Der Club der singenden Metzger

deutscher Fernsehfilm

Der Club der singenden Metzger ist ein deutscher Fernsehfilm des Regisseurs Uli Edel. Er wurde am 3. Juli 2019 auf dem Filmfest München uraufgeführt und am 27. Dezember 2019 erstmals im Ersten ausgestrahlt.

Film
OriginaltitelDer Club der singenden Metzger
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2019
Länge 180 Minuten
Stab
Regie Uli Edel
Drehbuch Doris Dörrie und Ruth Stadler
Produktion Sarah Kirkegaard
Musik Jonas Nay und David Grabowski
Kamera Hannes Hubach
Schnitt Julia Oehring
Besetzung

Der Film erzählt die Geschichte zweier Familien, die nach dem Ersten Weltkrieg zeitgleich aus Deutschland in die USA auswandern. Das Drehbuch basiert auf dem Roman The Master Butchers Singing Club von Louise Erdrich.

HandlungBearbeiten

Der junge Metzgermeister Fidelis Waldvogel verspricht seinem sterbenden Freund in einem Schützengraben des Ersten Weltkriegs, sich um dessen schwangere Verlobte Eva zu kümmern und heiratet sie, nachdem er in seine schwäbischen Heimat zurückgekehrt ist. Da auf dem elterlichen Gut weder Platz noch Arbeit für Fidelis ist, wandert er nach Amerika aus und verspricht, seine Frau und das Kind nachzuholen.

Etwa zur selben Zeit versucht die Zirkusartistin Delphine aus Hamburg mit ihrem alkoholkranken Vater, dem Zirkusclown Robert, in den USA einen Neuanfang. Fidelis verkauft zunächst in New York City aus Deutschland mitgebrachte Wurstwaren, um sich die Zugfahrt ins Landesinnere leisten zu können. Mit diesem Geld kommt er bis nach Argus in North Dakota.

Delphine und Robert stellen sich nach ihrer Ankunft in den USA ohne Erfolg bei einem Zirkus vor, wo sie den Lakota-Akrobaten Cyprian kennenlernen. Er bietet den beiden auf seiner Farm nahe Argus Unterkunft. Delphine und Cyprian werden bei einem Zirkus angestellt und kommen sich bald näher. Später entdeckt Delphine, dass Cyprian homosexuell ist und sie als kleine Schwester sieht. Sie lassen Robert, der mittlerweile abstinent lebt, allein zurück, um mit dem Zirkus auf Tournee zu gehen. Robert entdeckt im Keller des Hauses ein Whiskeydepot und beginnt wieder zu trinken. Im Rausch bekommt er Halluzinationen. Als er nach einem Gelage aus Versehen eine Frau und einen Mann im Keller einschließt, flieht er, weil er deren Hilferufe für die Stimmen teuflischer Dämonen hält. Als Delphine und Cyprian zurückkommen, entdecken sie die Leichen, und Robert wird vom Sheriff inhaftiert.

Fidelis arbeitet zunächst bei dem polnischen Metzger Kozka und stellt dort auch seine geräucherten Würste nach einem geheimen Familienrezept her. Bald ist er in der Lage, seine eigene Metzgerei zu gründen. Seine Wurstwaren sind bei der Kundschaft sehr beliebt und so können schon bald seine Frau Eva mit ihrem Sohn und seine Tante Lore nachkommen. Eva hilft ihrem Mann in der Metzgerei, sie bekommen einen zweiten Sohn. Lore hilft weder im Geschäft noch im Haushalt mit.

Cyprian schließt sich erneut dem Zirkus an, Delphine bleibt zurück, um sich um ihren Vater zu kümmern. Als Delphine in den Laden von Familie Waldvogel kommt, freunden sich die beiden jungen Frauen an. Ihre Herkunft verbindet sie. Eva bietet Delphine eine Arbeitsstelle im Laden an, womit es Delphine finanziell möglich ist, den Sheriff zu bestechen, ihren Vater freizulassen. Auch er arbeitet nun für die Familie Waldvogel. Aus Sehnsucht nach seiner alten Heimat gründet Fidelis mit einigen Männern aus der Stadt einen Männerchor.

Eva erkrankt unheilbar; der Arzt kann ihr nur Morphium zur Schmerzlinderung verschreiben. Delphine pflegt Eva und kümmert sich um die Kinder. Eva bittet Delphine, sich auch nach ihrem Tod um die Familie zu kümmern. Fidelis verweist Lore nach Evas Tod wegen ihrer Intrigen des Hauses, und sie kehrt nach Deutschland zurück. Delphine und Fidelis kommen sich stetig näher und heiraten schließlich. Beide kümmern sich liebevoll um Fidelis’ Kinder, bis er wenige Monate später bei einem Autounfall stirbt.

Delphine und Robert machen aus der Metzgerei ein gut laufendes amerikanisches Fast-Food-Restaurant, in dem sie Hamburger servieren.

HintergrundBearbeiten

Das Drehbuch beruht lose auf dem Roman The Master Butchers Singing Club der amerikanischen Schriftstellerin Louise Erdrich. Der Film wurde vom 4. September 2018 bis zum 21. November 2018 in Zagreb und Dalmatien gedreht.[1]

Die Premiere fand am 6. Juli 2019 auf dem Filmfest München statt.[2]

RezeptionBearbeiten

KritikenBearbeiten

„Das gekonnt darzustellen, mit großem Gefühl, aber nicht in Schmalz zu ertränken und auch nicht in wohlgemeinter Stelzerei und in diesem Fall überdeutlichem Verweischarakter auf die heutige Zuwanderungslage – das zeichnet den „Club der singenden Metzger“ aus und ist im Fernsehen, im öffentlich-rechtlichen zumal, gar nicht alltäglich. Was nicht bedeutet, dass dies ein Film wäre, der mit den Konventionen des hiesigen Fernsehfilms bräche. Er macht seine Sache nur sehr gut und passt bestens ins Feiertagsprogramm des Ersten.“

EinschaltquotenBearbeiten

Die Erstausstrahlung von Der Club der singenden Metzger am 27. Dezember 2019 wurde in Deutschland von 4,60 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 16,8 % für Das Erste.[4]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Club der singenden Metzger bei crew united
  2. Tipps für Samstag. In: filmfest-muenchen.de. Internationale Münchner Filmwochen GmbH / Filmfest München, 5. Juli 2019, abgerufen am 27. Dezember 2019.
  3. Michael Hanfeld: Kein schöner Land in ihrer Zeit. Auswandererepos in der ARD. In: Feuilleton. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. Dezember 2019, abgerufen am 27. Dezember 2019.
  4. Daniel Sallhoff: Primetime-Check: Freitag, 27. Dezember 2019. Quotenmeter.de, 28. Dezember 2019, abgerufen am 28. Dezember 2019.