Hauptmenü öffnen

Erdmuthe von Brandenburg

Herzogin von Pommern-Stettin
Erdmuthe von Brandenburg, 1580
Erdmuthe von Brandenburg, Herzogin von Pommern-Stettin, Andreas Riehl d. J. 1590

Erdmuthe von Brandenburg (* 26. Juni 1561 in Berlin; † 13. November 1623 in Stolp) war eine Prinzessin von Brandenburg und durch Heirat Herzogin von Pommern.

LebenBearbeiten

Erdmuthe war die älteste Tochter des brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg (1525–1598) aus dessen zweiter Ehe mit Sabina (1548–1575), Tochter des Markgrafen Georg von Brandenburg-Ansbach. Die Prinzessin galt wegen ihrer Zuneigung zu Wissenschaften und der lateinischen Literatur als Lieblingskind ihres Vaters.

Sie heiratete am 17. Februar 1577 in Stettin Herzog Johann Friedrich von Pommern (1542–1600). Bereits im Alter von 7 Jahren war sie mit dem 26-jährigen Johann Friedrich verlobt worden. Bei dieser Gelegenheit wurden die alten Erbverbrüderungen der beiden Häuser neubestimmt und die Anrechte im Aussterbensfall festgelegt.[1] Die als glücklich beschriebene Ehe blieb kinderlos. Nach einer Fehlgeburt erhielt sie von Elisabeth von Doberschütz ein fiebersenkendes Mittel, später beschuldigte man Elisabeth von Doberschütz, die Herzogin damit verhext und unfruchtbar gemacht zu haben.

Erdmuthe war maßgeblich an der Anbahnung der Ehe ihres Neffen Christian II. von Sachsen mit Hedwig von Dänemark beteiligt.[2] Sie verfasste für ihre Schwester Sophie 1596 ein Gebetbuch, das zu den ältesten Gebetbüchern für Frauen gehört.[3]

Nach dem Tod ihres Mannes am 9. Februar 1600 erhielt Erdmuthe das Amt Stolp als Wittum und lebte auf dem Schloss von Stolp sowie seit 1608 (nach dem Tod von Schwantes von Tessen) auch auf dem Schloss, das zu dem Vorwerk von Schmolsin gehörte.[4][5] Sie berief Michael Brüggemann als Schlosskaplan an die Schlosskirche Stolp.[6]

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Daniel Martin Kirchner: Die Churfürstinnen und Königinnen auf dem Throne der Hohenzollern. Wiegandt & Grieben, 1867, S. 30.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Felix Eberty: Geschichte des preußischen Staats. Band 1: 1411-1688. Breslau 1867, S. 143 (books.google.de).
  2. Ute Essegern: Fürstinnen am kursächsischen Hof. Leipziger Universitätsverlag, 2007, S. 59.
  3. Britta-Juliane Kruse: Witwen: Kulturgeschichte eines Standes in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Walter de Gruyter, 2007, S. 106.
  4. Christian Friedrich Wutstrack. Kurze historisch-geographisch-statistische Beschreibung von dem Kgl.-Preußischen Herzogtum Vor- und Hinterpommern. Stettin 1793, S. 128 und S. 716.
  5. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl.-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, 2. Band: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landeskollegien in Köslin gehörigen hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 937 (books.google.de).
  6. Günther Schulz: Kirche im Osten. Band 37, Vandenhoeck & Ruprecht, 1994, S. 45