Der Begriff der City (engl. für Stadt; von lat. civitas: Bürgerschaft, Staat)[1] wird in der Stadtforschung und darüber hinaus auch bereits im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch bei größeren Städten für die Kennzeichnung des Stadtzentrums verwendet. Dies steht allerdings in einem Widerspruch zur Nutzung des Wortes im Englischen. Eindeutiger ist etwa die Bezeichnung Zentrum. Als Begriff ist City wiederum international verbreitet und wird auch von Personen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, verstanden.

Gebrauch im EnglischenBearbeiten

City ist im englischen Sprachraum eine Bezeichnung für

  • eine Großstadt
  • eine historische Stadt mit Bischofssitz und Kathedrale (und damit auch für eine kleinere Stadt)
  • eine Stadt mit königlicher Urkunde und zeremoniellen Privilegien

Gebrauch im DeutschenBearbeiten

Der Begriff City lässt sich im Deutschen auf einem Prozess zurückführen, der sich bereits im 18. Jahrhundert in London abspielte, bei dem sich in der „City of London“ ein Banken- und Versicherungswesen herausbildete und sich andere Innenstadtfunktionen aufgrund dessen zunehmend in anderen Stadtteilen konzentriert haben (Regierung in „City of Westminster“). Eine ähnliche Bedeutungsausweitung erfuhr der englische Ausdruck downtown, der sich ursprünglich auf den südlichen Teil Manhattans bezogen hatte, dann aber zum Synonym für „Innenstadt, Stadtzentrum“ wurde.

Im Deutschen ist es in erster Linie ein Funktionsbegriff. Es handelt sich um den zentral gelegenen Teilraum einer Großstadt mit einer räumlichen Konzentration hochrangiger zentraler Funktionen des tertiären und quartären Sektors, deren Standorte vielfältig miteinander in Beziehung stehen, d. h. sogenannte Standort- und Funktionsgemeinschaften bilden.

Weitere typische Merkmale eines als City bezeichneten Gebietes sind etwa:

  • im Allgemeinen räumlich gegliedert sind und damit sogenannte funktionale Viertel ausmachen
  • durch eine differenzierte Entwicklungsdynamik gekennzeichnet sind
  • Abnahme der Wohnbevölkerung seit Beginn des modernen Citybildungsprozesses
  • Überwiegen der Tag- gegenüber der Nachtbevölkerung
  • geringer Anteil des verarbeitenden Gewerbes
  • hohe Arbeitsplatzdichte
  • hohe Boden- und Mietpreise
  • besondere physiognomische Merkmale (Schaufenster, Bebauungsdichte, Repräsentationswert)

Treffender wird daher in der Stadtforschung der Begriff Central Business District (CBD) als Synonym für die City als Geschäftszentrum verwendet.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. City. In: duden.de. Abgerufen am 4. September 2020.