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Saxonias Wappen

Das Corps Saxonia Kiel ist eine pflichtschlagende und farbentragende Studentenverbindung im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV). Das Corps vereint Studenten und Alumni der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die Corpsmitglieder werden Kieler Sachsen genannt.

GeschichteBearbeiten

Das Corps wurde am 25. Juni 1838[1] in Kiel gegründet. Es hat die Farben grün-weiß-bordeauxrot. Der Wahlspruch ist Virtuti semper corona! (etwa "[der] Mannhaftigkeit [gebührt] stets die Krone!"). Wie bei Holsatia, dem zweiten alten Kieler Corps, war auch bei Saxonia die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg von längeren Suspensionsphasen bestimmt. Die erste Suspension dauerte vom Sommersemester 1841 bis zum 9. Dezember 1842. Eine große Zäsur entstand im März 1848, als sich Saxonia an der Schleswig-Holsteinischen Erhebung beteiligte und das Corpsleben vollständig erlosch.[2] Saxonia trat am 24. Februar 1858 (wie drei Jahre zuvor schon Holsatia) wieder als Corps zusammen, allerdings nur für wenig mehr als ein Jahr. Am 21. Mai 1859 suspendierte sie erneut und rekonstituierte am 11. Dezember 1864. Die dritte Suspensionsphase trat am 19. Juli 1870 infolge des Deutsch-Französischen Krieges ein. Diesmal gelang die Wiederaufnahme des Aktivenbetriebes erst zwanzig Jahre später im Wintersemester 1890/91. Mit Ausnahme des Sommersemesters 1894 und des darauf folgenden Wintersemesters 1894/95 bestand sie dann bis zum Ersten Weltkrieg ununterbrochen. Der Aufschwung der Saxonia, wie auch der 1905 nach längerer Unterbrechung erneuerten Holsatia, hing auch mit dem Anstieg der Studentenzahlen an der Kieler Universität nach 1895 zusammen.

Schon Ende der 1890er Jahre konnte Saxonia dank der Spendenfreudigkeit eines Alten Herren ein Haus ihr eigen nennen. 1931 erwarb sie aus dem Besitz der Familie Krupp die Krupp'sche Villa an der Kiellinie 71 unmittelbar neben dem Kieler Yacht-Club.[3] Das Gebäude, das Gartenhaus und die wasserseitige Einfriedungsmauer sind als Bauliche Anlage mit geschichtlichem und städtebaulichem Wert seit 4. Mai 2018 Kulturdenkmal. Das Gebäude wurde vermutlich um 1910 gebaut, Umbau 1914 unter Hans Beissel für Gustav Krupp von Bohlen und Halbach; zweigeschossiger giebelständiger Putzbau unter ausgebautem Satteldach, Front mit Seitenrisalit, Altan und jüngerem Polygonalerker; wasserseitig Einfriedungsmauer und Gartenhaus.[4]

Im Januar 1950 gehörte Saxonia zu den 22 Corps, die sich in der Interessengemeinschaft zusammenschlossen und die Wiederbegründung des KSCV vorbereiteten. Wie 1912 stellte sie 1953 den Vorsitzenden des Kösener Congresses. Walter Ballas war der erste Nachkriegsvorsitzende des VAC-Vorstands.

VerhältniscorpsBearbeiten

 
Corpshaus und Verhältniscorps (1912)

Saxonia hat seit den 1890er Jahren mehrere Verhältnisverträge mit anderen Kösener Corps geschlossen und gehört zum schwarzen Kreis.

Kartelle
Normannia Berlin (seit 1923, befreundet seit 1899)
Suevia-Straßburg zu Marburg (seit 1971, befreundet seit 1951)
Befreundete Corps
Borussia Greifswald (1919)
Hassia-Gießen zu Mainz (1920)
Thuringia Jena (1920)
Suevia München (1927)
Rhenania Bonn (1953)
Saxonia Konstanz (1956)
Bavaria Würzburg (1965)
Thuringia Leipzig (Vorstellungsverhältnis 1920)

Bekannte MitgliederBearbeiten

In alphabetischer Reihenfolge des Nachnamens

Träger der Klinggräff-MedailleBearbeiten

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurde ausgezeichnet:

  • Georg Ulrich Bacmeister (1997)

LiteraturBearbeiten

  • Wilhelm Fabricius: Die Deutschen Corps. Eine historische Darstellung mit besonderer Berücksichtigung des Mensurwesens. Berlin 1898
  • Georg Bacmeister: Die Kieler Sachsen. Die Kieler Sachsen in ihren Zeiten. 25. Juni 1838 bis 25. Juni 1958. Ein Streifzug durch die ersten 120 Jahre unserer Geschichte. Lüneburg 1958

WeblinksBearbeiten

  Commons: Corps Saxonia Kiel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ernst Hans Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 74.
  2. Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps. Hilden 2007
  3. Hugo von Waldeyer-Hartz: An der Kieler Föhrde. In: Deutsche Corpszeitung 48 (1931/32), S. 238 f.
  4. Begründung aus der Liste der Kulturdenkmale Schleswig-Holsteins