Benigno Aquino III.

Präsident der Philippinen

Benigno Simeon „Noynoy“ Cojuangco Aquino III. (* 8. Februar 1960 in Manila; † 24. Juni 2021 ebenda[1]) war ein philippinischer Politiker und Präsident der Republik der Philippinen.[2][3] Er wurde bei der Wahl am 10. Mai 2010 zum 15. philippinischen Präsidenten gewählt[4] und war bis 2016 im Amt.[5]

Benigno Aquino III. (2010)

BiografieBearbeiten

Benigno Aquino III. war neben vier Töchtern der einzige Sohn der ehemaligen Präsidentin Corazon Aquino und des ermordeten vormaligen Senators Benigno Aquino, Jr.

Noynoy Aquino studierte an der Universität Ateneo de Manila Wirtschaftswissenschaften und schloss das Studium 1981 mit dem Bachelor of Arts ab. Danach lebte er zunächst mit seiner Familie im US-amerikanischen Boston im Exil. Nach der Ermordung seines Vaters im August 1983 kehrte er auf die Philippinen zurück, war aber zunächst politisch nicht aktiv.

Im Februar 1986 wurde seine Mutter Corazon Aquino neue Präsidentin der Philippinen. Achtzehn Monate später, am 28. August 1987, geriet Noynoy Aquino bei einem Putschversuch des Rebellenführers Gregorio Honasan gegen seine Mutter in eine Schießerei und wurde durch fünf Schüsse schwer verletzt. Eine der Kugeln konnte nicht entfernt werden und steckte bis an sein Lebensende in seinem Hals.[6][7]

Ab Ende der 1990er-Jahre trat Noynoy Aquino politisch in Aktion. 1998 wurde er Mitglied der philippinischen Partido Liberal und im selben Jahr als Kongressabgeordneter ins Parlament gewählt, wo er bis 2007 im Repräsentantenhaus den 2. Distrikt der Provinz Tarlac vertrat. Am 15. Mai 2007 wurde er in den Senat, das Oberhaus des philippinischen Parlaments, gewählt und gehörte diesem bis zu seiner Wahl zum Präsidenten im Jahr 2010 an.[8]

Am 9. September 2009, 40 Tage nach dem Tod seiner Mutter Corazon Aquino, gab er bekannt, bei den Präsidentschaftswahlen 2010 als Kandidat anzutreten. Der ebenfalls der Liberalen Partei angehörende Senator Mar Roxas hatte zuvor seine Kandidatur zugunsten Aquinos zurückgezogen.[2] Die Auszählung der Stimmen der Präsidentschaftswahl vom 10. Mai 2010 wurde am 8. Juni 2010 offiziell abgeschlossen und Noynoy Aquino am 9. Juni vom Kongress als künftiger Präsident ausgerufen. Mit über 15,2 Millionen Wählerstimmen errang er einen Vorsprung von etwa 5,7 Millionen Stimmen auf den zweitplatzierten Kandidaten Joseph Estrada. Die Vereidigung und Amtsübernahme als 15. Präsident der Philippinen erfolgte am 30. Juni 2010.[9]

Noynoy Aquino war ein Cousin zweiten Grades des Politikers Gilberto Teodoro,[10] der bei den Präsidentschaftswahlen 2010 ebenfalls als Kandidat antrat. Die beiden waren jedoch Mitglieder verschiedener Parteien.

Aquino war der erste unverheiratete und kinderlose Präsident der Philippinen. Er hatte aber (nacheinander) Beziehungen mit mindestens fünf deutlich jüngeren Frauen. Im Jahr 2013 wurde er vom englischsprachigen Time Magazine in die jährlich erstellte Liste der einhundert einflussreichsten Persönlichkeiten aufgenommen.[11]

Noynoy Aquino starb am 24. Juni 2021 im Alter von 61 Jahren. Er hatte seit 2019 an verschiedenen Krankheiten gelitten.[12]

Siehe auchBearbeiten

TriviaBearbeiten

Während seiner Amtszeit als Präsident wurde Aquino in den Medien meist PNoy genannt (President Noynoy). Ausgesprochen Pinoy bedeutet die Bezeichnung umgangssprachlich gleichzeitig Filipino oder filipinisch.

LiteraturBearbeiten

  • Benigno S. Aquino III., in: Internationales Biographisches Archiv 37/2010 vom 14. September 2010, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

WeblinksBearbeiten

Commons: Benigno Aquino III – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Philippinischer Ex-Präsident Benigno «Noynoy» Aquino gestorben. In: Nau.ch. 24. Juni 2021, abgerufen am 24. Juni 2021.
  2. a b abs-cbnnews.com Noynoy bereit für die Präsidentschaft zu kandidieren (engl.)
  3. derstandard.at:Noch ein Aquino für die Philippinen
  4. NZZ: Aquino klarer Sieger der Präsidentschaftswahl auf Philippinen
  5. tagesschau.de: Aquino sagt Korruption den Kampf an (Memento vom 3. Juli 2010 im Internet Archive) (Abgerufen 30. Juni 2010)
  6. diepresse.com Meinung: Aquino-Sohn will nicht an die Macht (11. August 2009)
  7. inquirer.net Noynoy Aquino steigt auch auf (engl.) Abgerufen am 13. März 2010
  8. noynoy.ph Über Noynoy (Memento vom 15. März 2010 im Internet Archive) Abgerufen am 13. März 2010 (englisch)
  9. Focus: Benigno Aquino als neuer Präsident vereidigt, 30. Juni 2010.
  10. abs-cbn-news: Noynoy unfazed cousin Gibo's presidential bid vom 16. September 2009.
  11. Die TIME 100 aus 2013 (engl.), abgerufen am 9. Januar 2014
  12. Former president Benigno Aquino III dies at 61. Abgerufen am 24. Juni 2021 (englisch).