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Der Bertz + Fischer Verlag mit Sitz in Berlin-Kreuzberg wurde 1996 von Dieter Bertz und Katrin Fischer gegründet[1] und ist auf Filmliteratur, Bücher zu den Themen Medien und Kultur sowie Hörbücher spezialisiert. Als Name für den Verlag wird auch Dieter Bertz Verlag angegeben.[2]

GeschichteBearbeiten

Im Zentrum des Verlagsprogramms stand zunächst die 1997 begonnene Reihe film mit Monografien über Regisseure (Tim Burton, Spike Lee, Alfred Hitchcock, Stanley Kubrick u. a.) und bedeutende Schauspieler (Robert De Niro, Marlon Brando u. a.). Vier der Bände (über Quentin Tarantino, Joel & Ethan Coen, Martin Scorsese und Aki Kaurismäki) wurden von der Zeitschrift epd Film als jeweils „bestes Filmbuch des Jahres“ ausgezeichnet. In der 2001 gestarteten Reihe Stars! erscheinen Porträts über Schauspieler des Gegenwartskinos wie George Clooney, Johnny Depp, Cameron Diaz oder Julia Roberts. 2004 übernahm der Verlag das gesamte Filmbuchsegment des Berliner Jovis-Verlags.

In den letzten Jahren erweiterte der Verlag das Programm in verschiedene Richtungen: Die Reihe Deep Focus ist für ausgesuchte filmwissenschaftliche Arbeiten konzipiert, darunter u. a. Bücher über Ida Lupino und Helmut Käutner. Die von Marcus Stiglegger herausgegebene Reihe Medien/Kultur ist kulturwissenschaftlich und interdisziplinär ausgerichtet und widmet sich neben Film und Fernsehen auch anderen Medien wie Games und Internet. Für pointierte, streitbare Essays insbesondere zur populären Kultur ist in der kleinformatigen Reihe Kultur & Kritik Platz. Und seit 2007 geben Jochen Brunow und die Carl-Mayer-Gesellschaft – unterstützt vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien – den Film- und Drehbuch-Almanach Scenario im Bertz + Fischer Verlag heraus. Seit 2010 erscheinen politische Sachbücher in den Reihen Sexual Politics, Texte zur Zeit, Kapital & Krise, Realität der Utopie und Politik aktuell. In der Reihe Sexual Politics erschien z. B. das Sachbuch Lob der offenen Beziehung. Über Liebe, Sex, Vernunft und Glück von Oliver Schott.

Zahlreiche Publikationen entstehen in Kooperation mit Institutionen aus dem Filmbereich wie der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen oder der DEFA-Stiftung. So erscheinen beispielsweise seit 2003 die Publikationen der Retrospektive der Berlinale im Bertz + Fischer Verlag. Zu den teilweise langjährigen Kooperationspartnern zählen der Fernsehsender arte, das Internationale Symposium zum Film in Bremen, die Bundeszentrale für politische Bildung, die schon genannte DEFA-Stiftung, die Deutsche Filmakademie, die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, das Dokumentar- und Animationsfilmfestival Leipzig, das Europäische Institut des Kinofilms in Karlsruhe, das Filmfest München, die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, die Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) sowie das Jüdische Museum in Wien.

Mit „Jansens Kino“, einer akustischen Filmgeschichte von Peter W. Jansen auf 50 CDs[3], startete der Verlag 2003 zudem sein Hörbuchsegment. 2006 folgte die Reihe „original + ungekürzt“, in der vollständige Lesungen von Klassikern der Weltliteratur im englischen Original erscheinen.[4] 2008 kamen mit „Get Shakespeare! Fast and Easy“ und „Crime Wave“ weitere englischsprachige Hörbuchreihen hinzu.

Zu den Autoren des Verlages gehören zahlreiche renommierte Filmpublizisten und Filmwissenschaftler wie Michael Althen, Rolf Aurich, Lars-Olav Beier, Elisabeth Bronfen, Brigitte Desalm, Thomas Elsaesser, Ralph Eue, Robert Fischer, Sabine Horst, Peter W. Jansen, Andreas Kilb, Annette Kilzer, Peter Körte, Anke Leweke, Marion Löhndorf, Gerhard Midding, Katja Nicodemus, Enno Patalas, Christiane Peitz, Hans Helmut Prinzler, Erika Richter, Rainer Rother, Daniela Sannwald, Ralf Schenk, Marcus Stiglegger, Frank Schnelle, Barbara Schweizerhof, Georg Seeßlen und Susanne Weingarten sowie Regisseure wie Dominik Graf, Volker Schlöndorff, Christian Petzold und Wim Wenders.

Der von Karin Herbst-Meßlinger, Rainer Rother und Annika Schaefer herausgegebene Katalog Weimarer Kino – neu gesehen wurde mit dem Willy-Haas-Preis 2018 für eine bedeutende internationale Publikation zum deutschsprachigen Film ausgezeichnet.

BelegeBearbeiten

  1. Gunda Bartels: „Kino zum Nachblättern“,in: Der Tagesspiegel, 13. Februar 2007.
  2. z. B. ISBN 3-929470-16-0
  3. Pressestimmen zu Jansens Kino (Memento vom 7. November 2007 im Internet Archive) Auf: film-zeit.de, aufgerufen am 29. April 2019.
  4. WilhelmTrapp: „Von Ungestüm und Herzenswildheit“, in: Die Zeit, 23. November 2006.

LiteraturBearbeiten

  • o.A.: „Kino-Leidenschaft. Der Bertz Verlag ist eine erste Adresse für Filmliteratur“, in: Buchmarkt, 12/2000.
  • o.A.: „Die Buchmacher. Dieter Bertz und Katrin Fischer produzieren Filmbücher“, in: Tip 3/2007.
  • Gunda Bartels: „Kino zum Nachblättern“, in: Der Tagesspiegel, 13. Februar 2007.
  • Carlo Bernasconi: „Filmbücher sind eine Art Sekundärmedium“, in: Schweizer Buchhandel, 10/2008, S. 20–21.
  • Christoph Dompke: „Der Markt der Filmbücher“, in: epd film 10/2016.
  • Rudolf Worchesch: „Wir versuchen ein vielfältiges, aber klar strukturiertes Programm zu machen“. Gespräch mit Dieter Bertz, in: epd film, 10/2000, S. 22–25.
  • Tiziana Zugaro-Merimi: „Kleine Helden. Mit Idealismus und Überstunden: Der Berliner Bertz-Verlag macht großartige Filmbücher“, in: Märkische Allgemeine, 26. Januar 2002.

WeblinksBearbeiten