Billie Dove

US-amerikanische Schauspielerin

Billie Dove (* 14. Mai 1903 in New York City als Bertha Bohny; † 31. Dezember 1997 in Woodland Hills, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin, die in den 1920er-Jahren ein bedeutender Hollywood-Star war.

Billie Dove (1921)

Leben und KarriereBearbeiten

Billie Dove wurde 1903 – lange wurden aber auch fälschlicherweise 1900 und 1901 genannt[1] – als Tochter der Schweizer Einwanderer Charles und Bertha Bohny in New York City geboren. Schon als Jugendliche war sie als Model für Gesichtcremes tätig, woraufhin sie der berühmte Showproduzent Florenz Ziegfeld junior entdeckte und sie am Broadway bei seinen Ziegfeld Follies auftreten ließ, wobei sie von allen Mädchen im Chor das höchste Gehalt erhielt und mit eleganter Garderobe ausgestattet wurde.[2][3] Dove wurde binnen kurzer Zeit populär und machte schon 1921, mit gerade 17 Jahren, ihr Filmdebüt in Get Rich Quick Wallingford unter Regie von Frank Borzage.

Die Schauspielerin spielte Hauptrollen in einer Vielzahl von Genres und drehte mit Darstellern wie John Gilbert, Warner Baxter, Tom Mix, Hoot Gibson und Lon Chaney senior. Die Mehrzahl von Doves Filmen sind heute verschollen, aber in den 1920er-Jahren kamen viele von ihnen auch in Deutschland in die Kinos. Studioboss Louis B. Mayer sah sie als „die schönste Frau in Hollywood“, was sich auch in ihrem öffentlichen Spitznamen „the American Beauty“ wiederfand.[4] Dieser Spitzname war 1927 auch der Titel einer ihrer Filme, in dem sie unter Regisseur Richard Wallace spielte.[5] Ihr heute wohl bekanntester Film ist der Abenteuerstreifen Der Seeräuber (1926), in dem Douglas Fairbanks senior als ihr Partner erschien. Der Übergang in den Tonfilm Ende der 1920er-Jahre gelang ihr.

Von 1922 bis zur Scheidung 1929 war sie mit dem Filmregisseur Irvin Willat verheiratet, der bei einigen ihrer Filme Regie führte. Für dreieinhalb Jahre hatte sie ab den späten 1920er-Jahren eine Liebesaffäre mit Howard Hughes, der sie angeblich heiraten wollte.[6] Hughes soll Willat mit 35.000 US-Dollar bezahlt haben, damit er sich von Dove scheiden ließ.[7] Sie spielte Anfang der 1930er-Jahre auch in mehreren von Hughes produzierten Filmen. Nach einem Auftritt im Musicalfilm Blondie of the Follies (1932) an der Seite von Marion Davies zog sich Dove aus dem Filmgeschäft zurück. Später sagte sie zu ihrem Rückzug mit noch nicht einmal 30 Jahren:

Ich dachte, dass ich alles erreicht hatte was ich erreichen wollte, und ich wollte so wie andere Menschen leben. Ich wollte eine Familie. Ich hatte ein paar der anderen Mädchen gesehen, die noch an ihren Karriere festhalten wollten, als sie den Bach hinuntergingen. Da habe ich geschworen, dass mir das nicht passiert.[8]

1933 heiratete sie Robert Kenaston, wohlhabender Farmer und Manager einer Ölfirma, und hatte mit ihm zwei Kinder. 1962 sollte sie in dem Film Der König von Hawaii erstmals seit 30 Jahren wieder vor der Kamera stehen. Doch obwohl die Publicity um den Film das geplante Comeback von Dove bewarb, wurden ihre Szenen geschnitten und sie ist nicht im Film zu sehen.[9] Nach Kenastons Tod ging sie 1973 eine dritte Ehe mit dem Architekten John Miller ein, die aber schon nach kurzer Zeit scheiterte.[10] 1985 absolvierte sie einen letzten öffentlichen Auftritt in der Fernsehshow Nacht der 100 Stars.[11] Ihren Lebensabend verbrachte sie im kalifornischen Rancho Mirage und später im Motion Picture & Television Country House and Hospital, einem Seniorenzentrum für Filmschaffende. Billie Dove starb an Silvester 1997 im Alter von 94 Jahren nach einer Lungenentzündung.[12] Sie wurde auf dem Forest Lawn Memorial Park im kalifornischen Glendale beigesetzt.

Ehrungen und RezeptionBearbeiten

 
Billie Dove (1922)

Für ihre Filmarbeit wurde Bille Dove mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame ausgezeichnet. Die legendäre Jazzsängerin Billie Holiday, gebürtig Elenora Fagan, wählte ihren Künstlervornamen um 1930 nach der Schauspielerin.[13]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

  • 1921: Get-Rich-Quick Wallingford
  • 1923: Seemannslos (All the Brothers Were Valiant)
  • 1925: Herren der Lüfte (The Air Mail)
  • 1925: Wild Horse Mesa
  • 1926: Der Seeräuber (The Black Pirate)
  • 1926: Fünf Minuten Angst (Kid Boots)
  • 1927: Sensation Seekers
  • 1927: Was eine schöne Frau begehrt (The American Beauty)
  • 1929: Landung im Paradies (The Man and the Moment)
  • 1930: A Notorious Affair
  • 1930: One Night at Susie's
  • 1932: Blondie of the Follies
  • 1962: Der König von Hawaii (Diamond Head) (Szenen geschnitten)

WeblinksBearbeiten

Commons: Billie Dove – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Billie Dove | Close-ups and Long-shots. Abgerufen am 9. März 2018 (englisch).
  2. Billie Dove - Hollywood Star Walk - Los Angeles Times. Abgerufen am 9. März 2018 (englisch).
  3. Billie Dove | Biography, Movie Highlights and Photos | AllMovie. Abgerufen am 9. März 2018.
  4. Billie Dove - Hollywood Star Walk - Los Angeles Times. Abgerufen am 9. März 2018 (englisch).
  5. Billie Dove | Biography, Movie Highlights and Photos | AllMovie. Abgerufen am 9. März 2018.
  6. Billie Dove - Hollywood Star Walk - Los Angeles Times. Abgerufen am 9. März 2018 (englisch).
  7. Billie Dove | Biography, Movie Highlights and Photos | AllMovie. Abgerufen am 9. März 2018.
  8. BILLIE DOVE DIES AT 97. In: Washington Post. 4. Januar 1998, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 9. März 2018]).
  9. Miss Billie Dove. Abgerufen am 9. März 2018.
  10. BILLIE DOVE DIES AT 97. In: Washington Post. 4. Januar 1998, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 9. März 2018]).
  11. Ausschnitt bei YouTube:: Night of 100 Stars features Silent Screen Actresses. 5. Oktober 2008, abgerufen am 9. März 2018.
  12. BILLIE DOVE DIES AT 97. In: Washington Post. 4. Januar 1998, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 9. März 2018]).
  13. Billie Holiday. Abgerufen am 9. März 2018 (amerikanisches Englisch).