Hauptmenü öffnen

Chu (Staat)

historisches Königreich im Gebiet des heutigen Süd-Chinas
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Lage um 260 v. u. Z.

Chu (chinesisch , Pinyin Chǔ, W.-G. Ch'u) war ein Königreich im Gebiet des heutigen Süd-China während der Westlichen Zhou-Dynastie (1046 bis 771 v. Chr.), der Zeit der Frühlings- und Herbstannalen (722 bis 481 v. Chr.) und der Zeit der Streitenden Reiche (475 bis 221 v. Chr.).

Ursprünglich war das Land als Jing () und nachfolgend als Jingchu (荆楚) bekannt. Die größte Ausdehnung bildete ein umfangreiches Gebiet, einschließlich das der heutigen Provinzen Hunan, Hubei, Chongqing, Henan, und Teile von Jiangsu. Die Hauptstadt von Chu war Ying.

Historische ÜberlieferungBearbeiten

Als erstem Vasallen der Zhou-Könige gelang es dem Fürst Chu Wuwang (König Wu von Chu) im Jahr 703/704 vor Christus, sich selbst dauerhaft als König zu etablieren und sich damit gleichrangig zum Herrscher der regierenden Zhou-Dynastie zu machen.[1] Hintergrund dafür war die Lage des nie voll unterworfenen, teilautonomen Flächenlandes im südlichsten Teil des Zhou-Herrschaftsbereichs. Historiker erklären diese Selbsterhöhung mit diplomatischen Schwierigkeiten, welche der Zi (子, übersetzt meist als Vizegraf) von Chu mit seinen südlichen Nachbarn gehabt haben müsse. Führer jener nichtchinesischen Regionen und Stammestümer bezeichneten sich ebenfalls als Könige. Nachdem dem Fürsten von Chu ein gebührender Rang (etwa der eines Gongs) durch die regierenden Zhou jahrzehntelang trotz inständigen Bittens verweigert worden war, sei die Königs-Ernennung weniger als Akt der Rebellion gegen die Zhou-Könige zu verstehen, denn als Bemühung, sich den Respekt der Vasallen und Nachbarreiche zu erhalten.[2] Für lange Zeit blieb Chu das einzige chinesische Fürstentum, welches von einem dem Zhou-König formell gleichrangigen Herrscher regiert wurde, und beanspruchte auch bald in vielerlei weiteren politischen Gesten den Status eines unabhängigen Staates, der nicht länger Vasall der Zhou sei. Erst zur Zeit der Streitenden Reiche wagten es weitere mächtige Gongs, sich ebenfalls als Könige zu bezeichnen, angefangen in der Mitte des 6. Jahrhunderts in den Staaten Wu und Yue.

Das südliche Chu war damit seit Beginn der Frühlings- und Herbstannalen eine stetige Bedrohung für die brüchigen Bündnispartner rund um den Zhou-Hof des Nordens. Chu blieb darum auch lange einer der mächtigsten Staaten Chinas; der spätere König Zhuang (um die Jahrhundertwende 600 v. Chr.) wird meist zu den Fünf Hegemonen gezählt und somit zu den Garanten für die Aufrechterhaltung der feudalen Ordnung Chinas in dieser Zeit.

Chu wurde dafür bekannt, seine Verbündeten und Vasallen (zumeist kleine bis sehr kleine Staaten in seinen Randgebieten) zu annektieren und auf diese Weise seinen direkten Herrschaftsbereich langsam auszudehnen. Dazu gehörten (alle Jahreszahlen vor Christus): E (863), Quan (704), Luo (690), Shen und Xi (zwischen 688 und 680), Deng (678), Huang (648), Dao (nach 643), Jiang (623), Liao und Lù (622), Ruo (nach 622), Yong (611), Shuliao (601), Sui (nah 506), Shuyong (574), Lai (538), Xu (512), Chen (479), Cai (447), Qi (445), Ju (431), Pi (nach 418), Zou, Yue (334) und Lu (249).

223 wurde Chu im Zuge der Reichseinigung als einer der letzten chinesischen Staaten durch Qin erobert.

Archäologischer BefundBearbeiten

Archäologisch wurde durch Auswertung von Grabgestaltung und -beigaben erwiesen, dass der Staat Chu um 600 v. Chr., also in der mittleren Zeit der Frühlings- und Herbstannalen, hinsichtlich seiner Sitten und Kultur voll unter dem Einfluss der Zhou-Könige stand, während seine Führer zugleich politische Souveränität und Gleichrangigkeit zu den Zhou beanspruchten. Ob die Chu-Herrscher und ihre Kultur allerdings einer einheimischen Führerschaft entstammten oder aber ob und unter welchen Umständen sie aus dem Zhou-Reich im Norden gekommen waren, ließ sich bislang nicht feststellen. Auch die erste Hauptstadt Danyang ist bislang nicht gefunden worden.[2]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. So das Shiji von Sima Qian; nach Falkenhausen in Band 40, S. 1692/1695
  2. a b Lothar von Falkenhausen (Hrsg. Michael Loewe, Edward L. Shaughnessy): The waning of the bronze age. In: The Cambridge History of Ancient China, Cambridge 1999. S. 514–525. ISBN 978-0-521-47030-8. Digitalisat