Christian Löber (Generalsuperintendent)

deutscher evangelischer Geistlicher

Christian Löber, auch Christian Loeber (* 22. Januar 1683, anderes Datum: 2. Februar 1683 in Naschhausen bei Orlamünde; † 26. Dezember 1747 in Altenburg) war ein deutscher evangelischer Geistlicher.

LebenBearbeiten

Christian Löber war der Sohn von Christoph Heinrich Löber (* 25. Oktober 1634 in Weimar; † 1. November 1705 in Orlamünde), Pastor und Superintendent[1] und dessen Ehefrau Anna Katharina († 13. November 1700 in Orlamünde), Tochter von Christoph Schmidt. Er hatte noch sechs leiblich und zehn Halbgeschwister, von diesen war seine Schwester Anna Sophie Löber mit dem Göttinger Hochschullehrer und späteren Diakon Johann Samuel Heumann (1665–1722) verheiratet.[2]

Er besuchte die Schule in Rudolstadt und immatrikulierte sich 1698 an der Universität Jena; 1700 erlangte er dort seinen Magister. Während seines Studium erlernte er die orientalischen Sprachen bei Johann Andreas Danz und hörte philosophische Vorlesungen bei Johann Paul Hebenstreit, Mathematik bei Georg Albrecht Hamberger, in Geschichte bei Burkhard Gotthelf Struve, und in der Theologie bei Friedemann Bechmann, Valentin Veltheim, Philipp Müller und Johann Paul Hebenstreit.

Er wurde 1702 in Altenburg ordiniert und war der Substitut seines Vaters in Orlamünde. 1705 unternahm er eine wissenschaftliche Reise und wurde 1706 Adjunkt der philosophischen Fakultät der Universität Jena. 1709 wurde er zum Altenburgischen Landeskircheninspektor und Schulinspektor ernannt.

1711 erfolgte seine Ernennung zum Superintendenten in Ronneburg und, als Nachfolger von Karl Andreas Redel (1664–1730)[3], 1731 zum Generalsuperintendenten in Altenburg[4]; dort wurde er 1738 Kirchenrat, Konsistorialrat und Oberhofprediger. In dieser Zeit erfolgte auch seine Promotion zum Dr. theol. an der Universität Jena 1714.

Nach seinem Tod folgte ihm Johann Christian Stemler als Generalsuperintendent.

Christian Löber war seit 1712 mit Dorothee Sophie (* 1697; † 8. März 1771 in Altenburg), Tochter des Amtsadjunktes Jacob Abraham Börner († 17. Oktober 1722 in Ronneburg) in Ronneburg verheiratet. Gemeinsam hatten sie mehrere Kinder, von diesen haben das Erwachsenenalter erreicht:

Sein Enkel war Gottwerth Heinrich Löber (* 3. Mai 1760 in Schmölln; † 15. September 1808 in Kahla), Oberpfarrer und Superintendent in Kahla.

Das lebensgroße Bildnis von Christian Löber hängt neben der Kanzel der Friedhofs-Kirche in Altenburg.[7]

Schriftstellerisches WirkenBearbeiten

Er war Mitarbeiter am revidierten ernestinischen Bibelwerk und verfasste außer Gedächtnispredigten und Programmen 1722 eine Historie von Ronneburg und Umständliche Nachricht von denen Salzburgischen Emigranten, welche vom 10. bis 13. Juni durch Ronneburg zogen, das 1732 veröffentlicht wurde[8]. Weiterhin befasste er sich mit dem Verfassen von Kirchenliedern.

Ehrungen und AuszeichnungenBearbeiten

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschafften und Künste, 18. Band. S. 154. Verlegts Johann Heinrich Zedler, 1738 (google.de [abgerufen am 5. November 2019]).
  2. Ausführliche Lebensbeschreibung des um die gelehrte Welt hochverdienten D. Christoph August Heumanns: gewesenen ordentlichen Lehrers der Theologie, Philosophie, und Historie der Gelahrtheit zu Göttingen ; aus desselben im MSt. hinterlassenen und anderen zuverläßigen Nachrichten. Cramer, 1768 (google.de [abgerufen am 6. November 2019]).
  3. Historische Commission bei der königl. Akademie der Wissenschaften: Redel, Karl Andreas. In: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 27 (= Allgemeine Deutsche Biographie). 1. Auflage. Duncker & Humblot, München/Leipzig 1888, S. 507 (wikisource.org [abgerufen am 6. November 2019]).
  4. Gabriel Wilhelm Goetten: Das jetztlebende gelehrte Europa. S. 164 f. L. Schröder, 1735 (google.de [abgerufen am 6. November 2019]).
  5. Die Großloge Indissolubilis. In: Monatshefte der Comenius - Gesellschaft, 3. Heft, S. 131 f. Ludwig Keller, 1907, abgerufen am 6. November 2019.
  6. Historie – Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland – Freimaurerorden. Abgerufen am 6. November 2019 (deutsch).
  7. Ahnengalerie der Familie Löber (15.–18. Jahrhundert). Abgerufen am 6. November 2019.
  8. Friedhilde Krause, Friedhilde Krause Felicitas Marwinski Bernhard Fabian, Severin Corsten, Bernhard Fabian, Felicitas Marwinski: Handbuch der historischen Buchbestände. Thüringen A-G. S. 73. Georg Olms Verlag, ISBN 978-3-487-41814-8 (google.de [abgerufen am 6. November 2019]).
  9. Monatshefte der Comenius- Gesellschaft für Kulfur und Geistesleben 1910, September, Heft 4, S. 192. Ludwig Keller, 1910, abgerufen am 5. November 2019.