Friedrich Hartmann (Militärwissenschaftler)

deutscher Lehrer, Hochschullehrer, Mathematiker, Offizier, Militärwissenschaftler und Geodät

Friedrich Hartmann (auch: Georg Friedrich Hartmann und Johann Georg Friedrich Hartmann; * 4. Juli 1796[1][Anm. 1] in Elbingerode;[2]23. August 1834 in Hannover) war ein deutscher Hochschullehrer, Mathematiker, Kapitän, Militärwissenschaftler[1] und Geodät.[3]

LebenBearbeiten

Friedrich Hartmann wurde während der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover zur Zeit des Kurfürstentums Hannover geboren.[1] Nach der sogenannten „Franzosenzeit“ und der Gründung des Königreichs Hannover lernte er ab 1814 zunächst als Bergeleve,[4] bevor er 1816[5] in das Artillerieregiment in Hannover eintrat.[5] Der 1817 zum Hauptmann Ernannte[4] lehrte ab 1821 als Lehrer der praktischen Geometrie[1] zusammen mit Georg Wilhelm Müller an der dortigen Königlich Hannoverschen Artillerieschule und der Generalstabsakademie.[5] Von 1823 bis 1833 arbeitete er unter Carl Friedrich Gauß an der Hannoverschen Grad- und Landesvermessung:[1] Die „Hannoversche Landestriangulation“ leitete Gauß, der auch die Berechnungen durchführte, während die Offiziere Joseph Gauß, Georg Wilhelm Müller und Friedrich Hartmann die örtlichen Arbeiten ausführten.[3] In den Jahren 1830 und 1831 beobachtete Hartmann das Dreiecksnetz im Westen Oldenburgs.[6]

Während einer Sitzung der Astronomischen Gesellschaft zu London am 11. Juni 1830 wurde von einem Brief von Hartmann an J. T. W. Herschel berichtet mit der „Beschreibung eines Instrumentes, den der Optiker Hohnbaum zu Hannover nach seiner Anleitung für ihn verfertiget hat.“[7]

1831 schied Hartmann als Hauptmann aus dem aktiven Militärdienst in der Armee des Königreichs Hannover aus und begann an der im selben Jahr eröffneten der „Höheren Gewerbeschule“[3] – ab 1847 als Polytechnische Schule geführt – als Lehrer für praktische Geometrie und geometrisches Zeichnen.[1]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Über die Correctheit der mit dem doppelt repetirenden Theodolith gemessenen Winkel usw., in: Astronomische Nachrichten, VII, 1829
  • Anfangsgründe der darstellenden Geometrie, Hannover 1833

LiteraturBearbeiten

  • Wilhelm Rothert: Allgemeine Hannoversche Biographie, Band 2: Im Alten Königreich Hannover 1814–1866. Sponholtz, Hannover 1914, S. 540[1]
  • Horst Michling: Friedrich Hartmann (1796–1834). Artillerie-Offizier und Lehrer am Polytechnikum. In: Mitteilungen / Gauss-Gesellschaft e.V., Göttingen: Gauss-Gesellschaft, 1989[1]
  • Horst Michling: Friedrich Hartmanns Harztriangulation vom Jahre 1833. In: Mitteilungen / Gauss-Gesellschaft e.V., Göttingen: Gauss-Gesellschaft, 1990[1]

ArchivalienBearbeiten

Archivalien von und über Friedrich Hartmann finden sich beispielsweise

  • als Postkarte des Königreichs Hannover und den angrenzenden Ländern, Maßstab: 1:500.000, Vermesser/Zeichner: Artillerieleutenant F. Hartmann, Postregistrator L. Pieper, Druck und Verlag: Hahn`sche Hof-Buchhandlung, Hannover, entstanden zwischen 1830 und 1850, im Niedersächsischen Landesarchiv (Standort Oldenburg), Archivsignatur NLA OL K-ZE Best. 298 Z Nr. 1821[8]
  • ebenso, Archivsignatur NLA OL K-ZE Best. 298 Z Nr. 850 a/b[9]

AnmerkungenBearbeiten

  1. Abweichend wird das Geburtsdatum 17. Juli 1796 genannt; vergleiche die Mitteilungen / Gauss-Gesellschaft e.V., Göttingen: Gauss-Gesellschaft, 1990, S. 31; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h i o. V.: Hartmann, Johann Georg Friedrich in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Version vom 12. Oktober 2010, zuletzt abgerufen am 15. Juli 2019
  2. Mitteilungen / Gauss-Gesellschaft e.V., Göttingen: Gauss-Gesellschaft, 1990, S. 31; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  3. a b c Allgemeiner Harz-Berg-Kalender, Bände 1991–1996, S. 55 u.ö.; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  4. a b Johann Christian Poggendorff: Hartmann, Johann Georg Friedrich, in ders.: Biographisch-literarisches Handwörterbuch der exakten Naturwissenschaften, Sp. 1025f.; Digitalisat über Google-Bücher
  5. a b c o. V.: Die Triangulation des Königreichs Hannover durch C. F. Gau0 (1821 – 1844), in: C. F. Gauss und die Landesvermessung in Niedersachsen, Hrsg. von der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung, Hannover: Niedersächsisches Landesvermessungsamt, 1955, S. 88
  6. Oldenburger Jahrbuch, Bände 59–60, Isensee Verlag, 1960, S. 57
  7. Franz von Paula Gruithuisen: Analekten für Erd- und Himmels-Kunde, Heft 7, München: Joh. Palm'sche Buchhandlung, 1831, S. 56; Digitalisat über Google-Bücher
  8. Vergleiche die Angaben über das Archivinformationssystem Arcinsys Niedersachsen Bremen
  9. Vergleiche die Angaben über Arcinsys Niedersachsen Bremen