Feldhandball-Bundesliga 1973

Feldhandball-Bundesliga 1973
Meister TV Großwallstadt
Mannschaften 16
Spiele 117
Tore 3207 (ø 27,41 pro Spiel)
Deutsche Feldhandball-Pokalrunde 1972

Die Feldhandball-Bundesliga 1973 war die sechste und letzte vom DHB ausgerichtete Bundesliga-Runde im deutschen Feldhandball. Die Spiele um die 23. Feldhandball-Meisterschaft des DHB wurden in einer Nord- und einer Süd-Staffel zwischen dem 31. März und dem 15. Juli 1973 ausgetragen; das Endspiel fand am 15. Juli 1973 in Wetzlar vor 3.500 Zuschauern statt.

Neuer Deutscher Meister wurde der TV Großwallstadt, der die abschließende Finalrunde der Nord- und Süd-Liga mit einem 13:10 im Endspiel gegen die SVH Kassel für sich entscheiden konnte. Der TVG feierte damit den ersten Handball-Titel der Vereinsgeschichte.

ModusBearbeiten

Auch diese letzte Bundesliga-Runde wurde in zwei Staffeln (Nord und Süd) mit je acht Mannschaften ausgetragen, die in Hin- und Rückspielen die jeweiligen Staffelsieger ermittelten. Die Ersten und Zweiten der beiden Staffeln waren für die Teilnahme am Halbfinale qualifiziert, welches ebenfalls in Hin- und Rückspiel ausgetragen wurde; die beiden Halbfinalsieger bestritten das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft.

Da die Bundesliga am Ende der Saison aufgelöst wurde und die Mannschaften in die Regionalligen zurückgestuft wurden, gab es in diesem Jahr keine Aufsteiger/Absteiger.

Zusammenfassung SaisonverlaufBearbeiten

Im Norden war wie im Vorjahr Eintracht Hagen, die erst zur Saison 1972 in die Bundesliga aufgestiegen war, Staffelsieger geworden. Im Süden hatte sich Kassel knapp gegen Großwallstadt durchgesetzt; wegen Punktgleichstand nach dem letzten Spieltag der Staffel musste am 23. Juni in Butzbach zwischen den beiden Teams ein Entscheidungsspiel über den Staffelsieg ausgetragen werden, welches Kassel mit 12:10 (Halbzeit 7:8) für sich entschieden hatte, außerdem hatte Kassel in den Rundenspielen bereits das Heimspiel gegen den TVG gewonnen und im Auswärtsspiel gegen Großwallstadt ein Unentschieden halten können.

Im Halbfinale setzten sich wie im Vorjahr die Mannschaften der Südstaffel durch, so dass schließlich auch das Endspiel zwischen Kassel und Großwallstadt ausgetragen wurde. Diese entscheidende vierte Begegnung der beiden Mannschaften in dieser Saison gewann der TVG.

Bundesliga NordBearbeiten

TabelleBearbeiten

Abschlusstabelle Nord[1] Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1. VfL Eintracht Hagen 14 10 2 2 215:162 +53 22:6
2. TV Oppum 1894 14 10 1 3 194:166 +28 21:7
3. TV Angermund 09 14 9 1 4 192:156 +36 19:9
4. TuS 05 Wellinghofen 14 9 1 4 229:193 +36 19:9
5. OSC 04 Rheinhausen 14 8 1 5 211:181 +30 17:11
6. SG Bremen-Ost (A) 14 4 0 10 176:207 −31 8:20
7. Eintracht Braunschweig 14 2 0 12 130:198 −68 4:24
8. HSG Westende/Hamborn 07 14 1 0 13 132:216 −84 2:26

ErgebnisseBearbeiten

Ergebnisse der Spiele der Bundesliga Nord dieser Saison[2]
Heimmannschaft: linke Spalte / Gastmannschaft: obere Zeile
Bundesliga Nord 1973         ESV
Rheinh.
SG
Bremen
   
VfL Eintracht Hagen 13:13 16:14 16:16 19:15 25:17 16:8 20:8
TV Oppum 1894 12:14 17:14 19:17 17:16 15:12 16:12 16:9
TV Angermund 09 10:15 10:8 18:12 12:12 19:10 15:11 14:6
TuS 05 Wellinghofen 14:9 14:15 14:17 22:16 17:15 19:6 21:11
OSC 04 Rheinhausen 13:6 13:12 15:12 13:14 20:14 19:7 16:14
SG Bremen-Ost 8:12 9:16 10:12 11:13 14:13 11:16 20:10
Eintracht Braunschweig 8:16 6:7 4:13 10:17 9:15 10:14 17:13
HSG Westende/Hamborn 07 6:18 7:11 6:12 17:19 9:15 9:11 7:6

Bundesliga SüdBearbeiten

TabelleBearbeiten

Abschlusstabelle Süd[3] Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1. SVH Kassel 14 10 1 3 189:163 +26 21:7
2. TV Großwallstadt 14 10 1 3 239:184 +55 21:7
3. SG Leutershausen 14 9 1 4 203:182 +21 19:9
4. TV Hochdorf 14 5 3 6 194:205 −11 13:15
5. TSV Birkenau 14 6 1 7 204:204 0 13:15
6. TSV 1895 Oftersheim 14 5 2 7 192:193 −1 12:16
7. TS Steinheim 1874 (P) 14 5 1 8 184:206 −22 11:17
8. TSV Allach 09 14 1 0 13 194:262 −68 2:26

ErgebnisseBearbeiten

Ergebnisse der Spiele der Bundesliga Süd dieser Saison[4]
Heimmannschaft: linke Spalte / Gastmannschaft: obere Zeile
Bundesliga Süd 1973 SVH
Kassel
        TSV
Ofters.
  TSV
Allach
SVH Kassel 11:9 14:13 15:10 14:10 17:11 14:11 11:8
TV Großwallstadt 12:12 21:10 15:7 18:14 16:13 9:10 19:13
SG Leutershausen 16:10 21:17 12:10 14:12 15:14 17:10 23:13
TV Hochdorf 9:7 12:25 13:15 16:10 14:19 18:13 20:15
TSV Birkenau 9:15 16:18 16:10 13:13 14:11 18:16 23:18
TSV 1895 Oftersheim 17:10 15:18 10:10 17:17 14:16 16:13 12:10
TS Steinheim 1874 14:21 11:18 11:10 15:15 13:12 10:6 25:16
TSV Allach 09 14:18 19:24 11:17 14:20 14:21 13:17 16:12

EndrundeBearbeiten

HalbfinaleBearbeiten

Hinspiel / Rückspiel

TV Großwallstadt – VfL Eintracht Hagen: 17:12 / 16:15
TV Oppum 1894 – SVH Kassel: 11:12 / 11:13

EndspielBearbeiten

TV Großwallstadt – SVH Kassel: 13:10 (nach Verlängerung; 9:9, Halbzeit 6:4)

Das Ende des FeldhandballsBearbeiten

Bereits im Anschluss an die „Pokalrunden-Saison“ des Vorjahres hatte der DHB-Vorstand entschieden, dass diese Saison 1973 die letzte der Feldhandball-Bundesliga sein sollte; mit dem Finale in Wetzlar wurde der Feldhandball, „das inzwischen ungeliebte Kind des Deutschen Handball-Bundes, [...] beerdigt“.[5] Damit wurde zuletzt auch in Deutschland eine Entwicklung nachvollzogen, die international schon seit längerer Zeit beendet war.[6]

Mehrere Spitzenvereine hatten zu Beginn der 1970er Jahre schon die Konsequenz gezogen und sich aus der Bundesliga, also dem Feldhandball als Leistungssport, abgemeldet, um ihre Kräfte auf den populäreren Hallenhandball zu konzentrieren. Das Signal hierzu gaben in der dritten Bundesliga-Saison 1969 der Hamburger SV und der VfL Gummersbach; nach dieser Spielzeit wurde auch die Teilnehmerzahl der Feldhandball-Bundesliga von 20 auf 16 abgesenkt. In der folgenden Saison 1970 zog sich Frisch Auf Göppingen zurück; zuletzt hatte nach Ende der vergangenen Saison 1972 sogar der TSV Grün-Weiß Dankersen seine Großfeldmannschaft aus dem Spielbetrieb zurückgezogen, ein Verein, der nur ein Jahr zuvor noch die triumphale Doppelmeisterschaft gefeiert hatte (Hallenmeister 1971/Feldmeister 1971).

In dieser letzten Feldhandball-Bundesligarunde gab es nur noch drei Vereine, die weiter den Spagat versuchten, gleichermaßen auf dem Feld wie in der Hallenhandball-Bundesliga 1972/73 erfolgreich zu sein: Der TuS 05 Wellinghofen war in den Nordstaffeln, der TV Großwallstadt sowie die SG Leutershausen in den Südstaffeln beider Bundesligen vertreten. Das Ende des Feldhandballs war aber besiegelt, an den noch folgenden letzten beiden offiziellen Meisterschafts-Endrundenturnieren im Feldhandball nahm kein Hallenhandball-Bundesligist mehr teil, der Hallenhandball hatte sich gegenüber der Freiluftvariante der Sportart endgültig durchgesetzt.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Legende – grün: Staffelsieger, qualifiziert für die Finalrunde / rot: Absteiger in die Regionalliga / (P): Deutscher Pokalsieger der Vorsaison (Meisterschaft ausgesetzt) / (A): Aufsteiger aus der Regionalliga
  2. Daten nach Webers (Red.), Feldhandball-Bundesliga Nord 1973, Abschlusstabelle (abgerufen 15. April 2014)
  3. Legende – grün: Staffelsieger, qualifiziert für die Finalrunde / rot: Absteiger in die Regionalliga / (P): Deutscher Pokalsieger der Vorsaison (Meisterschaft ausgesetzt) / (A): Aufsteiger aus der Regionalliga
  4. Daten nach Webers (Red.), Feldhandball-Bundesliga Süd 1973, Abschlusstabelle (abgerufen 15. April 2014)
  5. Hamburger Abendblatt 163/1973: Letzter Titel an Großwallstadt, 16. Juli 1973, S. 10, Direktlink (PDF)
  6. vgl. Erik Eggers (Hg.), Handball, Göttingen 2004, S. 118 ff, ISBN 3-89533-465-0