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Betriebsbahnhof Berlin-Schöneweide

Bahnhof der S-Bahn Berlin

Der Betriebsbahnhof Berlin-Schöneweide ist ein Haltepunkt der S-Bahn Berlin im Berliner Ortsteil Johannisthal im Bezirk Treptow-Köpenick. Er ist Zugangsbahnhof zur Hauptwerkstatt Berlin-Schöneweide der S-Bahn. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er auch für den öffentlichen Personenverkehr freigegeben. Er wird von fünf S-Bahn-Linien bedient.

Betriebsbahnhof Berlin-Schöneweide
S-Bahnhof Betriebsbahnhof Schöneweide, Mai 2014
S-Bahnhof Betriebsbahnhof Schöneweide, Mai 2014
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung BSCF
IBNR 8089007
Kategorie 4
Eröffnung 17. November 1927 (nur für Reichsbahnmitarbeiter)
11. Juli 1945 (auch für den öffentlichen Personenverkehr)
Webadresse s-bahn-berlin.de
Profil auf Bahnhof.de Betriebsbahnhof_Berlin-Schoeneweide
Lage
Stadt/Gemeinde Berlin
Ort/Ortsteil Johannisthal
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 26′ 48″ N, 13° 31′ 26″ OKoordinaten: 52° 26′ 48″ N, 13° 31′ 26″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Berlin

Blick von der Fußgängerbrücke, rechts der Rangierbahnhof, 1991

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Der Haltepunkt befindet sich im Ortsteil Johannisthal im Bezirk Treptow-Köpenick. Das Berliner Stadtzentrum liegt rund 12 km Luftlinie nordwestlich. Der Bahnhof grenzt an die Bundesstraße 96a. Der Bahnhof Berlin-Schöneweide liegt etwa 1,3 Kilometer weiter nordwestlich, der Bahnhof Adlershof ca. 1,9 Kilometer südöstlich. Die Station liegt im Tarifbereich Berlin B des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg.

Mit der Erschließung der sogenannten Gleislinse des früheren Rangierbahnhofs Schöneweide von Johannisthal aus erfolgte im Juni 2017 eine Änderung der Ortsteilgrenzen, sodass das Gelände inklusive des S-Bahnhofs seitdem zum Ortsteil Johannisthal gehört, zuvor lag das Bahngelände auf dem Gebiet von Niederschöneweide.[1] Darauf aufbauend soll der S-Bahnhof bis 2020 in Adlershof-Johannisthal umbenannt werden.[2]

GeschichteBearbeiten

Geschichte bis zum Zweiten WeltkriegBearbeiten

Zu Beginn des elektrischen S-Bahn-Betriebs in Berlin wurde am Adlergestell in Berlin-Niederschöneweide eine große Werkstatt für die Wartung und Reparatur der S-Bahn-Züge eingerichtet. Sie trug den Namen Reichsbahn-Ausbesserungswerk Schöneweide. Der Betrieb dort wurde am 15. Oktober 1927 aufgenommen. Fünf Wochen danach, am 17. November 1927, ging ein Haltepunkt unter dem Namen Betriebshaltepunkt Nieder-Schöneweide in Betrieb. Ab 6. November 1928 wurde der elektrische S-Bahn-Betrieb von Schöneweide nach Grünau aufgenommen und der Haltepunkt auch von elektrisch betriebenen Zügen bedient. Die Station war anfangs nicht für den öffentlichen Personenverkehr gedacht, es hielten nur die Züge bei Schichtwechsel.

Aufnahme des Personenverkehrs nach 1945Bearbeiten

 
Bahnsteig mit Zügen der Baureihen 270 (hinten) und 277, 1991

Im Zweiten Weltkrieg blieben der Haltepunkt und das RAW blieben von Kriegsschäden weitgehend verschont, trotzdem fuhr ab April 1945 erst einmal kein Zug diesen Bahnhof an. Am 11. Juli 1945 wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Erstmals gab man ihn auch für den öffentlichen Verkehr frei. Zuerst gab es zwei verschiedene Bezeichnungen, die sich anfangs noch abwechselten: Betriebsbahnhof Schöneweide und Schöneweide Betriebsbahnhof.

Entgegen dem Regelabfertigungsverfahren ZAT erfolgt auf diesem Bahnhof die Zugabfertigung durch den Fahrdienstleiter als örtliche Aufsicht.[3]

AnlagenBearbeiten

 
Bahnsteig und Fußgängerbrücke über das Adlergestell, März 1957
 
Fußgängerbrücke, August 2012

BahnsteigeBearbeiten

Die Station besitzt einen Mittelbahnsteig, der von der S-Bahn angefahren wird. Auf Gleis 3 fahren die Züge nach Königs Wusterhausen und zum Flughafen Berlin-Schönefeld, auf dem Gleis 4 in Richtung Westend, Südkreuz, Birkenwerder und nach Pankow.

FußgängerbrückeBearbeiten

Ursprünglich war die Station über eine Fußgängerbrücke am Südostende des Bahnsteigs zu erreichen. Diese führte zur einen Seite über das stadteinwärtige S-Bahn-Gleis und über Adlergestell in Richtung zum Betriebswerk des S-Bahn. Hier gab es einen öffentlichen Zugang. Zur anderen Seite führte die Brücke über Bahngleise und erschloss das Betriebswerk der Fernbahn ohne Zugang für die Öffentlichkeit. Zwischen 1983 und 1986 entstand in mehreren Etappen eine neue Brücke in Bahnsteigmitte, die alte Brücke wurde 1986 abgetragen.

Im Dezember 2013 gingen zwei Aufzüge an der Fußgängerbrücke in Betrieb, sodass der Bahnsteig nun vom Adlergestell aus barrierefrei erreichbar ist. Rund 650.000 Euro wurden hierfür investiert.[4]

AnbindungBearbeiten

Linie Verlauf Takt in der HVZ
  Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld 20 min
  Westend – Messe Nord/ICC – Westkreuz – Halensee – Hohenzollerndamm – Heidelberger Platz – Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg – Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau – Eichwalde – Zeuthen – Wildau – Königs Wusterhausen 20 min
  Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Bergfelde – Schönfließ – Mühlenbeck-Mönchmühle – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau (– Eichwalde – Zeuthen) 20 min
  PankowBornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide (– Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau) 20 min (nur Mo–Fr)
  Spandau – Stresow – Pichelsberg – Olympiastadion – Heerstraße – Messe Süd – Westkreuz – Charlottenburg – Savignyplatz – Zoologischer Garten – Tiergarten – Bellevue – Hauptbahnhof – Friedrichstraße – Hackescher Markt – Alexanderplatz – Jannowitzbrücke – Ostbahnhof – Warschauer Straße – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld 20 min

LiteraturBearbeiten

  • Jürgen Meyer-Kronthaler, Wolfgang Kramer (Hrsg.): Berlins S-Bahnhöfe – Ein dreiviertel Jahrhundert. Be.bra, 1998, ISBN 3-930863-25-1, S. 33.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Betriebsbahnhof Schöneweide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kurzmeldungen – Eisenbahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 8, 2017, S. 160.
  2. Reinhart Bünger: Riesengewerbegebiet entsteht am Betriebsbahnhof Schöneweide. In: Der Tagesspiegel. Giovanni di Lorenzo, Sebastian Turner, 25. Juli 2016, abgerufen am 3. März 2018.
  3. Manuel Jacob: ZAT jetzt Regelabfertigung bei der S-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 6, 2017, S. 112 f.
  4. Betriebsbahnhof Schöneweide mit zwei Aufzügen. In: punkt 3. Nr. 1, 2014, S. 6 (punkt3.de [abgerufen am 2. Februar 2015]).