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Freiwilliger Wehrdienst (FWD) ist in Deutschland ein Dienstverhältnis für Soldat (Deutschland) (§ 58b Soldatengesetz) in einer Laufbahn der Mannschaften der Bundeswehr. Er dauert mindestens 7 und maximal 23 Monate. Seit Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland 2011 heißt er offiziell „Freiwilliger Wehrdienst als besonderes staatsbürgerliches Engagement“.[1] Wer freiwillig Wehrdienst leistet, heißt Freiwillig Wehrdienst Leistender (FWDL).

GeschichteBearbeiten

Für Wehrpflichtige wurde zum 1. Januar 1996 die Möglichkeit eröffnet, als freiwillig Wehrdienst Leistende bis zu 23 Monate bei erhöhtem Sold zu dienen. Nach Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht steht der freiwillige Wehrdienst allen geeigneten deutschen Frauen und Männern ab dem vollendeten 17. Lebensjahr offen. Die Vollzeitschulpflicht muss zuvor erfüllt worden sein.

Insgesamt dienen in der Bundeswehr mit Stand Ende November 2017 fast 8.800 Freiwillig Wehrdienstleistende.

Abgrenzung zum Soldaten auf ZeitBearbeiten

Soldaten, die in der Bundeswehr Freiwilligen Wehrdienst leisten, weisen aufgrund der Freiwilligkeit des Dienstes gewisse Ähnlichkeit mit Soldaten auf Zeit auf, werden jedoch nicht vereidigt und erhalten Leistungen ausschließlich nach dem Wehrsoldgesetz (WSG) und dem Unterhaltssicherungsgesetz (USG). Ihr Dienstverhältnis begründet sich nach § 58b Soldatengesetz und nicht nach den Vorschriften für Soldaten auf Zeit.

LaufbahnBearbeiten

Freiwilliger Wehrdienst wird ausschließlich in einer Laufbahn der Mannschaften geleistet. Zum Ende der Dienstzeit ist bei Eignung und Bedarf eine Übernahme als Soldat auf Zeit und ggf. ein Laufbahnwechsel möglich. Wer die Bundeswehr verlässt und gleichzeitig als Reservist in eine Laufbahn der Fachunteroffiziere der Reserve, Feldwebel der Reserve oder Offiziere der Reserve wechselt, wird bei Dienstzeitende zum Unteroffizier bzw. Fahnenjunker der Reserve befördert.

Für das Haushaltsjahr 2017 waren für bis zur Höchstgrenze von 5.000 Hauptgefreiten, 3.750 Obergefreiten, 1.875 Gefreiten und 1.875 Soldaten (insgesamt 12.500 Dienstposten) Haushaltsmittel eingeplant, gleichzeitig für bis zu 3.000 Reservistendienst Leistende im Jahresdurchschnitt. Die Anzahl der freiwillig Wehrdienst Leistenden darf aus finanzpolitischer Sicht um die Anzahl der nicht in Anspruch genommenen Planstellen für Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit überschritten werden.[2]

BeförderungBearbeiten

Frühestens nach dem dritten Dienstmonat werden die Soldaten zum Gefreiten, frühestens nach sechs Monaten zum Obergefreiten und frühestens nach zwölf Monaten zum Hauptgefreiten befördert.

BesoldungBearbeiten

Die freiwillig Wehrdienst Leistenden erhalten zusätzlich zum Wehrsold einen Wehrdienstzuschlag. Der Zuschlag beträgt vom ersten bis zum sechsten Dienstmonat 16,50 € pro Tag, ab dem siebten bis zum zwölften Dienstmonat 22,50 € pro Tag, vom 13. bis 18. Dienstmonat 24,50 € pro Tag und vom 19. bis zum 23. Monat 26,50 € pro Tag.

Der Wehrsold wurde für Freiwillig Wehrdienstleistende am 1. November 2015 um zwei Euro auf 11,41 € bis 13,71 € pro Tag erhöht.[3]

Damit erhalten sie ein sozialabgabenfreies, teilweise steuerfreies, monatliches Einkommen, das ab dem siebten Monat 1000 € übersteigt, sowie kostenlose Unterkunft, Verpflegung und unentgeltliche truppenärztliche Versorgung.[4] Darüber hinaus erhalten sie eine "besondere Zuwendung" (Weihnachtsgeld) und ein Entlassungsgeld von 96 € pro Dienstmonat.

Seit dem 1. Januar 2014 sind steuerpflichtig: Wehrdienstzuschlag, besondere Zuwendung, Entlassungsgeld, erhöhter Wehrsold für besondere zeitliche Belastung, besondere Vergütung (vergleichbar Erschwerniszulagen) und Verpflegung. Unverändert steuerfrei sind Wehrsoldtagessatz, doppelter Wehrsold bei Verwendung im Ausland, Auslandsverwendungszuschlag, Bekleidung, unentgeltliche truppenärztliche Versorgung. In den besonderen Fällen in denen keine Verpflichtung zum Wohnen in Gemeinschaftsunterkunft besteht, ist die Unterkunft steuerpflichtig. Jedoch wirkt sich die Steuerpflicht wegen des geringen Einkommens und bei Berücksichtigung von Freibeträgen oft nicht aus (sofern keine hohen anderen Einkünfte anfallen).[5]

AuslandseinsatzBearbeiten

Mit Verpflichtung zum freiwilligen Wehrdienst ab zwölf Monate muss sich der Bewerber einverstanden erklären, an Auslandseinsätzen der Bundeswehr teilzunehmen. Ob es zu einem Einsatz kommt, hängt vom Einsatz der jeweiligen Einheit und der Verwendung und dem Ausbildungsstand des einzelnen Soldaten ab.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. vgl. amtliche Überschrift von § 58b SG
  2. Bundeshaushaltsplan 2017. Einzelplan 14. Bundesministerium für Finanzen, S. 130, abgerufen am 31. Oktober 2017.
  3. bundeswehr.de: Attraktivität der Vergütung. In: www.bundeswehr.de. Abgerufen am 23. November 2015.
  4. "Freiwilliger Wehrdienst FWD" auf bundeswehr-karriere.de. Abgerufen am 18. März 2012.
  5. BMVg.de: Neues Gesetz: Besteuerung der Geld- und Sachbezüge nach dem Wehrsoldgesetz. In: www.bmvg.de. Abgerufen am 23. November 2015.