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Ernst-August Köstring

deutscher Offizier, General der Kavallerie und General der Freiwilligen-Verbände im Oberkommando des Heeres
Hans Krebs (links) und Ernst-August Köstring (1941)

Ernst-August Köstring (* 20. Juni 1876 in Serebrjanyje Prudy,[1] Gouvernement Tula (Russisches Kaiserreich); † 20. November 1953 auf dem Bichlhof bei Unterwössen[2]) war ein deutscher Diplomat und Offizier, zuletzt General der Kavallerie im Zweiten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Preußische ArmeeBearbeiten

Köstring trat am 1. Oktober 1895 als Einjährig-Freiwilliger in das Ulanen-Regiment „von Schmidt“ (1. Pommersches) Nr. 4 in Thorn ein und schied dort als Unteroffizier aus. Nach mehreren Reserveübungen bei seinem Regiment ernannte man ihn am 25. November 1898 zum Leutnant der Reserve. Am 1. Juli 1901 trat er beim Kürassier-Regiment „Herzog Friedrich Eugen von Württemberg“ (Westpreußisches) Nr. 5 ein, wobei sein Patent als aktiver Offizier auf den 1. Juli 1900 datiert wurde. 1912 erfolgte eine zweijährige Kommandierung zur Offiziers-Reitschule in Paderborn, wo er am 18. Dezember 1913 zum Rittmeister befördert wurde.

Im Ersten Weltkrieg wurde er in verschiedenen Generalstäben verwendet. Einer schweren Verwundung im Herbst 1916 folgte eine lange Rekonvaleszenz. Ab Dezember 1917 diente er bei der Deutschen Militärmission in der Türkei und war seit 17. Januar 1918 Erster Adjutant des Chefs des Generalstabes des türkischen Feldheeres, Generalmajor Hans von Seeckt.

ReichswehrBearbeiten

Bei seiner Übernahme ins Reichsheer kam er zum Reichswehrministerium nach Berlin. Anfang 1922 erfolgte seine Beförderung zum Major, wobei das Rangdienstalter auf den 1. Juni 1921 festgelegt wurde. Zum 1. Oktober 1922 kam er zum Regimentsstab des 16. Reiter-Regiments nach Erfurt. Anfang 1925 wurde er als Adjutant im Stab der Heeresleitung ins Reichswehrministerium zurückversetzt. Am 1. März 1927 wurde er zum Kommandeur des 10. (Preußisches) Reiter-Regiments in Züllichau ernannt. In dieser Stellung wurde er am 1. Mai 1927 zum Oberstleutnant und am 1. August 1930 zum Oberst befördert. Am 1. Februar 1931 wurde er in den Stab vom Gruppenkommando 1 nach Berlin versetzt. Von dort wurde er als Militärattaché nach Moskau versetzt. Am 31. März 1933 wurde er als charakterisierter Generalmajor aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

WehrmachtBearbeiten

Am 1. August 1935 trat Köstring unter Bestätigung seines Ranges als Generalmajor wieder in den aktiven Dienst ein, um im Herbst 1935 als Militärattaché für Russland und Litauen erneut nach Moskau geschickt zu werden. Während seiner diplomatischen Tätigkeit dort wurde er zum Generalleutnant (1. August 1937) und schließlich zum General der Kavallerie (1. Oktober 1940) befördert. Mit Beginn des Russlandfeldzuges wurde er dann in die Führerreserve versetzt, dann aber 1. September 1942 zum Beauftragten für Kaukasusfragen bei der Heeresgruppe A bestellt. In Kislowodsk weckte Köstring auf einem muslimischen Volksfest unter den einheimischen Karatschaiern, die die deutsche Besatzungspolitik zumindest in Religionsfragen als milder empfanden als die vorherige Praxis der sowjetischen Behörden, mit einer auf Russisch gehaltenen Rede solche Begeisterung, dass sie ihn nach Landesbrauch mehrmals in die Luft warfen.[3] Im Frühjahr 1943 wurde er in die Führerreserve zurückversetzt. Mitte Juni 1943 wurde er zum Inspekteur der deutsch kommandierten Turkvolk-Verbände, am 1. Januar 1944 dann zum General der „Freiwilligen“-Verbände im Oberkommando des Heeres ernannt. Am 4. Mai 1945 geriet Köstring bei Bad Aibling in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 wieder entlassen wurde.

Während des Nürnberger Prozesses war Köstring als Zeuge der Anklage gegen Reichsaußenminister von Ribbentrop vorgesehen. Die Sowjetunion widersprach jedoch und verhinderte seine Benennung.

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pjotr Sokolow: 65-летие Победы. Два генерала: русский след (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/old.lgz.ru (=65. Jahrestag des Sieges. Zwei Generale: russische Spur). Literaturnaja Gaseta Nr. 18 (6273) von 5. Mai 2010. Abgerufen am 21. Juni 2014.
  2. Edmund Glaise von Horstenau, Peter Broucek (Hrsg.): Ein General im Zwielicht. Die Erinnerungen Edmund Glaises von Horstenau. Band 2: Minister im Ständestaat und General im OKW. Reihe „Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs“, Bd. 70, Böhlau, Wien 1983, ISBN 3-205-08743-7, S. 502.
  3. Der Spiegel: Ein roter Star steigt auf im Osten. Ausgabe 12/1985, 18. März 1985.
  4. a b c d e f g h Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S. 113.
  5. Dermot Bradley, Karl-Friedrich Hildebrand, Markus Rövekamp: Die Generale des Heeres 1921–1945, Band 7 Knabe-Luz; Biblio Verlag, Bissendorf 2004, ISBN 3-7648-2902-8, S. 78.
  6. das spezifische Profil des Verlags ist zu beachten.