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Buch (brandenburgisches Adelsgeschlecht)

Adelsgeschlecht
Wappen der uradeligen von Buch

Buch ist ein Uradelsgeschlecht aus der Uckermark und ein Briefadelsgeschlecht aus der Altmark. Es ist nicht identisch mit dem Thüringer Grafengeschlecht von Buch.

Inhaltsverzeichnis

Uradelige von BuchBearbeiten

Das Stammhaus der uradeligen Buch liegt in Buch bei Tangermünde, wo auch Conrad und Friedrich von Buch am 1. Juni 1209 erstmals urkundlich erwähnt werden.[1] Eine sichere Stammreihe beginnt mit Johann von Buch (1261–1285), Vogt zu Tangermünde.

Dessen gleichnamiger Enkel, Johann von Buch (ca. 1290–1356), verfasste die bedeutendste Glosse zum Sachsenspiegel. Diesem wurde bereits 1336 vom Markgraf von Brandenburg, Ludwig V., das Lehen für Land, Stadt und Schloss Jerichow übertragen und spätestens 1339 gelang der Familie durch die übertragene Herrschaft Johann von Buch's über Garsedow ein Aufstieg in die Landstandschaft.[2]

Im Jahre 1445 eroberte Kurfürst Friedrich II. Eisenzahn die bis dahin pommersche Burg Stolpe, überließ sie jedoch ihrem Besitzer Hans von Buch als brandenburgisches Lehen. Die Familie errichtete sich 1553 ein neues Herrenhaus, das nach dem Brand von 1917 in verkleinerter Form rekonstruiert wurde. Auf der Erbbegräbnisstätte auf einer Anhöhe im Schlosspark ist unter anderen der Geologe Leopold von Buch (1774–1853) begraben.

Im Jahre 1626 erwarb Friedrich von Buch das Gut Wilmersdorf bei Angermünde von den Familien von Sparr und von Biesenbrow. Das heutige Gutshaus wurde um 1680 errichtet. 1945 floh Alexander von Buch mit seiner Familie vor dem Einmarsch sowjetischer Truppen. Das Gut Wilmersdorf wurde durch die Bodenreform enteignet. Nach der Wiedervereinigung erwarb Dietrich von Buch, Enkel von Alexander, 1996 das Lindenhaus in Wilmersdorf.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich 14 Eintragungen von Töchtern der Familien von Buch aus Zapkendorff, Tornow, Doberan und Ludwigslust aus den Jahren 1795–1899 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift.

WappenBearbeiten

Das seit 1420 nachgewiesene Wappen zeigt in Silber einen gold bewehrten roten Löwen. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsendes silbernes Ross mit goldenen Hufen.

Das dabei verliehene Wappen ist geteilt und zeigt oben in Blau geschränkt ein Schwert und einen Türkensäbel, beides mit goldenen Griffen, unten in Silber auf grünem Dreihügel eine grüne Buche. Auf dem gekrönten Helm (ohne Decken) ein offener schwarzer Flug.

Briefadelige von BuchBearbeiten

Die Stammreihe der briefadeligen von Buch beginnt mit dem Konrektor am Pädagogium in Kassel, Johann von Buch (* Gießen 1515; † Kassel 29. September 1599), der später auch Ratsschöffe und Bibliothekar an der dortigen Landesbibliothek war. Das Geschlecht erhält den sachsen-meiningen-hildburghausenschen Adel für den herzoglich sachsen-meiningischen Obersten und Regimentskommandeur Gottlieb von Buch in Meiningen am 1. Mai 1858.

PersonenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Adolph Friedrich von Buch: Geschichte des adlichen Geschlechts der von Buch, in der Marck und im Mecklenburgischen, Verlag Ragoczy, 1784
  • Rudolf Schmidt: Geschichte des Geschlechts von Buch: Im Dienste fürs Volk u. 700 Jahre Hüter der Scholle, Lebensbilder u. Heimatgeschichte, Im Auftrag des Familienverbandes, Bde. I–II, Hrsg. Rudolf Schmidt (posthum erschienen), R. Müller, Eberswalde 1939/40
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch (Uradel), 1912 (mit Stammreihe und älterer Genealogie)
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch, Reihe B, 1913 und 1935 (beide mit Stammreihe und älterer Genealogie)
  • Deutsches Geschlechterbuch Bd. 13/1907 (mit Stammreihe und älterer Genealogie der briefadligen von Buch)
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band II, Band 58 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1974, ISSN 0435-2408

WeblinksBearbeiten

  Commons: Buch (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Friedrich Riedel: Codex diplom. Brandenburgensis I. Hauptteil Bd. 5, S. 30, Nr. 19, Berlin 1845
  2. Heiner Lück: Johann von Buch. In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte. Abgerufen am 10. Juni 2017.