Castanhal

Gemeinde im Bundesstaat Pará, Brasilien

Castanhal, amtlich portugiesisch Município de Castanhal, ist eine Großstadt im brasilianischen Bundesstaates Pará. Sie liegt 65 km östlich der Hauptstadt Belém und ist Teil der Metropolregion Belém. Sie ist über die Bundesstraße BR-316 zu erreichen. Das Klima ist äquatorial tropisch. Die Bevölkerung wurde zum 1. Juli 2019 auf 200.793 Einwohner geschätzt, die Castanhalenser (castanhalenses) genannt werden und die auf einer Fläche von rund 1029 km² leben.[2] Sie ist bei der Bevölkerungszahl die fünftgrößte Stadt der 144 Munizips von Pará.

Município de Castanhal
„Cidade Modelo
Castanhal
Stadteinfahrt Castanhal
Stadteinfahrt Castanhal
Castanhal (Brasilien)
Castanhal
Castanhal
Koordinaten 1° 18′ S, 47° 55′ WKoordinaten: 1° 18′ S, 47° 55′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Pará
Lage des Munizips im Bundesstaat Pará
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Gründung 28. Januar 1932 (88 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Pará
Metropolregion Metropolregion Belém
Höhe 41 m
Klima tropisch, Am/Af[1]
Fläche 1.029,3 km²
Einwohner 173.149 (2010)
Dichte 168,2 Ew./km²
Schätzung 200.793 (1. Juli 2019)
Gemeindecode IBGE: 1502400
Postleitzahl 68743-000
Telefonvorwahl (+55) 91
Zeitzone UTC−3
Website castanhal.pa (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Pedro Coelho (2017–2020)
Partei Cidadania
Wirtschaft
BIP 3.757.159 Tsd. R$
19.243 R$ pro Kopf
(2017)
HDI 0,673 (mittel) (2010)

GeschichteBearbeiten

Castanhal wurde offiziell am 28. Januar 1932 (Beurkundungsdatum) gegründet und erhielt seinen Namen wegen der Nussbäume (portugiesisch Castanha) in der Nähe der Eisenbahnstation, etwa bei Kilometer 73, an der Bahnstrecke Bragança – Belém der Estrada de Ferro de Bragança. Arbeiter und Bahnbeschäftigte aus dem Nordosten ließen sich rund um den Bahnhof nieder. Bauern aus der Umgebung verkauften daraufhin auf den Märkten ihre Produkte und so entstand der Handelsplatz Castanhal. Der Betrieb der Bragança-Bahn wurde 1957 eingestellt und die Schienen abgetragen.

Die Regierung des Bundesstaates Pará verlieh Castanhal den Beinamen „cidade modelo“ (d. h.: Modellstadt). 2004 wurde durch Papst Johannes Paul II. das Bistum Castanhal errichtet.[3] Es ist dem Erzbistum Belém do Pará als Suffraganbistum unterstellt.

BildungBearbeiten

Castanhal hat sich zu einem überregionalen pädagogischen Zentrum Parás entwickelt. Es gibt acht weiterführende Schulen und drei Universitäten:

WirtschaftBearbeiten

Auf Grund geographisch verkehrsgünstiger Lage hat sich Castanhal für den gesamten Nordosten Parás und darüber hinaus als wichtiger und bedeutender Handelsplatz für Lebensmittel und Agrargüter entwickelt (Getreide, Mais, Maniok, Pfeffer, Palmöl).

Ebenso entwickelt sich Castanhal zu einem Technologiezentrum. Es gibt Energieunternehmen, die auf Hochspannung spezialisiert sind, und Hochtechnologie im Brunnenbau. Hier befindet sich auch der Hauptsitz eines Unternehmens, das Arbeitsschuhe für die Lebensmittelindustrie produziert und ein Industriepark, in dem metallurgische Ausrüstungen für Bergbauunternehmen hergestellt werden.

Siehe auchBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Castanhal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Klima Castanhal: Wetter, Klimatabelle & Klimadiagramm für Castanhal. In: de.climate-data.org. Climate-Data.org, abgerufen am 9. August 2020.
  2. Castanhal – Panorama. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 9. August 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. Ioannes Paulus II: Const. Apost. Ad efficacius providendum, AAS 97 (2005), n. 3, S. 279–281.
  4. UFPA. Website UFPA. Abgerufen am 15. Juli 2011.
  5. Universidade do Estado do Pará. In: uepa.br. Abgerufen am 2. August 2019 (brasilianisches Portugiesisch).