wird zu den "besonderen" WM-Spielen gezählt. Grund war das mitreißende Torjägerduell zwischen dem Brasilianer Leonidas und dem Polen Wilimowski, die sich mit drei bzw. vier Toren am Torfestival beteiligten. Der amtierende Vizeweltmeister Tschechoslowakei hatte sich mit einem 3:0 nach Verlängerung gegen die Niederlande durchgesetzt. In Bordeaux war das Spiel von großer Härte geprägt. Es gab drei Platzverweise und bei der CSR kamen bei Torjäger Nejedly ein Beinbruch und bei Torhüter und Kapitän Planicka ein Unterarmbruch hinzu. Beide fielen für das Wiederholungsspiel am 14. Juni aus.

Ungarn – Schweiz 2:0 (1:0)Bearbeiten

Ungarn Schweiz
Ungarn 
12. Juni 1938 in Lille (Stade Victor Boucquey)
Zuschauer: 15.000
Schiedsrichter: Rinaldo Barlassina (Italien 1861  Italien)
Spielbericht
Schweiz 


Antal SzabóLajos Korányi, Sándor BíróAntal Szalay, József Turay, Gyula LázárFerenc Sas, György Sárosi (C) , Vilmos Kohut, Gyula Zsengellér, Jenő Vincze
Trainer: Károly Dietz & Alfréd Schaffer
Willy HuberSeverino Minelli (C) , August LehmannHermann Springer, Sirio Vernati, Ernest LörtscherLauro Amadò, André Abegglen, Alfred Bickel, Eugène Walaschek, Tullio Grassi
Trainer: Karl Rappan
1:0 Sárosi (40.)
2:0 Zsengellér (89.)

Zum SpielBearbeiten

Die Mannschaft von Trainer Alfréd Schaffer hatte sich mit einem mühelos herausgespielten 6:0 gegen Niederländisch-Indien für das Spiel gegen die Schweiz qualifiziert, die sich im Wiederholungsspiel am 9. Juni in Paris mit einem 4:2-Erfolg gegen Deutschland durchgesetzt hatte. Trainer Karl Rappan hatte Verteidiger und Kapitän Severino Minelli und den linken Flügelstürmer Georges Aeby zu ersetzen und zudem nur zwei Tage zur Erholung für seine "Nati" gehabt - gegenüber sechs Tage der Ungarn. Als Mittelstürmer Sarosi sein Team kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung gebracht hatte, war das schon die Vorentscheidung. Die müden Eidgenossen hatten es nur dem starken Torwart Willy Huber zu verdanken, dass sich das berühmte ungarische Kombinationsspiel lediglich mit dem 2:0 in der 89. Minute durch Zsengeller niederschlug.

Schweden – Kuba 8:0 (4:0)Bearbeiten

Schweden Kuba
Schweden 
12. Juni 1938 in Antibes (Stade du Fort Carré)
Zuschauer: 7000
Schiedsrichter: Augustin Krist (Tschechoslowakei 1920  Tschechoslowakei)
Spielbericht
Kuba 


Henock AbrahamssonOlle Källgren, Ivar ErikssonKurt Svanström, Sven Jacobsson, Erik AlmgrenHarry Andersson, Arne Nyberg, Gustav Wetterström, Tore Keller (C) , Sven Jonasson
Trainer: József Nagy (Ungarn 1918  Ungarn)
Benito CarvajalesJacinto Barquín, Manuel ChorensJosé Antonio Rodríguez, Joaquín Arias, Pedro BergesHector Socorro, Juan Tuñas, Juan Alonzo, Pedro Ferrer, Tomás Fernández (C) 
Trainer: José Tapia
  1:0 Andersson (9.)
  2:0 Wetterström (22.)
  3:0 Wetterström (37.)
  4:0 Wetterström (44.)
  5:0 Keller (80.)
  6:0 Andersson (81.)
  7:0 Nyberg (84.)
  8:0 Andersson (89.)
Das 8:0 war das 200. WM-Tor   Fernández (Kuba) scheitert mit Foulelfmeter an Abrahamsson (42.)

Zum SpielBearbeiten

Die Schweden, betreut von Trainer József Nagy, waren kampflos in das Viertelfinale gekommen, da Österreich durch den Anschluss an Deutschland nicht mehr antreten konnte. Kuba das durch den Verzicht von Argentinien zur WM gekommen war, hatte sich im Wiederholungsspiel mit 2:1-Toren überraschend gegen Rumänien durchgesetzt. Die ausgeruhten Schweden setzten sich überlegen mit 8:0-Toren gegen das Team aus der Karibik durch. Zwei kräftezehrende Spiele gegen Rumänien und nur zwei Tage Erholung, zudem die anstrengende Reise von Toulouse nach Antibes, konnten die Mannen aus Kuba nicht wegstecken.

Italien – Frankreich 3:1 (1:1)Bearbeiten

Italien Frankreich
Italien 
12. Juni 1938 in Colombes (Stade Olympique Yves-du-Manoir)
Zuschauer: 58.455
Schiedsrichter: Louis Baert (Belgien  Belgien)
Spielbericht
Frankreich 


Aldo OlivieriPietro Rava, Alfredo FoniPietro Serantoni, Miguel Andreolo, Ugo LocatelliAmedeo Biavati, Giuseppe Meazza (C) , Silvio Piola, Giovanni Ferrari, Gino Colaussi
Trainer: Vittorio Pozzo
Laurent Di LortoHéctor Cazenave, Étienne Mattler (C) Jean Bastien, Auguste Jordan, Raoul DiagneAlfred Aston, Oscar Heisserer, Jean Nicolas, Edmond Delfour, Émile Veinante
Trainer: Maurice Cottenet
  1:0 Colaussi (9.)

  2:1 Piola (51.)
  3:1 Piola (72.)

  1:1 Heisserer (10.)

Zum SpielBearbeiten

Titelverteidiger Italien, angeführt von Trainer Vittorio Pozzo, hatte sich im Achtelfinale gegen Norwegen schwer getan. Die von Asbjørn Halvorsen betreuten Skandinavier erzielten in der 83. Minute den 1:1-Ausgleich und der überragende Stürmer der Squadra Azzurra, Silvio Piola, konnte erst in der Verlängerung den 2:1-Endstand herstellen. Der WM-Veranstalter Frankreich hatte sich dagegen verdient mit 3:1-Toren gegen Belgien durchgesetzt. Die frühe 1:0-Führung der Pozzo-Mannschaft durch Colaussi in der 9. Minute konnte umgehend durch Heisserer ausgeglichen werden. Bis zur Halbzeit passierte nichts mehr. Nach dem Seitenwechsel versetzte Piola mit zwei Treffern der Équipe Tricolore das WM-Aus.

Wiederholungsspiel: Brasilien – Tschechoslowakei 2:1 (0:1)Bearbeiten

Brasilien Tschechoslowakei
Brasilien 
14. Juni 1938 in Bordeaux (Stade du Parc Lescure)
Zuschauer: 18.141
Schiedsrichter: Georges Capdeville (Frankreich  Frankreich)
Spielbericht
Tschechoslowakei 


WalterJaú, BrandãoRoberto, Argemiro, BrittoLuisinho, Tim, Leônidas (C) , Lopes, Patesko
Trainer: Adhemar Pimenta
Karel BurkertJaroslav Burgr (C) , Ferdinand DaučíkJosef Košťálek, Jaroslav Bouček, Vlastimil KopeckýArnošt Kreuz, Václav Horák, Josef Ludl, Karel Senecký, Oldřich Rulc
Trainer: Josef Meissner

  1:1 Leônidas (57.)
  2:1 Roberto (63.)
  0:1 Kopecký (25.)

Zum SpielBearbeiten

Brasiliens Trainer Ademar Pimenta hatte die Seleção gegenüber dem ersten Spiel auf neun Positionen verändert. Die tschechoslowakische Mannschaft dagegen war sichtlich müde und durch die verletzungsbedingten Verluste von Torhüter Planicka und Torjäger Nejedly auch deutlich sportlich geschwächt. Nach dem Ausgleichstreffer von Leonidas in der 57. Minute hatte die Mannschaft von Trainer Josef Meissner den Südamerikanern nichts mehr entgegenzusetzen.

LiteraturBearbeiten

  • Hardy Grüne: Fußball WM Enzyklopädie. 1930–2006. AGON Sportverlag, Kassel 2002, ISBN 3-89784-205-X.
  • Robert Franta: III. Fussballweltmeisterschaft 1938 in Frankreich. Dokumentation. Bearbeitet von Rolf G. Meyer. AGON, Kassel 1995, ISBN 3-928562-21-5.

Weblinks/QuellenBearbeiten