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Bardenitz

Ortsteil von Treuenbrietzen, Brandenburg

Bardenitz ist ein Ortsteil der Stadt Treuenbrietzen im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Bardenitz
Koordinaten: 52° 4′ 24″ N, 12° 56′ 35″ O
Höhe: 57 m ü. NHN
Einwohner: 354 (31. Dez. 2006)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 2002
Postleitzahl: 14929
Vorwahl: 033748
Dorfkirche Bardenitz

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage und GliederungBearbeiten

Bardenitz liegt südöstlich des Stadtzentrums und damit an der Verbindung der beiden großräumigen Landschaften des Glogau-Baruther Urstromtals sowie des Flämings. Im Norden befinden sich die Gemeinde Niebelhorst sowie das angrenzende Naturschutzgebiet Zarth. Es folgen im Uhrzeigersinn Felgentreu, ein Ortsteil der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, die Stadt Luckenwalde mit dem Naturschutzgebiet Forst Zinna–Jüterbog–Keilberg, der Ortsteil Malterhausen der Gemeinde Niedergörsdorf sowie der Treuenbrietzener Ortsteil Frohnsdorf. Die Gemarkung erstreckt sich im Wesentlichen entlang der Landstraße 812, die in Nord-Süd-Richtung durch den Ort verläuft. Sie ist auch gleichzeitig – von einigen Landwegen wie dem Bardenitzer Weg abgesehen – die einzige nennenswerte Verbindung zu den Nachbargemeinden.

Im westlichen Teil der Gemarkung durchläuft das namensgebende Bardenitzer Fließ, eine historische Bezeichnung für einen Wasserlauf. Es entwässert über mehrere weitere Gräben in die Nieplitz, einem linker Nebenfluss der Nuthe. Zu Bardenitz gehören die südlich bzw. östlich gelegenen Gemeindeteile Klausdorf und Pechüle.

GeschichteBearbeiten

Nördlich der Gemarkung liegen die Reste einer slawischen Niederungsburg mit einem Durchmesser von 70 bis 80 Metern, die von Archäologen auf das 8. bis 10. Jahrhundert datiert wurde. Bardenitz selbst wurde im Jahr 1268 erstmals urkundlich erwähnt, als Richard von Zerbst es an das Kloster Zinna veräußerte.[2] Den Zisterziensermönchen ist es zu verdanken, dass in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts sowohl in Bardenitz wie auch in Pechüle zwei stattliche Feldsteinkirchen entstanden, die Dorfkirche Bardenitz und die Dorfkirche Pechüle. Im Zuge der Reformation schwand der Einfluss der Mönche, bis schließlich 1680 der letzte Verwalter des Bistums Magdeburg verstarb. Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ die Gemarkung besetzen und verleibte sie Preußen ein. 1748 kamen neun Pfälzer in die Region und belebten den Nachbarort Klausdorf neu. Dies führte zu einer Auseinandersetzung mit Pechüler Bauern, die das Land für die Viehzucht bislang genutzt hatten. Der Streit konnte erst durch den Einsatz von zwanzig Grenadierern aus Treuenbrietzen beigelegt werden.

1974 erfolgte die Eingemeindung von Klausdorf und Pechüle nach Bardenitz. 1994 errang die Gemeinde den ersten Platz im Kreiswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden. 1996 und 1997 belegte sie den dritten Platz. Am 31. Dezember 2002 wurde Bardenitz mit Pechüle und Klausdorf ein Teil der Stadt Treuenbrietzen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Hermannsmühle
 
Dorfkirche Pechüle, Ansicht von Nordosten

Wirtschaft, Bildung und Kultur, InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Im Ort existieren mehrere landwirtschaftliche Betriebe, darunter auch ein Kraftfuttermischwerk. Im Sekundärsektor sind mehrere Handwerksbetriebe wie ein Parkettleger, ein Frisör, ein Dachdecker ein Heizungs- und Sanitärunternehmen, ein Bauunternehmer sowie ein Malerbetrieb aktiv. Ein Ingenieurbüro sowie ein Automobilhändler bieten Dienstleistungen an. Einkaufsmöglichkeiten bestehen bei einem Hofladen sowie einem Wildhandel. Mehrere gastronomischen Einrichtungen sowie ein Naturhof richten sich an Touristen und Einheimische.

Bildung und KulturBearbeiten

Im Ort sind eine Kindertagesstätte sowie ein Arzt ansässig. Es besteht ein aktives Vereinsleben, darunter eine Freiwillige Feuerwehr, ein Rassekaninchenverein, ein Schützenverein, ein Sportverein sowie die Keilberger Musikanten. Der Förderverein Kirche Klausdorf sowie der Förderverein Bardenitzer Hausboden engagieren sich für die Weiterentwicklung der Ortsteile und dessen Bauwerke. So wurde beispielsweise am Dorfgemeinschaftshaus im Jahr 2017 ein historischer Dorfbackofen wieder aufgebaut und im Betrieb genommen.

VerkehrBearbeiten

Durch den Ort verläuft in Nord-Süd-Richtung die Landstraße 812, die Bardenitz über Niebelhorst mit der Bundesstraße 2 sowie über Klausdorf mit der Bundesstraße 102 verbindet. Die Strecke ist gleichzeitig auch Teil des Radwanderweges Tour Brandenburg. Die Buslinie 549 eines im öffentlichen Auftrag tätigen Transportunternehmers verbindet den Ortsteil mit Treuenbrietzen, Jüterbog und Bardenitz.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bardenitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis. In: geobasis-bb.de. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, abgerufen am 24. Juni 2017.
  2. Informationstafel: Stadt Treuenbrietzen – Bardenitz/Pechüle, an der Dorfstraße, Mai 2017.