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Christoph Martin Wieland

deutscher Dichter, Übersetzer und Herausgeber der Aufklärung

LebenBearbeiten

Abstammung, Kindheit und JugendBearbeiten

 
Wielands Geburtshaus in Oberholzheim, Ansicht von 1840
 
Wielands Elternhaus in Biberach

Geboren wurde Christoph Martin Wieland im Pfarrhaus von Oberholzheim, einem Dorf, das damals eine Pfründe des Hospitals zum Heiligen Geist der freien und paritätischen Reichsstadt Biberach war. Seine Vorfahren waren seit 1560 in Biberach ansässig. Als Wirte des Gasthauses Zum schwarzen Bären am Biberacher Marktplatz erlangten diese Einfluss im Rat der Stadt und stellten mit Wielands Urgroßvater Martin Justin Wieland (* 18. November 1624 in Biberach; † 1. Januar 1685 ebd.) einen Bürgermeister dieser Stadt. Aus dessen erster 1649 geschlossenen Ehe mit Maria Walpurga Wern (* 10. August 1627 in Biberach; † 1669 ebd.) stammt der Großvater des späteren Dichters Thomas Adam Wieland d. Ä. (* 27. Juli 1653 in Biberach; † 29. März 1729 in Oberholzheim). Dieser hatte an den Universitäten Straßburg, Wittenberg, Basel und Tübingen studiert und sich 1680 den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie erworben. Er ergriff den Beruf eines Theologen und wirkte ab 1680 in Kohlstetten und Kleinengstingen, ab 1688 in Mundigen und ab 1693 als Pfarrer in Oberholzheim. Aus dessen am 1. Juli 1680 geschlossenen Ehe mit der Pfarrerstochter Anna Maria Brigel (* 1. Februar 1661 in Biberach; † 3. Juli 1739 ebd.) stammen einige Kinder ab, von denen Christoph Martin Wielands gleichnamiger Vater Thomas Adam Wieland d. J. (* 3. Januar 1704; † 27. September 1772 in Biberach) ebenfalls den Beruf eines Theologen ergriff.

Thomas Adam Wieland d. J. hatte in Tübingen und Halle studiert, sich ebenfalls den Grad eines Magisters erworben und wurde als Nachfolger seines Vaters Pfarrer in Oberholzheim. Thomas Adam Wieland d. J. verheiratete sich mit der späteren Mutter des Dichters Regina Katharina Kick (* 1. Juli 1715 in Biberach; † 27. Februar 1789 in Weimar), die Tochter des Majors im Markgräflichen Badenschen Kreisregiment Erbprinz Johann Christoph Kick (* 1. Juli 1663 in Lindau; † 22. August 1741 in Biberach) und dessen am 22. November 1693 geheirateten zweiten Ehefrau, der aus Biberach stammenden Marie Christine Rauh (* 21. Februar 1689 Biberach: † 24. Januar 1765 ebd.). Da Thomas Adam Wieland d. J. 1736 die Stelle eines Siechenpredigers an der Magdalenenkirche in Biberach erhielt, zog die Familie dorthin. Hier wurde sein Vater 1755 Abendprediger und 1761 Frühprediger Senior der kirchlichen Einrichtung. Aus der Ehe der Eltern stammt noch der Sohn Johann Gottlieb Wieland († jung), Justin Sebastian Wieland († jung), Thomas Adam Wieland (* 13. Dezember 1735 in Oberholzheim; † 8. Mai 1764 in Biberach), der Kupferstecher wurde, und die Tochter Marie Justine Regina Wieland († jung).[2] Als Taufzeugen in der Stadtkirche von Oberholzheim fungierten Johann Gottlieb von Gaupp,[3] Justinus Hartmann.[4] Katharina Justina Zell[5] und Regina Margaretha Rauh.[6]

Nach der Versetzung des Vaters wurde Christoph Martin Wieland von diesem, von Privatlehrern und später in der Biberacher Stadtschule unterrichtet. Schon mit zwölf Jahren versuchte er sich in lateinischen und deutschen Versen, mit sechzehn Jahren hatte er bereits fast alle römischen Klassiker gelesen; unter den damals modernen Schriftstellern zogen ihn die Aufklärer Voltaire, Bernard le Bovier de Fontenelle und Pierre Bayle, unter den deutschen Poeten insbesondere Barthold Heinrich Brockes an.

Im pietistischen Internat zu Kloster Berge bei Magdeburg, das Christoph Wieland ab 1747 besuchte, wurde der junge Wieland zu einem großen Verehrer Friedrich Gottlieb Klopstocks. Ohne Abschluss beendete er die Klosterschule und schrieb sich 1749 an der Universität Erfurt zum Studium der Philosophie ein. Bei seinem Verwandten Johann Wilhelm Baumer lernte er dort den Don Quijote, aber auch die Philosophie von Gottfried Wilhelm Leibniz und Christian Wolff kennen und schätzen. Im Sommer 1750 brach er das Studium ab und kehrte ins väterliche Haus nach Biberach zurück. Er begann eine Liebesbeziehung mit seiner zwei Jahre älteren Cousine Sophie Gutermann (spätere Sophie von La Roche) und verlobte sich mit ihr. Diese Verbindung löste ihn aus einer inneren Vereinsamung; Sophie (deren Roman Geschichte des Fräuleins von Sternheim er zwei Jahrzehnte später, im Jahr 1771, veröffentlichen sollte) regte ihn zu seinem ersten größeren Werk an, das 1752 anonym veröffentlicht wurde: Die Natur der Dinge oder die vollkommenste Welt. Ein Lehrgedicht in sechs Büchern.

Studium, Schweiz (1750–1759)Bearbeiten

Im Herbst 1750 begann Wieland an der Universität Tübingen ein Jurastudium, das er jedoch bald zugunsten der Literatur und des eigenen poetischen Schaffens vernachlässigte. Sein Heldengedicht "Hermann" in fünf Gesängen sandte er an Johann Jakob Bodmer – den "grand old man" des Zürcher Literaturlebens, was zu einem intensiven persönlichen Briefwechsel führte. Schon bald gab Wieland das ungeliebte Jurastudium ganz auf und widmete sich seiner Bildung und der Literatur. Seine Erstlingswerke kennzeichnen ihn als leidenschaftlichen Klopstockianer, der eine spezifisch christliche Dichtung anstrebt.

Im Sommer 1752 folgte Wieland einer Einladung Bodmers nach Zürich. Der folgende Aufenthalt in der Schweiz sollte acht Jahre währen. Aufs Herzlichste empfangen, wohnte er eine Weile bei Bodmer als dessen Schüler und wirkte mit an der neuen Herausgabe der 1741 erschienenen, gegen Johann Christoph Gottsched gerichteten „Züricherischen Streitschriften“. In den folgenden Jahren stand er in anregendem Verkehr mit den wichtigsten Zürcher Vertreter der Aufklärungn wie Johann Jakob Breitinger, Hans Caspar Hirzel, Salomon Gessner. 1753 erschienen seine "Briefe von Verstorbenen an hinterlassene Freunde".

Ende 1753 löste Sophie die Verlobung mit Wieland und heiratete den kurmainzischen Hofrat Georg Michael Anton La Roche (1720–1788). Dies sowie ein längerer Aufenthalt im pietistisch geprägten Haus der Familie Grebel in Zürich trugen dazu bei, dass Wieland noch eine Zeit lang an seiner "frommen" Sprache festhielt. In seinen "Hymnen" (Zürich 1754) und den "Empfindungen eines Christen" (Zürich 1755) wandte er sich besonders deutlich gegen jede erotische Poesie. Bald jedoch vollzog sich in ihm, besonders unter dem Einfluss der Schriften von Lukian, Horaz, Cervantes, Shaftesbury, d'Alembert, Voltaire eine vollständige Umkehr. 1754 trennte er sich von Bodmer und machte sich als Hauslehrer in Zürich selbstständig. Zunehmend wandelte er sich zum klassischen Vertreter der Aufklärung. Schon das Trauerspiel "Lady Johanna Gray" (Zürich 1758) – das erste deutsche Drama in Blankversen – begrüßte Lessing mit der Bemerkung, Wieland habe „die ätherischen Sphären verlassen und wandle wieder unter Menschen“. Lessing erachtet das Stück insgesamt allerdings als missglücktes Plagiat, das Wieland von Nicolas Rowe habe (vgl. 63.–64. Brief, die neueste Literatur betreffend). Im selben Jahr schrieb Wieland das epische Fragment "Cyrus" (Zürich 1759), zu dem ihn Friedrich II. von Preußen angeregt hatte.

Inzwischen war Wieland nach Bern gezogen, wo er ebenfalls als Hauslehrer tätig war. Dort verlobte er sich mit Julie Bondeli, der späteren Freundin Jean-Jacques Rousseaus. Pläne, eine Zeitschrift herauszugeben, musste Wieland aus finanziellen Gründen bald aufgeben.

Biberach, Erfurt (1760–1772)Bearbeiten

 
Das Wieland-Gartenhaus in Biberach an der Riß
 
Christoph Martin Wieland in seiner Zeit als Biberacher Kanzleiverwalter. Gemälde von Oswald May im Braith-Mali-Museum in Biberach

1760 kehrte Wieland nach Biberach zurück, wo er zum Senator gewählt und zum Kanzleiverwalter ernannt wurde. Ein Jahr darauf begann er eine Beziehung mit Christine Hogel. 1764 brachte diese von ihm ein Kind zur Welt; da eine Heirat mit einer katholischen Bürgerstochter für Wielands Familie jedoch unter keinen Umständen infrage kam, beendete er die Beziehung. Seine uneheliche Tochter Caecilia Sophie Christine starb früh. Auf Drängen seiner Familie heiratete er 1765 die Augsburger Kaufmannstochter Anna Dorothea von Hillenbrand (1746–1801), mit der er 14 Kinder haben sollte.

 
Ehemaliges Komödienhaus in der Schlachtmetzig in Biberach an der Riß. 1762 wurde hier erstmals in Deutschland ein Shakespeare-Stück in deutscher Sprache aufgeführt, die Komödie Der Sturm in der Übersetzung Wielands.

Die kleinbürgerlichen Verhältnisse seiner Vaterstadt bedrückten Wieland; doch fand er auf dem Schloss Warthausen von Grafen Stadion eine Stätte weltmännischer Bildung und persönlicher Anregung. Dort begegnete er auch seiner ehemaligen Verlobten Sophie, die mit ihrem Mann bei Stadion lebte, wieder. Der Verkehr mit ihnen und anderen Personen dieser hochgebildeten Kreise führte zu Wielands endgültiger „Bekehrung“ ins Weltliche.

Nun folgte die Epoche der schriftstellerischen Tätigkeit, die Wielands Ruhm und Bedeutung für die deutsche Literatur begründete. Um 1761 begann er den Roman "Geschichte des Agathon", der nach seinem Erscheinen 1766/1767 ein großer Erfolg wurde. 1764 folgte "Don Silvio von Rosalva, oder der Sieg der Natur über die Schwärmerey". In beiden Werken lassen sich Einflüsse von Miguel de Cervantes, Laurence Sterne und Henry Fielding nachweisen. Parallel dazu arbeitete er seit 1762 an der Übersetzung der Stücke William Shakespeares (Zürich 1762–66, 8 Bde.), mit denen er das Theaterleben in Deutschland nachhaltig beeinflusste. Mit den beiden Romanen, den Dichtungen "Musarion oder die Philosophie der Grazien" (1768) und "Idris" (1768) sowie den Erzählungen "Nadine" (1769), "Combabus" (1770), "Die Grazien" (1770) und "Der neue Amadis" (1771) folgte Wieland seinem neuen Weg, der im vollen Gegensatz zu den Anschauungen seiner Jugend stand: Er verkündete eine Philosophie der heiteren Sinnlichkeit, der weltlichen Freuden, der leichten Anmut.

1769 folgte Wieland einem Ruf an die Universität Erfurt. Seine Lehrtätigkeit tat seiner dichterischen Produktivität wenig Abbruch. In Erfurt, wo er im Haus „Zum Alten Schwan“ hinter der Krämerbrücke[7] wohnte, verfasste er neben den bereits erwähnten Werken das Singspiel "Aurora", die "Dialoge des Diogenes" und den politisch-philosophischen Staatsroman "Der goldene Spiegel oder die Könige von Scheschian" (1772). Letzterer war es, der ihm den Weg nach Weimar bahnte.

 
Stadtplan von Weimar (1784), auf dem links oberhalb der Mitte „H[er]r[n] HofR[at] Wieland[s] Garten“ eingetragen ist

Weimar (1772–1798)Bearbeiten

 
Christoph Martin Wieland; Gemälde von Anton Graff, 1794
 
1775 weilte C. M. Wieland im Gleimhaus zu Halberstadt

1772 berief die verwitwete Herzogin und Komponistin Anna Amalia von Sachsen-Weimar Wieland zur Erziehung ihrer beiden Söhne nach Weimar.[8] Wieland war kein Freund des Absolutismus, jedoch reizte ihn die Möglichkeit, auf den künftigen Herzog Einfluss nehmen zu können, und er sagte zu. Hier trat er in den geistig bedeutendsten Lebenskreis des damaligen Deutschlands, der sich um die Herzogin gruppierte,[9] und der schon bei seiner Ankunft Männer wie Johann Karl August Musäus, Karl Ludwig von Knebel, Friedrich Hildebrand von Einsiedel und Friedrich Justin Bertuch in seinen Bann zog und in sich schloss, und bald darauf durch Johann Wolfgang Goethe und Johann Gottfried Herder weitere Belebung und Anregung erhielt. Wieland bezog als herzoglicher Hofrat ein gesichertes Gehalt, das ihm auch nach Karl Augusts Regierungsantritt als Pension verblieb.

In verlässlichen, ihn beglückenden Lebensverhältnissen entfaltete er eine frische und sich immer liebenswürdiger gestaltende poetische und allgemein literarische Tätigkeit. Mit dem Singspiel Die Wahl des Herkules und dem lyrischen Drama Alceste (1773) errang er breite Anerkennung. Endlich konnte er – nach französischem Vorbild – die Idee einer eigenen literarischen Zeitschrift verwirklichen. In „Der Teutsche Merkur“, dessen Redaktion er von 1773 bis 1789 führte, ließ er die eigenen dichterischen Arbeiten erscheinen, neben denen er auch eine ausgebreitete literaturkritische Tätigkeit übte, die sich lange Zeit hindurch auf fast alles erstreckte, was für die literarische Welt von Bedeutung war. Seine Kritik war gelegentlich sehr spöttisch, nie aber hämisch, eher nachsichtig und konstruktiv. Des ungeachtet wandten sich die Dichter des „Göttinger Hains“ heftig gegen ihn. Ihnen –namentlich auch den Homer-Übersetzungen von Johann Heinrich Voß– wie auch den Frühromantikern mit ihren Theorien stand er allerdings skeptisch gegenüber.

Seine 1773 im Teutschen Merkur veröffentlichten Briefe über Alceste gaben Goethe Anlass zu der Farce Götter, Helden und Wieland. Wieland hatte die Figur des Herkules in der Tragödie des Euripides als unpassend und grobschlächtig kritisiert. Goethe, im vollen Saft seiner Sturm- und Drang-Periode, ließ seinen Herkules als klassischen Helden auftreten, der den Literaten Wieland lächerlich machte. Auf diesen Angriff antwortete Wieland mit viel Verständnis für die jungen Rabauken. (Schon im Titel von Goethes Text ist wahrscheinlich eine zweite Lesemöglichkeit angelegt: Götter, Helden und Wieland). Als Goethe bald darauf dem Ruf des Herzogs Karl-August nach Weimar folgte, bildete sich zwischen ihm und Wieland ein dauerndes Verhältnis der Anerkennung, dem der überlebende Altmeister nach Wielands Tod in seiner schönen Denkrede auf Wieland ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat[10].

Nach dem Amtsantritt des jungen Herzogs zog er sich von öffentlichen Ämtern zurück und widmete sich ganz seiner schriftstellerischen Arbeit als Kritiker, Aufklärer und Übersetzer. Die Gesellschaftssatire Geschichte der Abderiten, das romantische Gedicht Oberon (Weimar 1780), die poetischen Erzählungen Das Wintermärchen, Geron der Adlige, Schach Lolo, Pervonte u. a., gesammelt in den Auserlesenen Gedichten (Jena 1784–87), sowie die populäre Märchensammlung Dschinnistan (Winterthur 1786–1789) entstanden in Weimar und geben Zeugnis für seine schöpferische Vielfalt. Dazu gesellten sich die geistreiche Übersetzung der Briefe und Satiren des Horaz (Leipzig 1782 und 1786) sowie die Bearbeitung von Lukians sämtlichen Werken (Leipzig 1788 bis 1789) und zahlreiche kleinere Schriften.

Oßmannstedt (1798–1803) und wieder Weimar (1803–1813)Bearbeiten

 
Christoph Martin Wieland, Gemälde von Gerhard von Kügelgen, 1808, Universitätsbibliothek Tartu

Eine Gesamtausgabe der bis 1802 erschienenen Werke (von 1794 an bei Göschen in Leipzig), hatte Wieland erlaubt, das Gut Oßmannstedt bei Weimar anzukaufen. Hier wollte er sich „eine Insel des Friedens und des Glücks“ aufbauen – inmitten der sich anbahnenden napoleonischen Kriege. Er wollte sich – im Alter von 65 Jahren – als Landwirt betätigen. Hier verlebte der Dichter seit 1798 im Kreise der großen Familie (seine Gattin hatte in 20 Jahren sieben überlebende Kinder geboren) einige glückliche und produktive Jahre. Seine frühere Verlobte, Sophie von La Roche, besuchte ihn mit ihrer Enkelin Sophie Brentano, mit der sich eine enge Freundschaft entwickelte. Hier besuchte ihn auch Heinrich von Kleist und las ihm den Robert Guiscard aus dem Manuskript vor.

Der Tod seiner Gattin 1800 und die finanzielle Belastung durch das Gut bewogen ihn, das Gut 1803 zu veräußern und wieder in Weimar zu wohnen. Dort gehörte er dem Kreis der Herzogin Anna Amalia bis zu deren Tod an. Die Zeitschrift Attisches Museum, die Wieland allein 1796–1801, und das Neue attische Museum, das er mit Johann Jakob Hottinger und Friedrich Jacobs 1802–1810 herausgab, dienten dem Zweck, die deutsche Nation mit den Meisterwerken der griechischen Poesie, Philosophie und Redekunst vertraut zu machen. Im Attischen Museum veröffentlichte er unter anderem vier von ihm übersetzte Komödien von Aristophanes und zwei Tragödien von Euripides. 1806 war Wieland in Weimar Gastgeber von Adam Oehlenschläger. 1808 lud ihn Kaiser Napoleon zu einer Unterredung am Rande des Fürstenkongresses nach Erfurt ein.[11] Im Alter von 76 Jahren trat er der Weimarer Freimaurerloge Anna Amalia zu den drei Rosen bei und hielt dort zahlreiche Vorträge.[12][13][14]

Wieland blieb bis zu seinem Tod außergewöhnlich lebensfroh. Am 20. Januar 1813 starb er an den Folgen einer Erkältung.

Seinem Wunsch gemäß wurde er im Schlossgarten von Oßmannstedt neben seiner Frau und Sophie Brentano begraben. Das Grab befindet sich unter einem dreiseitigen Obelisken in einer Schleife der Ilm. Die Inschrift des Grabsteines ist ein Distichon und lautet:

LIEBE UND FREUNDSCHAFT UMSCHLANG DIE VERWANDTEN SEELEN IM LEBEN
UND IHR STERBLICHES DECKT DIESER GEMEINSAME STEIN.

Zur WirkungBearbeiten

 
Biberacher Notgeld von 1923 mit Wielandporträt

Christoph M. Wieland war mit seinem Werk Geschichte des Agathon der Begründer der Tradition des deutschen Bildungsromans. Nach einer pietistischen Phase der Schwärmerei entwickelte er sich zu einem der einflussreichsten Schriftsteller der Aufklärung. Seine Verserzählungen sind gekennzeichnet durch meisterhafte Stilistik. Er beherrschte die Satire ebenso wie die Literaturkritik. Auch als Übersetzer leistete er Bedeutendes: seine in Weimar entstandenen Horaz- und Lukian-Übersetzungen sind „bis heute nicht veraltet“.[15]

Stilsicher geschmeidige Wortkunst und abgewogene denkerische Klugheit – ein Muster an reflexiver Aufklärung (vgl. Moderne) – machten Wieland zunächst zu einem der wirksamsten deutschen Dichter, zogen ihm aber auch die anhaltende Feindseligkeit der Nachfolgegenerationen mit deren Programmen der „Ächtheit“ bzw. der Gefühlskultur zu (vgl. Sturm und Drang, Romantik), denen seine Toleranz und freie Erotik missfielen. So wurde er schon im 19. Jahrhundert unter den deutschen Klassikern der am wenigsten Gelesene. Im deutschsprachigen Raum gewann Wieland erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die begeisterte Ehrenrettung Arno Schmidts wieder eine neue Leserschaft.

Wielands Aufklärungskonzept wurde im Roman Wieland or The Transformation: an American Tale (Wieland oder die Verwandlung: eine amerikanische Erzählung; 1798) des amerikanischen Schriftstellers Charles Brockden Brown verarbeitet. Protagonist des Romans ist Theodore Wieland, ein fiktiver Verwandter des Dichters, der im religiösen Wahn seine Familie tötet.[16]

FamilieBearbeiten

 
Christoph Martin Wieland mit seiner Frau Anna Dorothea Wieland, sowie den Kindern Sophie Katherine Wieland, Regine Dorothea Wieland, Karl Friedrich Wieland, Maria Karolina Wieland und Amalia Augusta Wieland

Wieland verheiratete sich am 21. Oktober 1765 mit Anna Dorothea von Hillenbrand (* 8. Juli 1746 in Augsburg; † 9. November 1801 in Oßmannstedt), die Tochter des Kaufmanns und Ratsherrn in Augsburg Johann David von Hillenbrand (* 14. März 1712 in Augsburg; † 16. Januar 1763 ebd.) und dessen Frau Maria Catharina von Thurm (* 29. September 1721 in Augsburg; † nach 1758). Von den Kindern kennt man:

  • Sophie Catharina Susanna Wieland (* 19. Oktober 1768 in Biberach; † 1. September 1837 in Kiel) verheiratete sich am 18. Mai 1785 in Weimar mit dem Philosophen Carl Leonhard Reinhold
    • Karoline Friedrika Dorothea Reinhold (* 21. Oktober 1786 in Weimar)
    • Johann Gottfried Heinrich Karl Reinhold (* 3. August 1788 in Jena; † 27. April 1816 in Kiel) 1814 Privatdozent in Kiel, 1815 Dr. jur. und Universitätssyndikus
    • Gottlieb Leonhard Reinhold (* u. † 1790 in Jena)
    • Ernst Christian Gottlieb Jens Reinhold (* 18. Oktober 1793 in Jena; † 17. September 1855 ebd.) Philosophieprofessor in Jena
    • Heinrich August Friedrich Wilhelm Reinhold (* u. † 1792 in Jena)
    • Friedrich Reinhold (* 1795 in Kiel) wurde dänischer Artillerieoffizier
  • Karoline Maria Friederike Wieland (* 11. Mai 1770 in Erfurt; † 14. Mai 1851 in Jena) verheiratete sich am 28. September 1788 in Oßmannstedt mit dem Diakon der Stadtkirche in Jena Johann Salomo Gottlieb Schorcht (* um 1762/63 in Pfiffelbach; † 10. Juni 1792 in Buttelstedt)
    • Julie Caroline Amalie Schorcht (* 10. Dezember 1790 in Jena; † 4. Juni 1881 in Weimar) verheiratet am 29. April 1816 in Weimar mit dem geheimen Regierungsrat in Weimar Dr. Gustav Emminghaus (* 3. März 1791 in Jena; † 25. Februar 1859 in Weimar)
    • Karoline Wilhelmine Schorcht (* 24. Oktober 1792)
  • Dorothea Wieland (* 9. Juni 1771 in Erfurt; † 7. März 1779 in Weimar)
  • Auguste Amalie Wieland (* 14. April 1773 in Weimar; † 26. Februar 1858 in Eckersdorf/Schlesien) verh. I am 1. September 1788 in Oßmannstedt mit dem Pfarrer in Oßmannstedt August Jacob Liebeskind (get. 20. April 1758 in Weimar; † 12. Februar 1793 in Oßmannstedt), verh. II 12. Oktober 1801 in Oßmannstedt mit dem Rendanten in Eckersdorf/Schlesien Gottlieb Friedrich Erler (1773–1857) (1. So. 1. To.; II 4. Sö.)
    • Karoline Euphrosine Auguste Liebeskind (* 6. März 1790 in Oßmannstedt; † 1860)
    • Karl Wilhelm Liebeskind (* 6. März 1792 in Oßmannstedt; † 1867)
    • Ernst August Erler (1804–1855)
    • Friedrich August Erler (* 2. August 1802 in Oßmannstedt; † 1848)
  • Karl Wieland (* 18. September 1774 in Weimar; † 5. November 1774 ebd)
  • Charlotte Louise Wieland (* 21 Marz 1776 in Weimar; † 29. Dezember 1816) verheiratet am 18. Juni 1795 Heinrich Gessner (Zurich 22. November 1768 – 19. Dezember 1813)
  • Ludwig Friedrich August Wieland (* 28. Oktober 1777 in Weimar; † 12. Dezember 1819 in Jena) wurde Dichter
  • Karl Friedrich Wieland (* 7. Dezember 1778 in Weimar; † 9. Juni 1856 ebd.) wurde großherzoglicher Rechnungsrat in Weimar, verheiratet im 16. Februar 1817 mit Johanna Friederike Wilhelmine Reyher (* 19. Februar 1795; † 10. August 1860 in Weimar), die Tochter des Justizrates Dr. jur. Theodor Traugott Reyher (1760–1846) in Apolda und dessen Frau Friederike Hammann.
    • Luise Friederike Caroline Wieland (* 4. Januar 1818 in Weimar; † 1823 ebd.)
    • Karl Gustav Martin Wieland (* 13. Dezember 1823 in Weimar; † 22. Juli 1847 in Heidelberg) war Student
    • Bianca Sophie Amalie Wieland (* 24. Oktober 1828 in Weimar; † 5. September 1845 ebd.)
    • Caroline Wilhelmine Wieland (* 20. Februar 1820 in Weimar; † 6. Dezember 1903 ebd.) verheiratet am 14. April 1842 mit dem Amtsadvokaten und Bürgermeister Karl Robert Peucer (* 20. Dezember 1811 in Buttstedt; † 19. März 1888 in Weimar)
      • Carl Friedrich Robert Peucer (1843–1937) Dr. jur., geheimer Justizrat, Oberlandesgerichtsrat in Colmar i. Els.
      • Hermann Peucer wurde königlich preußischer Leutnant
      • Maximilian Heinrich Peucer königlich sächsischer Landrichter in Dresden
      • Elisabeth Peucer (* 19. Juni 1854 in Weimar; † 2. Januar 1938 ebd.) verheiratet 15. September 1894 mit dem Apotheker in Stettin Kuno Hecht († 30. Oktober 1894 in Stettin)
  • Philipp Wieland (* 20. Januar 1780 in Weimar; † 13. Januar 1794 ebd.)
  • Wilhelm August Wieland (* 2. Februar 1781 in Weimar; † 22. September 1865 in Töpliwoda) wurde Ökonomieverwalter in Heinrichau/Schlesien und starb als großherzoglicher sächsischer Forstrendant, verheiratet im 3. Mai 1808 in Eckersdorf mit Josepha Louise Sauer (* um 1783 in Hartwigswalde (Kreis Münsterberg/Schlesien); † 1869)
    • Marie Wieland verlobt mit Ernst Erler starb kurz vor ihrer Hochzeit.
  • Juliane (Julie) Caroline Dorothea Wieland (* 27. März 1782 in Weimar; † 20. April 1809 ebd.) verheiratet 2. Dezember 1799 mit dem großherzoglich sächsischen Kammerpräsidenten Carl Wilhelm Constantin Stichling (* 10. April 1766 in Weimar; † 24. August 1836), der Sohn des Weimarer Kaufmanns Christoph Ernst Stichling
    • Karl Gustav Stichling (* 9. Januar 1801 in Weimar; † 1831 in Dornburg) Justizamtmann in Dornburg, verheiratet am 17. Juli 1827 in Weimar mit Bertha Kruse (* 4. April 1806 in Weimar); die Tochter des Weimarer Kamerrats Leopold Kruse
    • Amalia Stichling (1802–1853) verh. mit dem Hofadvokaten in Weimar Dr. jur. Karl Gottlieb Saets
    • Juliane Sophie Friedricke Stichling (* 25. Oktober 1803 in Weimar; † 1876) verh. 4. September 1827 mit dem Ferdinand Reich (* 19. Februar 1799 in Bernburg/Saale; † 27. April 1882 in Freiberg/Sachsen)
  • Wilhelmine Johanna Friederike Wieland (* 7. Juli 1786 in Weimar; † 29. April 1798 in Oßmannstedt)
  • Auguste Friedericke Wieland (* 7. Juli 1786 in Weimar; † 26. Februar 1787 ebd.)
  • Maria Luise Charlotte Wieland (* 3. Mai 1789 in Weimar; † 31. Juli 1815 in Jena) verh. Mai 1814 mit dem großherzogliche sächsischen geh. Regierungsrat Dr. jur Gustav Emminghaus
    • Alexander Bernhard Martin Emminghaus (* 25. Juli 1815 in Jena; † 13. Januar 1888 in Weimar) großherzoglich sächsischer Rat und Ministerialrat in Weimar verheiratet I. mit Henriette Winkel (1821–1845) verh. II 1847 mit Louise Christiane Diemar (* 17. Mai 1818 in Ostheim; † 1904 in Weimar)

WürdigungenBearbeiten

 
Dekret Napoleons zur Ernennung von Goethe, Wieland, Starke und Vogel zu Rittern der Ehrenlegion (12. Oktober 1808)
 
Wieland-Denkmal in Biberach
  • Wieland wurde 1808 (zugleich mit Goethe) von Napoleon zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.[17]
  • Zar Alexander I. verlieh ihm (ebenfalls zugleich mit Goethe) am Rande des Fürstenkongresses 1808 den Annenorden.[18]
  • Mehrere Institutionen sind dem Leben und Werk Wielands gewidmet. In seinem Geburtshaus in Oberholzheim ist ein kleines Gedenkzimmer eingerichtet.
  • In seiner Vaterstadt Biberach unterhält die Christoph Martin Wieland-Stiftung das Wieland-Archiv und ein Wieland-Museum. Wielands Gartenhaus in Biberach beherbergte bis 2008 die ständige Ausstellung „Gärten in Wielands Welt“. Heute befindet sich dort ein modernes Museum zum Leben und Wirken des Literaten.
  • Das Wielandgut in Oßmannstedt wurde am 25. Juni 2005 als Museum und Forschungsstätte der Öffentlichkeit neu übergeben. In Biberach und Weimar erinnern außerdem Denkmäler an den Dichter.
  • Der seit 1979 verliehene Christoph-Martin-Wieland-Preis ist ein deutscher Literaturpreis, der ihn als ersten Übersetzer von Shakespeare-Dramen würdigt und alle zwei Jahre (im September) in der Wielandstadt Biberach an der Riß für herausragende Übersetzungen verliehen wird.
  • In Weimar trägt eine staatliche Grundschule, in der nach dem Jena-Plan unterrichtet wird, den Namen „Christoph Martin Wieland“, und in Biberach an der Riß gibt es ein Wieland-Gymnasium.

WerkeBearbeiten

 
Wieland-Denkmal in Weimar von Hanns Gasser, enthüllt 1857
 
Titelblatt des Musarion

Für ein Verzeichnis aller Erstausgaben: siehe Wikisource.

  • Die Natur der Dinge. Lehrgedicht. 1752.
  • Lobgesang auf die Liebe. 1751.
  • Hermann. Epenfragment. 1751, Erstdruck 1882.
  • Zwölf moralische Briefe in Versen. Heilbronn 1752.
  • Der Frühling. 1752.
  • Anti-Ovid oder die Kunst zu lieben. 1752.
  • Erzählungen. 1752.
  • Briefe von Verstorbenen an hinterlassene Freunde. 1753.
  • Der geprüfte Abraham. 1753.
  • Erinnerungen an eine Freundin. 1754.
  • Hymnen. 1754.
  • Ode auf die Geburt des Erlösers. 1754.
  • Ankündigung einer Dunciade für die Deutschen. 1755.
  • Gespräch des Socrates mit Timoclea, von der scheinbaren und wahren Schönheit. 1756.
  • Sympathien. 1756.
  • Empfindungen eines Christen. 1757.
  • Lady Johanna Gray. Ein Trauerspiel. 1758.
  • Theages oder Unterredungen von Schönheit und Liebe. 1758.
  • Cyrus. 1759.
  • Araspes und Panthea. Eine moralische Geschichte in einer Reihe von Unterredungen. 1760.
  • Clementina von Porretta. Ein Trauerspiel. 1760.
  • Der Sieg der Natur über die Schwärmerei oder die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva. Roman, Ulm 1764.
  • Comische Erzählungen. 1765.
  • Geschichte des Agathon. Roman, 1. Teil u. 2. Teil, Frankfurt und Leipzig, d.i.Zürich, 1766 und 1767, Urfassung.
  • Musarion, oder die Philosophie der Grazien. Versdichtung, Leipzig 1768.
  • Idris und Zenide. Leipzig 1768.
  • Nadine. Leipzig 1769.
  • Die Geschichte des (Prinzen) Biribinker(s). Ulm 1769 (aus: Don Sylvio, 1764, erstes Kunstmärchen in deutscher Sprache)[19][20]
  • Koxkox und Kikequetzel. Eine mexicanische Geschichte. Ein Beitrag zur Naturgeschichte des sittlichen Menschen. 1769–70.
  • Combabus. Leipzig 1770.
  • Die Grazien. Leipzig 1770.
  • Sokrates mainomenos oder die Dialogen des Diogenes von Sinope. 1770.
  • Beiträge zur geheimen Geschichte des menschlichen Verstandes und Herzens. 1770.
  • Der neue Amadis. Leipzig 1771.
  • Der goldne Spiegel oder die Könige von Scheschian, eine wahre Geschichte. Roman. Leipzig 1772.
  • Alceste. Deutsches Singspiel. Leipzig 1773; Uraufführung: Weimar, 25. Mai 1773.
  • Die Wahl des Herkules. Eine dramatische Cantate. 1773.
  • Der verklagte Amor. Ein Gedicht. 1774.
  • Stilpon oder die Wahl eines Oberzunftmeisters von Megara. 1774.
  • Die Geschichte der Abderiten. Roman. Leipzig 1774–1780.
  • Das Urteil des Midas. Ein komisches Singspiel. 1775 (nach Ovids Musikwettstreit zwischen Pan und Apollo).
  • Geschichte des Philosophen Danischmende. 1775.
  • Der Mönch und die Nonne auf dem Mittelstein. Ein Gedicht in drei Gesängen. 1775.
  • Titanomachia oder das neue Heldenbuch. Ein burleskes Gedicht. 1775.
  • Das Wintermärchen. Verserzählung. 1776.
  • Liebe um Liebe. 1776.
  • Ein Fragment über den Charakter des Erasmus von Rotterdam. 1776.
  • Geron, der Adlige. Eine Erzählung aus König Artus Zeit. 1777.
  • Das Sommer-Märchen oder des Maultiers Zaum. 1777.
  • Gedanken über die Ideale der Alten. 1777.
  • An Olympia. 1777.
  • Hann und Gulpenheh. Verserzählung. Weimar 1778.
  • Der Vogelsang oder die drei Lehren. 1778.
  • Fragmente von Beiträgen zum Gebrauch derer, die sie brauchen können oder wollen. 1778.
  • Schach Lolo. Verserzählung. Weimar 1778.
  • Pervonte oder die Wünsche. Ein neapolitanisches Märchen. 1778–1796.
  • Rosamund. Ein Singspiel. 1778.
  • Briefe an einen jungen Dichter. 1782/84.
  • Clelia und Sinibald. Eine Legende aus dem zwölften Jahrhundert. 1783–84.
  • Oberon. Verserzählung. Weimar 1780 (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv); gekürzte Fassung: Leipzig 1784.
  • Dschinnistan. Drei Bände, Winterthur 1786–1789.
  • Das Geheimnis des Kosmopolitenordens. 1788.
  • Geheime Geschichte des Philosophen Peregrinus Proteus. Roman. Leipzig 1791 (Vorabdruck Weimar 1788–89).
  • Göttergespräche. 1790–1793.
  • Die Wasserkufe oder der Einsiedler und die Seneschallin von Aquilegia. 1795.
  • Agathodämon. Roman. Leipzig 1796–1797.
  • Aristipp und einige seiner Zeitgenossen. Briefroman, vier Bände. Göschen, Leipzig 1800–1802.
  • Das Hexameron von Rosenhain. 1803–1805.
  • Menander und Glycerion. Ein Liebesroman in Briefen. Göschen, Leipzig 1804.
  • Krates und Hipparchia. 1805.

ÜbersetzungenBearbeiten

 
Titelseite von Band 1 der Übersetzung der horazischen Satyren
  • Marcus Tullius Cicero: Sämtliche Briefe. Sieben Bände. Zürich 1808–1821 (vollendet von Friedrich David Gräter).
  • Lukian von Samosata: Sämtliche Werke. Sechs Bände. Leipzig 1788–1789.
  • Horaz: Briefe. Leipzig 1782;
  • Horaz: Satiren. Leipzig 1786.
  • Stabat mater: Übertragung ins Deutsche. In: Der Teutsche Merkur, Weimar/Oßmannstedt, Februar 1781.
  • William Shakespeare: Dramen. Acht Bände. Zürich 1762–1766. 1995 neu herausgegeben von Hans und Johanna Radspieler.
  • Xenophon: Sokratische Denkwürdigkeiten, mit dem Versuch über das Xenofontische Gastmahl von Wieland (Reihe Die Andere Bibliothek). Eichborn, Frankfurt am Main 1998.

Wieland als HerausgeberBearbeiten

  • Sophie von La Roche: Geschichte des Fräuleins von Sternheim. Von einer Freundin derselben aus Original-Papieren und andern zuverläßigen Quellen gezogen. Herausgegeben von Christoph Martin Wieland. Zwei Bände. Weidmanns Erben und Reich, Leipzig 1771 (anonym erschienen).
  • Die deutschen Volksmährchen von Johann August Musäus. Herausgegeben von Christoph Martin Wieland. Fünf Teile. In der Ettingerschen Buchhandlung, Gotha 1804 f. [erster Theil: 1804; 2.–5. Theil: 1805].

AusgabenBearbeiten

  • Gesammelte Schriften. Abt. I: Werke. Abt. II: Übersetzungen. Herausgegeben von der Deutschen Kommission der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften [seit 1945 von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, seit 1969 von der Akademie der Wissenschaften der DDR durch Hans Werner Seiffert]. Berlin 1909–1975. Abgeschlossen, d. h. mit Apparatbänden, liegen vor Bde. I/6, I/9, I/12–15, I/18, I/20–23, II/1–3; ohne Apparatbände liegen vor Bde. I/1, I/2, I/3, I/4, I/7, I/10, I/17, II/4, II/9–10; es fehlen die Bde. I/5, I/16, I/19, II/5–8.
  • Wielands Briefwechsel. 20 Bde. Herausgegeben von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Institut für deutsche Sprache und Literatur [ab Band 2, 1968, durch Hans Werner Seiffert; ab Band 3, 1975, hrsg. von der Akademie der Wissenschaften der DDR, Zentralinstitut für Literaturgeschichte durch Hans Werner Seiffert; ab Band 7, 1992, hrsg. von der Akademie der Wissenschaften Berlin durch Siegfried Scheibe, ab 1993 von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften durch Siegfried Scheibe]. Berlin, 1963–2007.

LiteraturBearbeiten

 
Geschichte der Abderiten (1887)
  • Max KochWieland, Christoph Martin. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42, Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 400–419.
  • Wolfdietrich von KloedenWIELAND, Christoph Martin. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 13, Bautz, Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7, Sp. 1062–1083.
  • Wieland, Christoph Martin. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 16, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 597.
  • Carl August Böttiger: Literarische Zustände und Zeitgenossen. Begegnungen und Gespräche im Klassischen Weimar. Hgg. von Klaus Gerlach und René Sternke. 3. Auflage. Aufbau Verlag, Berlin 1989 und Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-7466-1779-0.
  • Irmela Brender: Christoph Martin Wieland. 3. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2003, ISBN 3-499-50475-8.
  • Peter Brugger: Graziöse Gebärde, Studien zum Rokokostil Christoph Martin Wielands. Phil. Diss., München 1972.
  • Karl August Hugo Burkhardt: Repertorium zu Wieland’s deutschem Merkur. Weimar 1872.
  • Gerhard Dünnhaupt: Die Metamorphose der Zauberin. Tasso-Rezeption bei Wieland. Arcadia. Jg. 14, 1979.
  • Walter Erhart: Entzweiung und Selbstaufklärung. Christoph Martin Wielands „Agathon“-Projekt. Niemeyer, Tübingen 1991, ISBN 3-484-18115-X.
  • Walter Erhart, Lothar van Laak (Hrsg.): Wissen-Erzählen-Tradition. Wielands Spätwerk. Berlin/ New York: de Gruyter 2010, ISBN 978-3-11-024036-8.
  • Bernd Feicke: Wielands Beziehungen zu Eisleben. In: Zs. f. Heimatforschung. H. 14, Halle 2005, S. 52–56.
  • Johann Gottfried Gruber: C. M. Wielands Leben. Georg Joachim Göschen, Leipzig 1827/28. (PDF-Reprint in der Arno-Schmidt-Referenzbibliothek. 35,77 MB)
  • Peter-Henning Haischer: Christoph Martin Wieland. Ein Weltbürger in Weimar. Weimar 2015, ISBN 978-3-7374-0202-6.
  • Jutta Hecker: Wieland. Die Geschichte eines Menschen in der Zeit. Verlag d. Nation, Berlin 1992, ISBN 3-373-00376-8.
  • Jutta Heinz (Hrsg.): Wieland-Handbuch. Leben, Werk, Wirkung. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2008, ISBN 978-3-476-02222-6.
  • Sven-Aage Jørgensen, Herbert Jaumann, John A. McCarthy (Hrsg.): Christoph Martin Wieland. Epoche - Werk - Wirkung, München 1994.
  • Wolfgang Lederhaas: Wieland. Vorbemerkungen zur ,Novelle ohne Titel'. Kovac, Hamburg 2005, ISBN 3-8300-1687-5.
  • Klaus Manger: Klassizismus und Aufklärung. Das Beispiel des späten Wieland. Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-465-02510-5.
  • Jürgen Paasch: Christoph M. Wieland in Weimar und Erfurt. (= Stationen. 4). Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2013, ISBN 978-3-95462-027-2.
  • Nicki Peter Petrikowski: Stellenkommentar zu Christoph Martin Wielands „Die Abenteuer Don Sylvio von Rosalva“. Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-631-62439-5.
  • Jan Philipp Reemtsma: „Das Buch vom Ich“. Christoph Martin Wielands „Aristipp und einige seiner Zeitgenossen“. 1993, ISBN 3-251-20131-X.
  • Jan Philipp Reemtsma: „Der Liebe Maskentanz“. Aufsätze zum Werk Christoph Martin Wielands. 1999, ISBN 3-251-00453-0.
  • Klaus Schaefer: Christoph Martin Wieland. Sammlung Metzler, Stuttgart/ Weimar 1996.
  • Hansjörg Schelle (Hrsg.): Christoph Martin Wieland. Nordamerikanische Forschungsbeiträge zur 250. Wiederkehr seines Geburtstages 1983. Tübingen 1984, ISBN 3-484-10469-4.
  • Arno Schmidt: Wieland oder die Prosaformen. In: Ders. Nachrichten von Büchern und Menschen. 1971.
  • Andreas Seidler: Der Reiz der Lektüre. Wielands Don Sylvio und die Autonomisierung der Literatur. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5442-8.
  • Heide Schulz: Olympia und ihr Poet. In: Weimars schönster Stern. Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach. Quellentexte zum Entstehen einer Ikone. Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8253-5887-7, www.weimars-schoenster-stern.de
  • Friedrich Sengle: Wieland. Stuttgart 1949.
  • Thomas C. Starnes: Christoph Martin Wieland – Leben und Werk. Band 1–3. Sigmaringen 1987.
  • Rainer Strzolka: Roman als Geschichte – Geschichte als Roman. Die Geschichte des Agathon von Christoph Martin Wieland. 2. Auflage. Koechert, Hannover 2002.
  • Wieland-Studien. hrsg. von Klaus Manger, Christoph Martin Wieland-Stiftung Biberach u. Wieland-Forschungszentrum Oßmannstedt e. V., fortlaufende Reihe. Übersicht über bereits erschienene Bände
  • Michael Zaremba: Christoph Martin Wieland – Aufklärer und Poet. Eine Biografie. Böhlau, Köln 2007, ISBN 978-3-412-22006-8.
  • Michael Zaremba: Zur Geschichte des Wielandgrabes. hrsg. von: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Oßmannstedt. 2007, ISBN 978-3-9811574-0-6.
  • Hildegund Berger: Christoph Martin Wielands philosophische Romane unter besonderer Berücksichtigung des Aristipp. München 1944 (Diss.)

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Häufig wird angeführt, Wieland sei am 3. September 1733 geboren worden. Nach dem Eintrag im Kirchenbuch von Oberholzheim, soll er am 5. September 1733 getauft worden sein und das Kirchenbuch enthalte keinen Eintrag zum Geburtstag. Im Briefwechsel Wielands erscheint die Angabe 5. September als Geburtstag. So zum Beispiel in einem am 28. Dezember 1787 datierten Brief an seinen Freund Leonhard Meister in Zürich und in einem Brief an seine Tochter Sophie am 12. September 1809. Man vermutete, dass es zu jener Zeit unwahrscheinlich war, dass ein Kind am Tag seiner Geburt getauft wurde. Meist lagen einige Tage zwischen Geburt und Tauftag. Man vermutete seinen Geburtstag deshalb am 3. September, weil er in einem am 3. November 1806 datierten Brief an Sophie von La Roche mitteilt, er habe am 3. September seinen Geburtstag gefeiert. Dies ist aber in Anbetracht dessen, das in den Taufbücher von Oberholzheim keine Rubrik für Tauftage gibt, unwahrscheinlich.
  2. Heinrich Habbicht: Die Vorfahren und Nachkommen, sowie das Wappen des Dichters Christoph Martin Wieland. In: Archiv für Stamm- und Wappenkunde. Wellers 1908 und Heinrich Werner: Christoph Martin Wieland, seine Abstammung und seine Familienverbindungen. In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte. (WürttVjhhLG) Jg. 22, 1913, S. 112–119 und S. 218–252.
  3. Johann Gottlieb von Gaupp (* 27. Dezember 1676 in Biberach; † 27. Mai 1760 ebd.); Vater: Johann Friedrich von Gaupp (* 8. September 1641; † 1694); Mutter: Jacobina Seutter von Lötzen (* Ulm), er studierte in Altdorf und 1692 in Jena, 1698 wurde er Assessor am Stadtgericht und war 1699 Stadthauptmann in Biberach, 5. April 1709 evang. Stadtamtmann, 1734 Geheimrat, Hospitalpfleger und Scholarch in Biberach, 1739 Bürgermeister Biberach, verheiratet mit Maria Elisabetha Besserer und 15. Juli 1737 mit Maria Philippina Amann, dessen Schwester Rosina Anastasia von Gaupp (* 11. Juni 1675 in Biberach) verheiratete sich am 1. Juli 1697 in Biberach mit dem Kaufmann in Venedig Heinrich Friedrich Francke (* 4. Dezember 1661 in Lübeck; † 1728 in Ulm), dem Bruder von August Hermann Francke
  4. Justinus Hartmann († 1760), Ratsmitglied und Besitzer der Kronenapotheke in Biberach, verheiratet 1707 mit Anna Magdalena Briegel (* 1669), die Tochter des Biberacher Pfarrers Matthäus Briegel d. J. (* 3. April 1633 in Biberach; † 14. April 1702 in Biberach) und die Stubenheimer Pfarrerstochter Anna Barbara Henisius
  5. Katharina Justina Zell (geb. Hochstetter; * 23. Juni 1701 in Sindelfingen; † 12. Juli 1792), verheiratete sich am 17. Oktober 1724 in Lustenau mit dem Biberacher Pfarrer Johann Georg Zell (* 30. März 1696 in Biberach † 16. Januar 1761 ebd.)
  6. Regina Margaretha Rauh (geb. Wieland; * 3. Januar 1663 in Biberach; † 9. Mai 1739 ebd), die Tochter des Bürgermeisters Martin Justin Wieland war Christoph Martin Wielands Großtante und die Frau des Ratsmitglieds, Oberbauinspektors und Besitzers der Marktapotheke in Biberach und Wielands Urgroßvater Johann Georg Ludwig Rauh (* 31. Dezember 1654 in Biberach; † vor 1739 (katholisch))
  7. Christoph Martin Wieland. In: erfurt-web.de. 22. August 2013, abgerufen am 8. Februar 2015.
  8. Auserlesene Bibliothek der neuesten deutschen Litteratur, Band 3. Meyer: Auserlesene Bibliothek der neuesten deutschen Litteratur. Meyer, 1773, S. 678 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Sie schrieb u. a. das Singspiel Erwin und Elmire auf den dazu bekannten Goethe-Text sowie für den Hofgebrauch ansprechende kammermusikalische Werke.
  10. Goethe: Zu brüderlichem Andenken Wieland's. In: Handbuch deutscher Beredsamkeit in der Google-Buchsuche
  11. Adam Zamoyski: 1812. Verlag C.H. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63171-9, S. 68.
  12. Lennhoff, Posner, Binder: Internationales Freimaurer-Lexikon. 2000, S. 903.
  13. Vom-logenleben - Freimaurerloge Anna Amalia. In: anna-amalia.de. 9. Februar 2015, abgerufen am 8. Februar 2015.
  14. William R. Denslow, Harry S. Truman: 10,000 Famous Freemasons from K to Z, Part Two. S. 322.
  15. Klaus Manger: Wieland, Christoph Martin. In: Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache. Hrsg. von Walther Killy, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/München 1988, Band 12, S. 312.
  16. Elizabeth Barnes: Loving with a Vengeance: Wieland, Familicide and the Crisis of Masculinity in the Early Nation. In: Milette Shamir, Jennifer Travis: Boys don’t Cry? Columbia University Press, New York 2002, S. 52.
  17. Beleg in der Datenbank des französischen Kulturministeriums, abgerufen am 20. Februar 2014.
  18. Vgl. Augsburgische Ordinari Postzeitung, Nro. 266, Samstag, den 5. Nov., Anno 1808, S. 3, als (Digitalisat)
  19. Siehe Vorrede in: Christoph Martin Wieland: Die Geschichte des Biribinkers. Bartholomaeus, 1769 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  20. Michael Scheffel: Formen selbstreflexiven Erzählens. Walter de Gruyter, Berlin und New York 1997, ISBN 3-11-092233-9, S. 101 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  21. Website der Wieland-Edition bei der Universität Jena.