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Flarchheim ist ein Ortsteil der Landgemeinde Unstrut-Hainich im thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis.

Flarchheim
Landgemeinde Unstrut-Hainich
Koordinaten: 51° 7′ 37″ N, 10° 28′ 52″ O
Höhe: 216 m ü. NHN
Fläche: 11,86 km²
Einwohner: 417 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2019
Postleitzahl: 99986
Vorwahl: 036028
Flarchheim von Südosten; im Hintergrund der Hainich

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt in einer Höhenlage zwischen 200 und 225 m ü. NN am Südostrand des Hainich. Durch den Ort fließt von Südwest nach Nordost der im Hainich entspringende Eichbach, der nach dem Zusammenfluss mit dem Rispelbach unweit östlich des Ortes Suthbach heißt und wenig später rechtsseits in die Unstrut fließt. Der Ort ist eingebettet in ein sanft gewelltes Hügelland. Der oberflächennahe geologische Untergrund wird von Kalken und Tonen des Keupers gebildet, denen eine Lössschicht aufgelagert ist. Die fruchtbaren Böden im Umkreis werden fast ausschließlich beackert. Im Südwesten hat Flarchheim einen großen Anteil an den Wäldern des Hainich. Die Gemarkung reicht dort bis in eine Höhe von 430 m ü. NN im Flarchheimer Oberholz. Im Norden hat Flarchheim Anteil am Speicher Seebach, dem größten Speichersee im Unstrut-Hainich-Kreis.

GeschichteBearbeiten

Die Steinkiste von Flarchheim ist eine 1,55 m Länge und 1,02 m Breite Anlage der Kugelamphorenkultur, die sich heute im Heimatmuseum Mühlhausen befindet.

Die Namenendung -heim deutet auf eine fränkische Gründung hin. 980 wird der Ort erstmals in einer Urkunde des Klosters Fulda erwähnt. Am 27. Januar 1080 kommt es zur Schlacht bei Flarchheim im Zuge des Sachsenkrieges des Königs Heinrich IV. und Vratislavs II. von Böhmen.

Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Langensalza und nach seiner Abtretung an Preußen von 1816 bis 1944 zum Landkreis Langensalza in der Provinz Sachsen.

Anfang der 1960er-Jahre muss Flarchheim einen großen Teil seiner Gemarkung im Westen zum Aufbau des Truppenübungsplatzes „Weberstedt“ an die Nationale Volksarmee verkaufen. Die Flächen gehören seit 31. Dezember 1997 dem Nationalpark Hainich an. Flarchheim trägt seither den Titel „Nationalparkgemeinde“.

Seit 1993 gehörte Flarchheim zur Verwaltungsgemeinschaft Unstrut-Hainich, deren Mitgliedsgemeinden sich zum 1. Januar 2019 bis auf Schönstedt zur Landgemeinde Unstrut-Hainich zusammenschlossen.[1]

PolitikBearbeiten

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Der Rat der Gemeinde Flarchheim bestand aus 6 Ratsfrauen und Ratsherren.

  • CDU 4 Sitze
  • FW 1 Sitz
  • FW DU 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)

Nach der Kommunalwahl 2014 bestand der Gemeinderat aus 6 Mitgliedern.[2]

Der letzte ehrenamtliche Bürgermeister Dietmar Ohnesorge wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[3]

SonstigesBearbeiten

  • Das Wahrzeichen Flarchheims war die um 1909 gepflanzte Allee aus Pyramidenpappeln an der Ortsverbindungsstraße nach Oppershausen. Die Pappeln wurden aus Gründen der Verkehrssicherheit 2007 gefällt und 2008 durch eine Allee aus Säuleneichen ersetzt.
  • Als Zeugnisse eines oft derben Volkshumors bildeten sich bereits vor Jahrhunderten Besonderheiten des jeweiligen Dorfes charakterisierende Neck- und Spitznamen heraus. Demnach lebten hier im Ort die Flarchheimer Heuochsen.[4]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Abraham Bock (1531–1603), kursächsischer Hofbeamter und Rittergutsbesitzer, erhielt 1565 Anwartschaft auf das Rostsche Gut
  • Friedrich Polack (1835–1915), Pädagoge
  • Erich Röth (1895–1971), u. a. thüringischer Mundartforscher

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 14/2018 S. 795 ff., aufgerufen am 13. Januar 2019
  2. http://www.flarchheim.de/politik/mitglieder.php?gremium=2680
  3. Kommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Abgerufen am 6. Juni 2010.
  4. Rolf Aulepp: Spitznamen der Orte und ihrer Bewohner im Kreise Mühlhausen. In: Eichsfelder Heimathefte. Bd. 27, Nr. 1, 1987, ISSN 0232-8518, S. 78–83.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Flarchheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien