Edmund Kirby Smith

General der Konföderierten Armee im Amerikanischen Bürgerkrieg

Edmund Kirby Smith (* 16. Mai 1824 in St. Augustine, Florida; † 28. März 1893 in Sewanee, Tennessee) war ein General des konföderierten Heeres im Sezessionskrieg.

Edmund Kirby Smith Signatur

Leben bis zum BürgerkriegBearbeiten

Smith war der Sohn von Joseph und Francis Smith aus Connecticut. Sein Vater wurde als Bundesrichter nach St. Augustine berufen. Seine Eltern sahen für ihren Sohn eine militärische Karriere vor und schickten ihn 1836 auf eine Kadettenschule in Alexandria, Virginia.[1] Smith wurde am 1. Juli 1841 an die Militärakademie in West Point, New York berufen und schloss sie nach vier Jahren als 25. von 41 Kadetten seines Jahrgangs ab. Da er aus dem dünnbesiedelten Staat Florida stammte, nannten ihn seine Kommilitonen „Seminole“.

Zum Leutnant befördert diente er zunächst im 5. US-Infanterie- und ab 2. August 1846 im 7. US-Infanterie-Regiment an der Frontier.[2] Während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges verlieh der Kongress Smith am 18. April 1847 den Brevet-Rang Oberleutnant wegen Tapferkeit in der Schlacht von Cerro Gordo und am 20. August 1847 den des Hauptmanns wegen seiner Leistungen in der Schlacht von Contreras. Weiterhin kämpfte er in den Schlachten von Palo Alto, Monterrey, Vera Cruz und Chapultepec. Smith wurde nach dem Krieg 1848 als Dozent für Mathematik an die Militärakademie in Westpoint versetzt. Am 9. März 1851 wurde er zum Oberleutnant des regulären Heeres befördert. Smith wurde 1852 zum 2. US-Kavallerie-Regiment versetzt und führte von Oktober 1854 bis 1855 die Sicherungskompanie der US-mexikanischen Kommission zur Grenzfestlegung (United States and Mexican Boundary Survey).[3] Sein stellvertretender Regimentskommandeur war zu dieser Zeit Robert Edward Lee. Smith wurde am 3. März 1855 zum Hauptmann befördert und verrichtete weiter Dienst an der Frontier. Am 18. Mai 1859 wurde er während einer Patrouille am Oberschenkel verwundet und am 31. Januar 1861 zum Major befördert.[4] Smith heiratete Cassie Selden und hatte mit ihr elf Kinder.

BürgerkriegBearbeiten

Als Texas am 1. Februar 1861 aus der Union austrat, war Smith in Fort Colorado, Texas stationiert. Texanische Truppen forderten ihn kurz darauf auf, den Stützpunkt den Konföderierten kampflos zu übergeben, was er ablehnte. Da sein Heimatstaat Florida zu den Gründungsstaaten der Konföderation zählte, überdachte Smith seine Position im folgenden Monat noch einmal und trat am 16. März 1861 seinen Dienst mit dem Dienstgrad Oberstleutnant im regulären Heer der Konföderation (ACSA) als Kavallerieoffizier an. Aus dem US-Heer wurde er am 6. April 1861 entlassen.[1] Er half bei der Organisation der Shenandoah-Armee im Frühling 1861, wurde am 17. Juni zum Brigadegeneral ernannt und befehligte in der ersten Schlacht am Bull Run eine ihrer Brigaden, wobei er schwer verwundet wurde. Am 11. Oktober kehrte er in den Dienst zurück und wurde als Divisionskommandeur in der Nord-Virginia-Armee zum Generalmajor befördert. Smith wurde im Februar 1862 nach Osttennessee versetzt, wo er das Kommando über die "Kentucky-Armee", bekam, mit der er bei Richmond, Kentucky, am 30. August einen Sieg erzielte. Am 9. Oktober 1862 wurde er für seine militärischen Leistungen zum Generalleutnant befördert und übernahm ein Armeekorps in der Tennessee-Armee unter dem Kommando von Braxton Bragg. Am 14. Januar 1863 wurde er, inzwischen einer der ranghöchsten Offiziere des konföderierten Heeres, zum Befehlshaber des Kriegsschauplatzes Trans-Mississippi ernannt, der sämtliche Gebiete westlich des Mississippis umfasste. Nach dem Verlust der konföderierten Festung Vicksburg am 4. Juli 1863 bestand keine Verbindung mehr zum östlichen Teil der Konföderation, da die Unionstruppen das Gebiet des Mississippi seither komplett unter Kontrolle hatten; die Konföderation war seither in zwei Teile geteilt, und der isolierte westliche Bereich bekam den Spitznamen "Kirby Smithdom", was übersetzt so viel heißt wie "Reich" des Kirby Smith. Unter seinem Kommando standen allerdings nie mehr als 30.000 Soldaten, die zudem schlechter ausgerüstet waren als diejenigen im Osten der Konföderation. Als Befehlshaber der westlichen Truppen gelang es ihm 1864 trotzdem, die Invasionen der Unionstruppen in Arkansas und Louisiana (Red-River-Feldzug) abzuwehren und den Nordstaaten schwere Niederlagen zu bereiten. Am 19. Februar 1864 wurde Smith für seine Verdienste zum General befördert (als einer von insgesamt 7 in der Armee der Konföderation). Aufgrund der zahlenmäßigen und ausrüstungstechnischen Unterlegenheit seiner Truppen verlegte sich Smith fortan auf kleine Raids und Guerilla-Angriffe. Die Niederlage der Konföderation konnte Smith dennoch nicht verhindern.

Nach dem BürgerkriegBearbeiten

Als letzter Befehlshaber des Südens kapitulierte er am 2. Juni 1865 in Galveston, Texas und floh zunächst über Mexiko nach Kuba, um einer möglichen Verhaftung durch die Sieger zu umgehen. Als sich eine ehrenhafte Behandlung durch die siegreichen Nordstaaten abzeichnete, kehrte Smith im Herbst in die USA zurück und wurde am 14. November 1865 amnestiert.

Nach dem Krieg leitete er die Atlantic and Pacific Telegraph Company und hatte von 1870 bis 1875 die Präsidentschaft der Universität von Nashville inne. Smith wurde auf dem University of the South Cemetery in Sewanee beerdigt.[5]

LiteraturBearbeiten

  • Joseph H. Parks, General Edmund Kirby Smith, C. S. A. Baton Rouge, LA 1954. (Standardwerk)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Kennedy Hickman: American Civil War: General Edmund Kirby Smith. ThoughtCo, 11. Februar 2020, abgerufen am 17. Juni 2020 (englisch, Lebensdaten Smith's).
  2. John H. und David J. Eicher: Civil War High Commands. Stanford University Press, 2001, abgerufen am 15. Juni 2020 (englisch, Lebensdaten Smith's S. 493).
  3. William H. Emory: Report on the United States and Mexican boundary survey. Biodiversity Heritage Library, abgerufen am 19. Juni 2020 (englisch, Kompaniechef Eskort-Kompanie).
  4. John H. und David J. Eicher: Civil War High Commands. Stanford University Press, 2001, abgerufen am 19. Juni 2020 (englisch, Lebensdaten Smith's S. 494).
  5. Grabstätte von Edmund Kirby Smith in der Datenbank von Find a Grave