Erhard Hagen von Hagenfels

Bürgermeister von Bayreuth
Erhard Hagen von Hagenfels

Erhard Christian Hagen, ab 1837 Hagen von Hagenfels, (* 17. Juli 1786 in Bayreuth; † 28. Oktober 1868 ebenda) war der erste rechtskundige Bürgermeister von Bayreuth. Der Jurist stammte aus einer alteingesessenen örtlichen Familie. 1837 wurde er für seine Verdienste in den Adelsstand erhoben.[1]

Hagen studierte in Erlangen und Halle Jura und „Cameralwissenschaften“.[2] Ab 1805 war er Mitglied des Corps Baruthia.[3] 1811, ein Jahr nach dem Verkauf des zu Preußen gehörenden Fürstentums Bayreuth an das Königreich Bayern[4] wurde er zum Appellationsgerichts-Advokaten ernannt[2] und trat 1815 in eine Bayreuther Kanzlei ein.

1818 erließ Bayern eine Verfassung. Mit dem Gemeindeedikt erhielten die Städte eine Art kommunaler Selbstverwaltung und ab einer gewissen Größe einen über den Räten amtierenden „rechtskundigen Bürgermeister“.[1]

Im November 1818 wurde Erhard Christian Hagen Bürgermeister von Bayreuth, nachdem der zunächst einstimmig gewählte Heinrich Carl Rudolf Seggel wegen der geringen Besoldung das Amt abgelehnt hatte.[5] Später wurde Hagen auch Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Er war 1827 Mitgründer des Historischen Vereins für Oberfranken und Herausgeber der Jahresschrift Archiv für Geschichte von Oberfranken. Am 11. November 1837 wurde er von König Ludwig I. zu Hagen von Hagenfels nobilitiert.

Im Zuge der Revolution von 1848/49 verhielt sich Hagen königstreu. Nachdem er die Unterschrift unter eine Petition verweigert hatte, in der vom König Freiheitsrechte und Reformen gefordert wurden, wurde er am 13. März 1848 im Laufe einer Versammlung im Bayreuther Sonnensaal von 800 Bürgern zum Rücktritt genötigt.[6] Nach seiner am folgenden Tag von ihm beantragten Versetzung in den Ruhestand erhielt er ein jährliches Ruhegehalt von 1080 Gulden.

In einem Regierungsbericht über die Ereignisse des März 1848 vom 18. Mai jenes Jahres wird Hagen als „rechtlich unbescholtener Mann“ bezeichnet, der jedoch nicht die Eigenschaften besessen habe, „welche eine notwendige Bedingung“ für das Bürgermeisteramt darstellten. Es habe ihm an Umsicht, Energie, Gewandtheit, rascher Tatkraft und Fleiß gefehlt.[6] Milder fällt das Urteil des Historikers Rainer Trübsbach aus, demzufolge eine gerechte Würdigung Hagens „weder durch Verklärung noch durch Verurteilung“ erreicht werde. Seine Leistungen, Verdienste und Qualitäten seien unbestritten. In Hagens Amtszeit fielen u. a. die Gründung der Stadtsparkasse und der später von Richard Wagner häufig besuchten Restauration Bürgerreuth[7] auf dem Grünen Hügel. Gegen die Gründung eines Gewerbevereins sträubte er sich allerdings und gab erst unter dem Druck höchster Weisungen widerwillig nach.[2]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Opfer der wandelbaren Volksgunst in: Nordbayerischer Kurier vom 28./29. Oktober 2017, S. 14.
  2. a b c Rainer Trübsbach: Geschichte der Stadt Bayreuth 1194–1994. Druckhaus Bayreuth, Bayreuth 1993, ISBN 3-922808-35-2, S. 170.
  3. Kösener Korps-Listen 1910, 37, 42.
  4. Rainer Trübsbach, op. cit., S. 154.
  5. Rainer Trübsbach, op. cit., S. 162.
  6. a b Rainer Trübsbach, op. cit., S. 168.
  7. Kurt Herterich: Vom Bayreuther Schloßturm zum Festspielhügel. Ellwanger, Bayreuth 2003, ISBN 978-3-925361-47-0, S. 188.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten