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Eduard Stucken

deutscher Dramatiker und Autor
Stucken (Dritter von links, sitzend) – Preußische Akademie der Künste, 1929

Eduard Stucken (* 18. März 1865 in Moskau; † 9. März 1936 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Eduard Stucken war der Sohn eines deutsch-amerikanischen Großkaufmanns. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Dresden absolvierte er von 1882 bis 1884 eine kaufmännische Ausbildung in Bremen. Anschließend studierte er Kunstgeschichte, Assyriologie und Ägyptologie in Dresden und Berlin. Er war zeitweise tätig bei der Deutschen Seewarte in Hamburg und unternahm ausgedehnte Reisen, die ihn u. a. nach Griechenland, auf die Krim, in den Kaukasus sowie nach Italien und England führten. 1890/91 nahm er an einer wissenschaftlichen Expedition nach Syrien teil. Ab 1891 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin. In den folgenden Jahrzehnten veröffentlichte er neben wissenschaftlichen Studien zu ethnologischen und sprachhistorischen Themen ein umfangreiches literarisches Werk.

Eduard Stuckens literarisches Werk umfasst Romane, Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke. In seinen frühen, neuromantischen Dramen verarbeitete er häufig Stoffe aus der keltischen Sagenwelt. Seine Prosaarbeiten sind geprägt von des Autors Hang zu Prunk und Exotismus sowie von einem zum Bombast neigenden Stil. Seinen größten Erfolg erzielte Stucken mit dem mehrbändigen Roman "Die weißen Götter", in dem der Untergang des Aztekenreiches geschildert wird. Über die Lyrikbände Balladen, Das Buch der Träume und Die Insel Perdita schrieb der im Exil lebende Literaturwissenschaftler Werner Vordtriede im Februar 1943: „Das ist wohl das Geschmackloseste an Versen, was ich seit langem gelesen habe. Der gräßliche Buchschmuck von Fidus paßt ausgezeichnet dazu“.[1]

Eduard Stucken gehörte der Preußischen Akademie der Künste an und blieb auch nach den nationalsozialistischen Säuberungen der Akademie im Jahre 1933 Mitglied. Im Oktober 1933 zählte er zu den Unterzeichnern des "Gelöbnisses treuester Gefolgschaft", einer an Hitler gerichteten Ergebenheitsadresse regimetreuer deutscher Autoren.

WerkeBearbeiten

  • Die Flammenbraut. Blutrache, Oldenburg [u. a.] 1892
  • Astralmythen der Hebräer, Babylonier und Ägypter, Leipzig
    • 1. Abraham, 1896
    • 2. Lot, 1897
    • 3. Jakob, 1899
    • 4. Esau, 1901
    • 5. Mose, 1907
  • Yrsa, Berlin 1897
  • Balladen, Berlin 1898
  • Gawân, Berlin 1901
  • Hine-Moa, Berlin 1901
  • Beiträge zur orientalischen Mythologie, Berlin 1902
  • Lanvâl, Berlin 1903
  • Myrrha, Berlin 1908
  • Die Gesellschaft des Abbé Châteauneuf, Berlin-Westfend 1909
  • Lanzelot, Berlin 1909
  • Astrid, Berlin 1910
  • Romanzen und Elegien, Berlin 1911
  • Merlins Geburt, Berlin 1912
  • Die Opferung des Gefangenen, Berlin 1913
  • Der Ursprung des Alphabets und die Mondstationen, Leipzig 1913
  • Die Hochzeit Adrian Brouwers, Berlin 1914
  • Das Buch der Träume, Berlin 1916
  • Tristram und Ysolt, Berlin 1916
  • Die weißen Götter, Berlin
    • 1 (1918)
    • 2 (1920)
    • 3 (1920)
    • 4 (1922)
  • Saalecker Skizzenbuch, Berlin 1922
  • Das verlorene Ich, Berlin 1922
  • Grotesken, Berlin 1923
  • Gesammelte Werke, Berlin
    • 1. Der Gral, 1924
  • Über die fünf Körper der vierten Dimension, Berlin 1924
  • Vortigern, Berlin 1924
  • Larion, Berlin 1926
  • Polynesisches Sprachgut in Amerika und in Sumer, Leipzig 1927
  • Im Schatten Shakespeares, Berlin-Grunewald 1929
  • Giuliano, Berlin [u. a.] 1933
  • Adils und Gyrid, Berlin [u. a.] 1935
  • Die Insel Perdita, Berlin [u. a.] 1935
  • Die segelnden Götter, Berlin [u. a.] 1937
  • Gedichte, Berlin [u. a.] 1938

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Walter Kempowski: Das Echolot, Band 4, S. 265

LiteraturBearbeiten

  • Richard Elsner: Eduard Stucken, Pankow-Berlin 1911
  • Edith Gmainwieser: Eduard Stuckens dramatisches Kunstwerk, Wien 1938
  • Mária von Bozóky: Gerhart Hauptmann "Der weiße Heiland" und Eduard Stucken "Die weißen Götter", Debrecen 1940
  • Werner Schmitz: Studien zum Stil Eduard Stuckens, Köln 1948
  • Gisela Gallmeister Strand: The conquest of Mexico as seen in Eduard Stucken's "Die weißen Götter", Nashville, Tenn., 1973
  • Ingeborg Carlson: Eduard Stucken, Berlin 1978
  • Matthias E. Kornemann: Vom Astralmythos zum Roman, Glienicke/Berlin 1998
  • Brunhild E. Blum: Mythos im Historismus. Zum Verständnis von Raum und Zeit bei Eduard Stucken. Guthmann-Peterson/Wien/Mülheim/Ruhr 2009.

WeblinksBearbeiten

  Wikisource: Eduard Stucken – Quellen und Volltexte