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Doris Rauscher (2014)

Doris Rauscher (* 16. Januar 1967 in Steinhöring, Landkreis Ebersberg) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Sie gehört seit der Landtagswahl 2013 dem Bayerischen Landtag an und ist seit 2016 sozialpolitische Sprecherin der bayerischen SPD-Landtagsfraktion. Seit der Landtagswahl in Bayern 2018 ist sie Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und berufliche TätigkeitBearbeiten

Die Ebersbergerin ist seit ihrer Geburt im Landkreis verwurzelt. Geboren in Steinhöring, wuchs sie in Ebersberg auf. Sie schloss eine Ausbildung als Erzieherin ab, absolvierte ihre Fachhochschulreife und war zunächst in Kindertageseinrichtungen tätig. 1993 und 1995 wurden Doris Rauschers Kinder geboren. Es folgte eine Weiterbildung zur Sozial- und Gesundheitsfachwirtin. Bis zu ihrer Wahl 2013 war sie pädagogische Leiterin von 28 Kindertageseinrichtungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in München und lebt in der Kreisstadt Ebersberg.

Sozial engagiert war sie bereits vor ihrer Wahl in den Bayerischen Landtag. Gemeinsam mit einer Frauengruppe gründete sie einen familienpolitischen Arbeitskreis in Poing, brachte sich im örtlichen Familienzentrum ein und rief eine Initiative zur Schaffung von Kindergartenplätzen ins Leben. Ab 1996 war sie Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins „Kinderland Poing“[1], der heute in Poing, Ebersberg und anderen Kommunen mehrere Kinderhäuser betreibt. Als Vereinsvertreterin engagierte sie sich einige Jahre im Landesbeirat des Paritätischen Wohlfahrtsverbands.[2] Seit 1999 organisiert sie ehrenamtlich den Einsatz der Ebersberger Schulweghelfer. Außerdem ist sie Mitglied bei der Kreisverkehrswacht Ebersberg, dem Christophorus Hospiz-Verein im Landkreis Ebersberg, dem Kinderschutzbund Kreisverband Ebersberg, dem Bund Naturschutz, der Kath. Frauenbewegung Ebersberg und dem Verein Gegen Vergessen – für Demokratie e. V. und weitere mehr. Seit ihrer Abgeordnetentätigkeit ist sie auch Einzelmitglied im Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising[3] und Mitglied des Dekanatsrats. 2017 wurde sie zudem als Kreisvorsitzende des Sozialverband VdK im Landkreis Ebersberg[4] gewählt und hat die Schirmherrschaft für die Parkinson-Selbsthilfegruppe Ebersberg[5] inne.

Politik in der SPDBearbeiten

Seit 2002 ist Doris Rauscher kommunalpolitisch bei der SPD in Ebersberg[6] tätig und wurde erstmalig als Stadträtin von Ebersberg gewählt. Dieses Amt übt sie bis heute aus. Seit 2003 ist sie Mitglied der Sozialdemokratischen Partei (SPD) und im Ortsverein Ebersberg aktiv, dessen Vorstand sie angehört. Seit 2006 ist sie im Kreisverband der SPD in Landkreis Ebersberg und seit 2013 auch stellvertretende Kreisvorsitzende. Seitdem ist sie auch als Kreisrätin im Kreistag Ebersberg und als stellvertretende Bezirksvorsitzende der SPD Oberbayern aktiv. Ihre politischen Schwerpunktthemen liegen in der Familien- und Sozialpolitik. Rauscher setzt sich unter anderem ein für mehr Kitaplätze, eine Qualitätsoffensive in der frühkindlichen Bildung, bessere Unterstützung für Familien und bezahlbaren Wohnraum.

AbgeordnetentätigkeitBearbeiten

Bei der bayerischen Landtagswahl vom 15. September 2013 wurde sie erstmals in den Landtag gewählt. Sie erreichte als Direktkandidatin im Stimmkreis Ebersberg 21,9 Prozent. Im 17. Bayerischen Landtag war sie zunächst Mitglied in den Ausschüssen für Arbeit und Soziales, Jugend Familie und Integration und für Gesundheit und Pflege sowie stellvertretende Vorsitzende der Kinderkommission des Bayerischen Landtags. In dieser Zeit vertrat sie die SPD-Landtagsfraktion in den Themenbereichen Kinder und Familie, Senioren und Pflege. 2016 wurde sie Vorsitzende des Arbeitskreises für Arbeit, Soziales und Familie sowie sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion sowie stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Jugend, Familie und Integration und legte damit die Mitgliedschaft im Gesundheitsausschuss nieder.

Zur bayerischen Landtagswahl vom 14. Oktober 2018 trat sie erneut als Direktkandidatin für den Stimmkreis Ebersberg an und stand auf der SPD Liste für den Wahlkreis Oberbayern auf Platz 3. Bei der Wahl erreichte sie Platz 3 des Wahlkreises Oberbayern und zog so erneut in den Bayerischen Landtag ein. In dieser Legislaturperiode übernahm sie den Vorsitz des Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie[7] und wurde für ihre Fraktion erneut als sozial- und familienpolitische Sprecherin[8] ernannt.

Positionen in der PolitikBearbeiten

FamilienpolitikBearbeiten

Doris Rauscher hat den Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit auf eine soziale Familienpolitik gesetzt. Ihr ist es wichtig, dass gleiche Bildungschancen für alle Kinder bestehen. Sie setzt sich daher seit Jahren für Verbesserungen im frühkindlichen Bildungsbereich – insbesondere bei den Arbeitsbedingungen für das Kita-Personal – ein und fordert den kostenfreien Zugang zu Bildungsangeboten von der Kita zum Studium. In diesem Zusammenhang gründete sie gemeinsam mit Kitavertretern aus ganz Bayern 2018 ein Kitabündnis und veröffentlichte eine Petition mit Forderungen zu Qualitätsverbesserungen.[9] Wichtig ist ihr auch mehr Unterstützung für Alleinerziehende und Maßnahmen wie flexiblere Arbeitszeiten für leichtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

SozialpolitikBearbeiten

Als sozialpolitische Sprecherin fordert Doris Rauscher Veränderungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, insbesondere in den sozialen Berufen, und für Menschen mit Behinderung. Ihr Fokus liegt dabei auf guten Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt, Lohngerechtigkeit und bessere Unterstützung für Arbeitslose. Zudem fordert sie eine Wohnungsbauoffensive für Bayern, mit deren Hilfe mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden soll. Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Bekämpfung von Armut, vor allem bei Kindern.

SeniorenpolitikBearbeiten

Einen weiteren Schwerpunkt legte sie auf die Seniorenpolitik und brachte 2018 ein Seniorenmitwirkungsgesetz[10] in den Landtag ein. Mit diesem forderte sie in jeder Kommune eigene Seniorenvertretungen sowie einen Seniorenbeauftragten im bayerischen Landtag für mehr Einfluss- und Mitbestimmungsmöglichkeiten von Seniorinnen und Senioren in Bayern. Neben dem Seniorenmitwirkungsgesetz setzt sie sich auch für altersgerechte und alternative Wohnformen ein, für Maßnahmen gegen Altersarmut sowie für Verbesserungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige.

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten