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Demografie der Europäischen Union

Die Bevölkerungsdichte der EU beträgt im Jahr 2014 geschätzt 116 Einwohner/km²

Auf Grundlage einer Schätzung von Eurostat lebten 2014 in der Europäischen Union 507.416.607 Einwohner auf der Fläche von 4.324.782 Quadratkilometern.[1] Die Europäische Union gehört damit mit einer Bevölkerungsdichte von 116 Einwohner/km² zu den dichtest besiedelten Regionen der Welt.

Inhaltsverzeichnis

ÜberblickBearbeiten

Bevölkerungen der MitgliedsstaatenBearbeiten

 
Bevölkerungsdichte 2014 nach NUTS-2-Gebieten

Der bevölkerungsreichste Mitgliedsstaat ist Deutschland mit einer geschätzten Bevölkerung von 82,1 Millionen Einwohnern, der bevölkerungsärmste Mitgliedsstaat ist Malta mit 0,4 Millionen Einwohnern. Die Geburtenraten in der Europäischen Union fallen mit durchschnittlich etwa 1,6 Kindern pro Frau sehr gering aus. Die höchsten Geburtenraten fallen auf Irland, wo es zu 16,876 Geburten pro Tausend Einwohnern und Jahr kommt und Frankreich mit 13,013 pro Tausend Einwohnern und Jahr. Deutschland besitzt die geringste Geburtenrate in der Europäischen Union mit 8,221 Geburten pro Tausend Einwohnern und Jahr.

Bevölkerung und Fläche der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union
(Schätzung 1. Januar 2014)
Mitgliedsstaat Bevölkerung Prozentual
zur EU
Fläche
km²
Prozentual
zur EU
Bevölkerungs-
dichte Ew./km²
Europaische Union  Europäische Union 507.416.607 100 4.324.782 100 116,0
Belgien  Belgien 11.203.992 2,21 30.510 0,7 352,0
Bulgarien  Bulgarien 7.245.677 1,43 110.912 2,5 68,5
Danemark  Dänemark 5.627.235 1,11 43.094 1,0 128,1
Deutschland  Deutschland 80.780.000 15,92 357.021 8,1 229,9
Estland  Estland 1.315.819 0,26 45.226 1,0 29,6
Finnland  Finnland 5.451.270 1,07 337.030 7,6 15,8
Frankreich  Frankreich[2] 65.856.609 12,98 643.548 14,6 99,6
Griechenland  Griechenland 10.992.589 2,17 131.957 3,0 85,4
Irland  Irland 4.604.029 0,91 70.280 1,6 64,3
Italien  Italien 60.782.668 11,98 301.320 6,8 200,4
Kroatien  Kroatien 4.246.700 0,84 56.594 1,3 75,8
Lettland  Lettland 2.001.468 0,39 64.589 1,5 35,0
Litauen  Litauen 2.943.472 0,58 65.200 1,5 51,4
Luxemburg  Luxemburg 549.680 0,11 2.586 0,1 190,1
Malta  Malta 425.384 0,08 316 0,0 1.305,7
Niederlande  Niederlande 16.829.289 3,32 41.526 0,9 396,9
Osterreich  Österreich 8.507.786 1,68 83.858 1,9 99,7
Polen  Polen 38.495.659 7,59 312.685 7,1 121,9
Portugal  Portugal 10.427.301 2,05 92.931 2,1 114,4
Rumänien  Rumänien 19.942.642 3,93 238.391 5,4 90,2
Schweden  Schweden 9.644.864 1,90 449.964 10,2 20,6
Slowakei  Slowakei 5.415.949 1,07 48.845 1,1 110,8
Slowenien  Slowenien 2.061.085 0,41 20.253 0,5 101,4
Spanien  Spanien 46.507.760 9,17 504.782 11,4 93,4
Tschechien  Tschechien 10.512.419 2,07 78.866 1,8 132,8
Ungarn  Ungarn 9.879.000 1,95 93.030 2,1 107,8
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 64.308.261 12,67 244.820 5,5 251,7
Zypern Republik  Zypern 858.000 0,17 9.250 0,2 86,6

StädteBearbeiten

In der Europäischen Union liegen 17 Millionenstädte mit London als bevölkerungsreichster Stadt. Mit der Metropolregion Rhein-Ruhr liegt die größte Metropolregion der Europäischen Union mit geschätzten 10 Millionen Einwohnern in Deutschland.

Millionenstädte der Europäischen Union (Hauptstädte in Fettschrift)
Rang Name Ein-
wohner
Fläche
(km²)
Ew. /
km²
Stand Staat Quelle
1 London 000000008416535.00000000008.416.535 1.572 5.354 30. Juni 2013 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich ONS[3]
2 Berlin 000000003419623.00000000003.419.623 892 3.834 30. Nov. 2013 Deutschland  Deutschland AfS[4]
3 Madrid 000000003182981.00000000003.182.981 607 5.244 01. Jan. 2017 Spanien  Spanien INE[5]
4 Rom 000000002651040.00000000002.651.040 1.285 2.063 31. Okt. 2013 Italien  Italien ISTAT[6]
5 Paris 000000002273305.00000000002.273.305 105 21.651 01. Jan. 2013 Frankreich  Frankreich INSEE[7]
6 Bukarest 000000001883425.00000000001.883.425 228 8.260 20. Okt. 2011 Rumänien  Rumänien INS[8]
7 Wien 000000001775843.00000000001.775.843 415 4.257 28. Mai 2014 Osterreich  Österreich STAT[9]
8 Hamburg 000000001753380.00000000001.753.380 755 2.315 30. Nov. 2013 Deutschland  Deutschland STATN[10]
9 Budapest 000000001735711.00000000001.735.711 525 3.306 01. Jan. 2013 Ungarn  Ungarn KSH[11]
10 Warschau 000000001753977.00000000001.753.977 518 3.386 31. Dez. 2016 Polen  Polen GUS[12]
11 Barcelona 000000001620809.00000000001.620.809 100 16.208 01. Jan. 2017 Spanien  Spanien INE[5]
12 München 000000001402455.00000000001.402.455 310 4.524 30. Sep. 2013 Deutschland  Deutschland BLfSD[13]
13 Mailand 000000001315416.00000000001.315.416 160 8.221 31. Okt. 2013 Italien  Italien ISTAT[6]
14 Sofia 000000001301683.00000000001.301.683 492 2.646 31. Dez. 2012 Bulgarien  Bulgarien NSI[14]
15 Prag 000000001243201.00000000001.243.201 496 2.527 31. Dez. 2013 Tschechien  Tschechien ČSÚ[15]
16 Birmingham 000000001092330.00000000001.092.330 268 4.076 30. Juni 2013 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich ONS[3]
17 Köln 000000001027679.00000000001.027.679 405 2.537 30. Juni 2013 Deutschland  Deutschland LDS NRW[16]

SprachenBearbeiten

In der Europäischen Union werden aktuell 24 Sprachen als Amts- und Arbeitssprachen anerkannt. Die Sprachenfrage wurde durch die erste Verordnung festgelegt, die überhaupt von der EWG erlassen wurde (Text der VO 1/1958 siehe unten). Rechtsgrundlage für die Verordnung ist aktuell Art. 342 AEUV: „Die Regelung der Sprachenfrage für die Organe der Union wird unbeschadet der Satzung des Gerichtshofs der Europäischen Union vom Rat einstimmig durch Verordnungen getroffen.“ Nach Art. 24 AEUV haben alle Unionsbürger das Recht, sich in einer der 24 in Art. 55 EU-Vertrag genannten Sprachen an die Organe der EU zu wenden und eine Antwort in derselben Sprache zu erhalten. Neben diesen Amtssprachen existieren zahlreiche Minderheitensprachen, wie z. B. Katalanisch oder Baskisch in Spanien oder Russisch in den baltischen Ländern. Die EU erklärt, die Sprachen und Sprachenvielfalt zu achten und zu respektieren. Mit dem Beitritt Kroatiens zum 1. Juli 2013 wurde die kroatische Sprache zur 24. Amtssprache der EU.

Die sechs meistgesprochenen Sprachen in der Europäischen Union [17]
Sprache Amtssprache in Mitgliedstaat als Muttersprache gesprochen (Anteil an der Bevölkerung) als Fremdsprache gesprochen (Anteil an der Bevölkerung) Sprecher insgesamt in der EU (Anteil an der Bevölkerung)
Deutsch

Deutschland  Deutschland
Osterreich  Österreich
Luxemburg  Luxemburg
Belgien  Belgien
Italien  Italien

18 % 14 % 32 %
Englisch

Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich
Irland  Irland
Malta  Malta

13 % 38 % 51 %
Französisch

Frankreich  Frankreich
Belgien  Belgien
Luxemburg  Luxemburg
Italien  Italien

14 % 14 % 28 %
Italienisch

Italien  Italien

13 % 03 % 16 %
Spanisch

Spanien  Spanien

09 % 06 % 15 %
Polnisch

Polen  Polen

09 % 01 % 10 %

ReligionBearbeiten

Eurobarometer-Umfrage des Jahres 2005

Religion in der Europäischen Union (2015)[18]
Religion/Weltanschauung Bevölkerungsanteil
Christentum 71,6 %
- römisch-katholisch 45,3 %
- protestantisch 11,1 %
- christlich-orthodox 9,6 %
- andere christliche Konfession 5,6 %
andere Religion 4,5 %
- muslimisch 1,8 %
- buddhistisch 0,4 %
- jüdisch 0,3 %
- hinduistisch 0,3 %
- sikhistisch 0,1 %
- übrige Religionen 1,6 %
keine Religion 24,0 %
- nicht gläubig/Agnostizismus 13,6 %
- Atheismus 10,4 %

GesundheitBearbeiten

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt betrug, laut Daten von Eurostat, für das Jahr 2016 im EU-Durchschnitt 81 Jahre.[19] Für Männer lag sie bei 78,2 Jahren und für Frauen bei 83,3 Jahren. Die Lebenserwartung in der Europäischen Union lag damit mehr als 10 Jahre über dem weltweiten Durchschnitt von knapp 70 Jahren. Die im Durchschnitt längste Lebenserwartung hatten EU-Bürger in Spanien mit 83,5 Jahren. Die kürzeste Lebenserwartung innerhalb der EU hatten dagegen die Bürger von Litauen, Bulgarien und Lettland mit jeweils 74,9 Jahren. Bei der Lebenserwartung belegten vor allem die südeuropäischen Staaten hohe Platzierungen obwohl diese nicht unbedingt zu den reichsten Ländern der Union gehören. Die hinteren Ränge werden allesamt von Osteuropäischen Ländern belegt.

Rang Staat Lebenserwartung
(Gesamt)
Lebenserwartung
(Männer)
Lebenserwartung
(Frauen)
1 Spanien  Spanien 83,5 80,5 86,3
2 Italien  Italien 83,4 81,0 85,6
3 Zypern Republik  Zypern 82,7 80,5 84,9
4 Frankreich  Frankreich 82,7 79,5 85,7
5 Luxemburg  Luxemburg 82,7 80,1 85,4
6 Malta  Malta 82,6 80,6 84,4
7 Schweden  Schweden 82,4 80,6 84,1
8 Osterreich  Österreich 81,8 79,3 84,1
9 Irland  Irland 81,8 79,9 83,6
10 Niederlande  Niederlande 81,7 80,0 83,2
11 Belgien  Belgien 81,5 79,0 84,0
12 Griechenland  Griechenland 81,5 78,9 84,0
13 Finnland  Finnland 81,5 78,6 84,4
14 Portugal  Portugal 81,3 78,1 84,3
15 Slowenien  Slowenien 81,2 78,2 84,3
16 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 81,2 79,4 83,0
17 Deutschland  Deutschland 81,0 78,6 83,5
- Europa  Europäische Union 81,0 78,2 83,6
18 Danemark  Dänemark 80,9 79,0 82,8
19 Tschechien  Tschechien 79,1 76,1 82,1
20 Kroatien  Kroatien 78,2 75,0 81,3
21 Estland  Estland 78,0 73,3 82,2
22 Polen  Polen 78,0 73,9 82,0
23 Slowakei  Slowakei 77,3 73,8 80,7
24 Ungarn  Ungarn 76,2 72,6 79,7
25 Rumänien  Rumänien 75,3 71,7 79,1
26 Bulgarien  Bulgarien 74,9 71,3 78,5
27 Litauen  Litauen 74,9 69,5 80,1
28 Lettland  Lettland 74,9 69,8 79,6

EntwicklungBearbeiten

Nach dem Human Development Index von 2015[20] ist das höchstentwickelte Land in der EU Dänemark. Danach kommen die Niederlande, Deutschland, Irland und Schweden. Nahezu alle Länder haben eine sehr hohe menschliche Entwicklung. Nur Rumänien und Bulgarien haben lediglich eine hohe menschliche Entwicklung.

 
Karte des Wohlstandsindikators HDI der EU im Jahr 2014
  • > 0,900
  • > 0,875
  • > 0,850
  • > 0,825
  • > 0,800
  • > 0,775
  • > 0,750
  • Rang in der EU Rang weltweit Staat Einstufung HDI
    1 4 Danemark  Dänemark sehr hohe Entwicklung 0,923
    2 5 Niederlande  Niederlande sehr hohe Entwicklung 0,922
    3 6 Deutschland  Deutschland sehr hohe Entwicklung 0,916
    4 6 Irland  Irland sehr hohe Entwicklung 0,916
    5 14 Schweden  Schweden sehr hohe Entwicklung 0,907
    6 14 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich sehr hohe Entwicklung 0,907
    7 19 Luxemburg  Luxemburg sehr hohe Entwicklung 0,892
    8 21 Belgien  Belgien sehr hohe Entwicklung 0,890
    9 22 Frankreich  Frankreich sehr hohe Entwicklung 0,888
    10 23 Osterreich  Österreich sehr hohe Entwicklung 0,885
    11 24 Finnland  Finnland sehr hohe Entwicklung 0,883
    25 Europaische Union  Europäische Union sehr hohe Entwicklung 0,880
    12 25 Slowenien  Slowenien sehr hohe Entwicklung 0,880
    13 26 Spanien  Spanien sehr hohe Entwicklung 0,876
    14 27 Italien  Italien sehr hohe Entwicklung 0,873
    15 28 Tschechien  Tschechien sehr hohe Entwicklung 0,870
    16 29 Griechenland  Griechenland sehr hohe Entwicklung 0,865
    17 30 Estland  Estland sehr hohe Entwicklung 0,861
    18 32 Zypern Republik  Zypern sehr hohe Entwicklung 0,850
    19 35 Slowakei  Slowakei sehr hohe Entwicklung 0,844
    20 36 Polen  Polen sehr hohe Entwicklung 0,843
    21 37 Litauen  Litauen sehr hohe Entwicklung 0,839
    22 37 Malta  Malta sehr hohe Entwicklung 0,839
    23 43 Portugal  Portugal sehr hohe Entwicklung 0,830
    24 44 Ungarn  Ungarn sehr hohe Entwicklung 0,828
    25 46 Lettland  Lettland sehr hohe Entwicklung 0,819
    26 47 Kroatien  Kroatien sehr hohe Entwicklung 0,818
    27 52 Rumänien  Rumänien hohe Entwicklung 0,793
    28 59 Bulgarien  Bulgarien hohe Entwicklung 0,782

    MigrationBearbeiten

    Einerseits existiert ein nicht unerheblicher Anteil von Bürgern der Europäischen Union aus dem Schengen-Gebiet, die innerhalb der EU ihren Wohnsitz wechseln. Die beiden Hauptgruppen hierbei sind zum einen jüngere Leute aus Gründen der Arbeitssuche.[21] Diese wandern in die ökonomisch stärkeren Länder ab. Die andere größere Gruppe bilden ältere Leute, die ihren Altersitz aufgrund des besseren, wärmeren Klimas in den Süden der Europäischen Union verlegen.[22]

    Neben der inneren Migration wandern in die Europäische Union insgesamt auch mehr Menschen ein, als von dort auswandern. Die Netto-Einwanderungsrate der EU im Jahr 2008 betrug 3,1 pro 1.000 Einwohner.[23] Die jährliche absolute Einwanderung schwankte seit 2003 von 1,5 bis 2,0 Millionen Einwanderungen.[23]

    Bevölkerungsaufbau in der Europäischen Union 2010
    (absolute Zahlen in Tausend)
    Mitgliedsstaat Gesamtbevölkerung Nicht im Land geboren % Aus einem anderen EU Mitgliedsstaat % Nicht aus einem EU Mitgliedsstaat %
    Europaische Union  Europäische Union 501.098 47.348 9,4 15.980 3,2 31.368 6,3
    Deutschland  Deutschland 081.802 09.812 12,0 03.396 4,2 06.415 7,8
    Frankreich  Frankreich 064.716 07.196 11,1 02.118 3,3 05.078 7,8
    Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 062.008 07.012 11,3 02.245 3,6 04.767 7,7
    Spanien  Spanien 045.989 06.422 14,0 02.328 5,1 04.094 8,9
    Italien  Italien 060.340 04.798 08,0 01.592 2,6 03.205 5,3
    Niederlande  Niederlande 016.575 01.832 11,1 00.428 2,6 01.404 8,5
    Griechenland  Griechenland 011.305 01.256 11,1 00.315 2,8 00.940 8,3
    Schweden  Schweden 009.340 01.337 14,3 00.477 5,1 00.859 9,2
    Osterreich  Österreich 008.367 01.276 15,2 00.512 6,1 00.764 9,1
    Portugal  Portugal 010.637 00.793 07,5 00.191 1,8 00.602 5,7
    Danemark  Dänemark 005.534 00.500 09,0 152 2,8 348 6,3

    BevölkerungsentwicklungBearbeiten

    Es wird vermutet, dass die Bevölkerung der Europäischen Union von 495 Millionen am 1. Januar 2008 auf 521 Millionen im Jahr 2035 ansteigen wird und anschließend bis zum Jahr 2060 schrittweise auf 506 Millionen zurückgeht. Für den Zeitraum von 2008 bis 2060 wird ein Rückgang der jährlichen Geburtenzahl vorausgesagt.

    Gleichzeitig wird vermutet, dass die Zahl der jährlichen Sterbefälle weiter zunimmt. Vermutlich wird die Zahl der Sterbefälle ab 2015 die Zahl der Geburten übersteigen und das Bevölkerungswachstum aufgrund des natürlichen Wachstums somit aufhören. Ab diesem Zeitpunkt wird der positive Wanderungssaldo voraussichtlich der einzige Bevölkerungswachstumsfaktor sein. Ab 2035 dürfte dieser positive Wanderungssaldo jedoch die negative natürliche Veränderung nicht mehr ausgleichen, und es wird vermutlich eine rückläufige Entwicklung in der Bevölkerungszahl geben.

    Darüber hinaus dürfte die Bevölkerung der Europäischen Union weiterhin älter werden; der Anteil der älteren Menschen (65 Jahre und älter) wird von 17,1 % im Jahr 2008 auf 30,0 % im Jahr 2060 steigen, und der Anteil der Menschen, die 80 Jahre und älter sind, wird im gleichen Zeitraum von 4,4 % auf 12,1 % steigen.[24]

     
    Bevölkerungsentwicklung der EU-25 1960 bis 2050 mit Alterszusammensetzung
    Bevölkerung in Tausend
    Mitgliedstaat Bevölkerung 2008 Bevölkerung 2035 Prozentuale Veränderung Bevölkerung 2060 Prozentuale Veränderung
    Belgien  Belgien 10.918 11.906 9,05 % 12.295 12,61 %
    Bulgarien  Bulgarien 07.505 06.535 −12,92 % 5.485 −26,92 %
    Danemark  Dänemark 05.561 05.858 5,34 % 5.920 6,46 %
    Deutschland  Deutschland 81.752 79.150 −3,18 % 70.759 −13,45 %
    Estland  Estland 01.340 01.243 −7,24 % 1.132 −15,52 %
    Finnland  Finnland 05.375 05.557 3,39 % 5.402 0,50 %
    Frankreich  Frankreich 63.136 69.021 9,32 % 71.800 13,72 %
    Griechenland  Griechenland 11.330 11.575 2,16 % 11.118 −1,87 %
    Irland  Irland 04.480 06.057 26,04 % 6.752 37,51 %
    Italien  Italien 60.626 61.995 2,26 % 59.390 −2,04 %
    Lettland  Lettland 02.230 01.970 −11,60 % 1.682 −24,57 %
    Litauen  Litauen 03.245 02.998 −7,61 % 2.548 −21,48 %
    Luxemburg  Luxemburg 0.0512 0.0633 23,63 % 732 42,97 %
    Malta  Malta 0.0416 0.0429 3,12 % 405 −2,64 %
    Niederlande  Niederlande 16.655 17.271 3,70 % 16.596 −0,35 %
    Osterreich  Österreich 08.404 09.075 7,98 % 9.037 7,53 %
    Polen  Polen 38.200 36.141 −5,39 % 31.139 −18,48 %
    Portugal  Portugal 10.617 11.395 7,33 % 11.265 6,10 %
    Rumänien  Rumänien 21.414 19.619 −8,38 % 16.921 −20,98 %
    Schweden  Schweden 09.416 10.382 10,26 % 10.875 15,49 %
    Slowakei  Slowakei 05.435 05.231 −3,75 % 4.547 −16,34 %
    Slowenien  Slowenien 02.050 01.992 −2,83 % 1.779 −13,22 %
    Spanien  Spanien 47.190 53.027 12,37 % 51.913 10,01 %
    Tschechien  Tschechien 10.533 10.288 −2,33 % 9.514 −9,67 %
    Ungarn  Ungarn 09.986 09.501 −4,86 % 8.717 −12,71 %
    Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 62.436 70.685 13,21 % 76.677 22,81 %
    Zypern Republik  Zypern 0.0804 1.121 39,4 % 1.320 64,18 %
    Europaische Union  Europäische Union 502.489 520.654 3,62 % 505.719 0,64 %

    StatistikenBearbeiten

    Alterspyramide Europäische Union 2013
    MännerAlterstufeFrauen
    3.630.778 
    85 und älter
    8.218.188  
    5.306.277 
    80–84
    8.454.811  
    7.906.877 
    75–79
    10.680.512  
    10.102.896 
    70–74
    12.181.603  
    12.144.566 
    65–69
    13.592.358  
    14.869.515 
    60–64
    16.043.260  
    16.233.614 
    55–59
    16.993.992  
    17.723.947 
    50–54
    18.044.116  
    18.940.262 
    45–49
    18.896.977  
    18.722.624 
    40–44
    18.538.464  
    17.788.398 
    35–39
    17.527.725  
    17.291.379 
    30–34
    17.063.718  
    16.304.500 
    25–29
    15.996.105  
    15.704.338 
    20–24
    15.135.476  
    14.076.653 
    15–19
    13.370.022  
    13.453.734 
    10–14
    12.782.681  
    13.471.020 
    5–9
    12.799.697  
    13.649.538 
    0–4
    12.971.206  


    Geburtenrate: 10,1 Geburten/1000 Einwohner (2016)[25]

    Sterberate: 10,2 Tote/1000 Einwohner (2016)[25]

    Nettomigrationsrate: 2,5 Einwanderer/1000 Einwohner (2016)[25]

    Heiratsrate: 4,9 Heiraten/1000 Einwohner (2007)[26]

    Scheidungsrate: 2,0 Scheidungen/1000 Einwohner (2005)[27]

    Kindersterblichkeitsrate: 4,0 Tote/1000 Geburten (2016)[27]

    Lebenserwartung: (2016)[25]

    • Gesamt: 80,2 Jahre
    • Männer: 77,4 Jahre
    • Frauen: 83,2 Jahre

    Fruchtbarkeitsrate: 1,61 Kinder/Frau 2016[28]

    Geburten außerhalb von Ehen: 39,5 % 2011[29]

    Demografiestrategie der EUBearbeiten

    Im Jahr 2006 wurden von der Europäischen Kommission fünf strategische Maßnahmen zur "Bewältigung der Herausforderungen des demografischen Wandels" vorgeschlagen:[30]

    • Unterstützung der demografischen Erneuerung durch bessere Bedingungen für Familien und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
    • Förderung der Beschäftigung – mehr Arbeitsplätze und ein längeres Erwerbsleben mit hoher Lebensqualität
    • Steigerung der Produktivität und Wirtschaftsleistung durch Investitionen in Bildung und Forschung
    • Aufnahme und Integration von Migranten in Europa
    • Gewährleistung nachhaltiger öffentlicher Finanzen für angemessene Renten, medizinische Versorgung und Langzeitpflege

    WeblinksBearbeiten

      Commons: Demographics of the European Union – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. http://epp.eurostat.ec.europa.eu/tgm/table.do?tab=table&language=en&pcode=tps00001&tableSelection=1&footnotes=yes&labeling=labels&plugin=1
    2. Zahlen für Frankreich enthalten auch die vier Übersee-Départements (Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Réunion) die integraler Teil der EU sind, nicht enthalten sind die Collectivité d’outre-mer und die anderen Territorien, die nicht Teil der EU sind.
    3. a b Population Estimates for UK, England and Wales, Scotland and Northern Ireland, Mid-2013
    4. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Memento des Originals vom 23. Mai 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik-berlin-brandenburg.de
    5. a b Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
    6. a b Einwohnerzahlen italienischer Städte am 31. Oktober 2013
    7. Bevölkerung des Departements Paris am 1. Januar 2013
    8. 38. Pressemitteilung des Nationalen Instituts für Statistik Rumäniens
    9. www.statistik.at
    10. Bevölkerung von Hamburg (Monatszahlen)
    11. Bevölkerung von Budapest am 1. Januar 2013 (Memento vom 17. Oktober 2013 im Internet Archive)
    12. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
    13. Einwohnerzahl Städte in Bayern
    14. Bevölkerung von Sofia am 31. Dezember 2012
    15. Bevölkerung von Prag am 31. Dezember 2013 (MS Excel; 66 kB)
    16. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2017 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 21. September 2018. (Hilfe dazu)
    17. Europäische Union: Eurobarometer Spezial – Die Europäer und ihre Sprachen (Memento des Originals vom 9. März 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ec.europa.eu, (pdf-Datei, 6,77 MByte, Zugriff am 25. November 2010)
    18. Eurobarometer 83.4 (May-June 2015): Climate change, Biodiversity and Discrimination of Minority Groups. Abgerufen am 10. November 2017 (englisch).
    19. Lebenserwartung in der EU. Eurostat, abgerufen am 6. Juli 2018.
    20. United Nations Development Programme (Hrsg.): Human Development Report 2015. ISBN 978-92-1126398-5 (Online [PDF; abgerufen am 9. Januar 2018]).
    21. http://www.presseurop.eu/en/content/article/3869241-new-promised-land
    22. Anzahl deutscher Ruheständler außerhalb der Bundesrepublik wächst
    23. a b 5.4 million children born in EU27 in 2008. Eurostat. Archiviert vom Original am 10. Mai 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/epp.eurostat.ec.europa.eu Abgerufen am 21. Oktober 2014.
    24. Bevölkerungsprojektionen 2008-2060
    25. a b c d The World Factbook — Central Intelligence Agency. Abgerufen am 10. September 2017 (englisch).
    26. Eurostat 2007 (Memento des Originals vom 31. März 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/epp.eurostat.ec.europa.eu
    27. a b Eurostat 2005 (Memento des Originals vom 8. Dezember 2006 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/epp.eurostat.ec.europa.eu
    28. http://epp.eurostat.ec.europa.eu/statistics_explained/index.php?title=File:Total_fertility_rate,_1960-2011_%28live_births_per_woman%29.png&filetimestamp=20130129121040
    29. http://epp.eurostat.ec.europa.eu/tgm/table.do?tab=table&plugin=1&language=en&pcode=tps00018
    30. Europäische Kommission: Demografische Analyse (Kurzzusammenfassung zu fünf Strategien zur Bewältigung der Herausforderungen des demografischen Wandels, html). ec.europa.eu. Ohne Artikel-Datum im Artikel-Text (aus Jahr ca. 2013), abgerufen am 4. Juli 2016.