Enno Dugend

deutscher Komponist

Enno Ernst[1] Dugend (* 20. Juli 1915 in Oldenburg[2]; † 1980 in Köln[3]) war ein deutscher Komponist.

Leben und WirkenBearbeiten

Enno Dugend wurde als zweiter Sohn des damaligen Präsidenten des Oberverwaltungsgerichtes Oldenburg Eugen Dugend und dessen Ehefrau Erna Margaretha Dugend-Jaspers geboren. Sein Onkel war der Psychiater und Philosoph Karl Jaspers.[4]

Seit 1933 studierte er an der Universität Heidelberg und von 1938 bis 1940 am Konservatorium in Berlin. Von 1945 bis 1947 war er als Kapellmeister im Oldenburger Theater tätig. Danach wirkte er unter anderem für den Bayerischen Rundfunk.[5]

Enno Dugend komponierte die Musik zahlreicher deutscher Fernsehfilme und Fernsehserien. So komponierte er unter anderem die Musik für Jürgen Goslars Der Kreidekreis von 1960, Peter Podehls Mehrteiler Jan vom goldenen Stern von 1980 und Werner Schlechtes François Villon von 1981. Er war zudem einer der meistengagierten Hörspielkomponisten im deutschsprachigen Raum.[6] Er komponierte unter anderem die Hörspielmusik für Gerd Beermanns Die Nase nach Nikolaj Gogol (1965)[7], Otto Kurths Die Rebellion nach Joseph Roth (1965)[8], Friedhelm Ortmanns Plötzlich letzten Sommer nach Tennessee Williams (1969)[9] und Heinz Dieter Köhlers Die Wupper nach Elsa Lasker-Schüler (1978).[10]

Einem größeren Publikum wurden seine Arbeiten durch sein Mitwirken an Heinz Dieter Köhlers Hörspielumsetzung von J. R. R. Tolkiens Der Hobbit von 1980 bekannt.[11]

Seit 1944 war Dugend mit der Opernsängerin Herta Münch (1913–1986) verheiratet.[5]

Enno Dugend starb im Alter von 65 Jahren in Köln.[3]

Sein Nachlass, darunter Noten, persönliche Papiere, Briefe, Dreh- und Rollenbücher, befindet sich in der Landesbibliothek Oldenburg.[12]

WeblinksBearbeiten

AutorBearbeiten

  • Beat und Homer. Skizzen zur Musik im Hörspiel, in: Hörspiele im Westdeutschen Rundfunk, Zeitschrift des WDR, 1967.

Arbeiten als Komponist (Auswahl)Bearbeiten

  • 1964: Vibia Perpetua – TV-Kurzfilm (Regie: Rudolf Raepple)
  • 1964: Actis – Fernsehfilm (Regie: Imo Moszkowicz)
  • 1964: Aus der Geschichte der Menschheit – TV-Kurzfilm (Regie: Hans-Joachim Hossfeld)
  • 1965: Die Trommler – TV-Kurzfilm (Regie: Janos Mészáros)
  • 1965: Das Fahrrad – Fernsehfilm (Regie: Gustav Burmester)

Arbeiten als Hörspielkomponist (Auswahl)Bearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Herbert Alfred Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Berlin 1956, S. 135.
  2. Heinrich von Kleist-Gesellschaft (Hrsg.): Jahresgabe der Heinrich von Kleist-Gesellschaft. Erich Schmidt Verlag, Berlin 1973, S. 186.
  3. a b Georg Westermann (Hrsg.): Westermanns Monatshefte. Band 1–6. Georg Westermann Verlag, Braunschweig 1981, S. 101.
  4. Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V. (Hrsg.): Oldenburger Jahrbuch - Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie, Naturkunde, Bibliographie. Nr. 106. Oldenburg 2006, S. 151.
  5. a b Ernest Kay (Hrsg.): Who’s who in Western Europe. International Biographical Centre, Cambridge 1981, S. 195.
  6. Hans-Jürgen Krug: Kleine Geschichte des Hörspiels. Herbert von Halem Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-7445-0070-8, S. 70.
  7. ARD-Hörspieldatenbank. Abgerufen am 4. November 2020.
  8. ARD-Hörspieldatenbank. Abgerufen am 4. November 2020.
  9. ARD-Hörspieldatenbank. Abgerufen am 4. November 2020.
  10. ARD-Hörspieldatenbank. Abgerufen am 4. November 2020.
  11. Kai Meyer: Aus den tiefen Verliesen – Das Hobbit-Hörspiel (1980). In: Bernhard Hennen (Hrsg.): Tolkiens größte Helden – Wie die Hobbits die Welt eroberten. Wilhelm Heyne Verlag, München 2012, S. 366 f.
  12. Der Bestand der Landesbibliothek Oldenburg. Abgerufen am 4. November 2020.