Banda Aceh

Stadt auf der indonesischen Insel Sumatra

Banda Aceh ist die Hauptstadt der Provinz Aceh an der Nordspitze der indonesischen Insel Sumatra. Sie liegt an den Flüssen Krueng Aceh und Krueng Daroy und hat etwa 260.000 Einwohner. Bis 1945, also zum Zeitpunkt der Abschaffung des Sultanats, wurde sie Kota Radja (indonesisch, „Königsstadt“ oder „Hauptstadt“) genannt. Banda Aceh ist vom Bürgerkrieg (1976 bis 2005)[1] zwischen der militanten Separatistenorganisation Gerakan Aceh Merdeka (GAM) und der indonesischen Regierung gezeichnet.

Banda Aceh
Banda Aceh (Indonesien)
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Koordinaten 5° 33′ 0″ N, 95° 19′ 0″ OKoordinaten: 5° 33′ 0″ N, 95° 19′ 0″ O
Lage von Banda AcehLage von Banda Aceh
Symbole
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Indonesien

Geographische Einheit

Sumatera
Autonome Provinz Aceh
Fläche 61,4 km²
Einwohner 260.000
Dichte 4.237,3 Ew./km²
Website bandaacehkota.go.id
Politik
Bürgermeister Aminullah Usman
Große Moschee von Banda Aceh
Große Moschee von Banda Aceh

Die Stadt wurde durch das Seebeben im Indischen Ozean 2004 und den darauffolgenden Tsunami stark zerstört. Die nördlichen, an der Küste gelegenen Stadtteile wurden fast vollständig vernichtet. Nach Schätzungen kamen mehr als 25.000 Menschen in Banda Aceh ums Leben.[2]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Große Moschee Baiturrahman (Masjid Raya Baiturrahman) ist eine der bekanntesten Moscheen in Südostasien. Nach der vollständigen Zerstörung der alten Moschee im Krieg mit den Niederlanden wurde sie 1879 neu errichtet. Inzwischen hat das Bauwerk mehrere Erweiterungen erfahren. Hatte die Moschee ursprünglich drei Kuppeln, so sind es heute sieben. Die Architektur lehnt sich an den indischen Mogul-Stil an. Das vor der Moschee stehende Minarett wurde 1995 errichtet. Schwer beschädigt überstand die Moschee den Tsunami im Dezember 2004. Viele Menschen konnten sich vor dem Wasser retten, in dem sie in die Moschee flüchteten, wo das Wasser zwar eindrang, aber weitestgehend ruhig blieb. Auf dem baumbestandenen Platz vor der Moschee dagegen hinterließ der Tsunami neben hunderten Tonnen Trümmern über zehntausend Tote.

Das Museum Aceh zeigt die acehnesische Kultur, Sultansgräber, unter anderen von Sultan Iskandar Muda (1608–1636), und Gegenstände aus der Kolonialzeit. Von besonderem Interesse ist ein originales, in traditioneller Bauweise errichtetes acehnesisches Haus: ein mit Schnitzereien und Malereien verzierter, großer Pfahlbau. Neben diesem rumoh Aceh hängt in einem kleinen Pavillon die Cakra Donya („Weltrad“), eine chinesische Glocke, die der Überlieferung zufolge ein Geschenk des chinesischen Entdeckers Zheng He an den Sultan von Aceh war.

Nicht weit von Museum und Moschee entfernt befindet sich der Rest der ehemaligen Palastgärten, des Taman Sari (Wassergarten). Neben einem ummauerten Becken steht der Gunongan, eine „bergartige“ (gunungan) weißgekalkte, steinerne Struktur, die der Sultan Iskandar Muda der Sage nach für seine malaysische Ehefrau errichten ließ, um sie an die Hügel ihrer Heimat zu erinnern.

Gegenüber liegt der Kerkhof, der niederländische Friedhof. Hier liegen die Gräber von mehreren hundert niederländischen Soldaten, die im Aceh-Krieg fielen.

Östlich von Banda Aceh liegen die Reste mehrerer Küstenforts, die angeblich indischen Ursprungs sind. Westlich von Banda Aceh, bei Lampuuk, befindet sich das Haus der acehnesischen/indonesischen Freiheitskämpferin Cut Nyak Dhien (1848–1908), ebenfalls ein in traditioneller Bauweise errichtetes Gebäude.

VerkehrBearbeiten

Der außerhalb liegende Hafen Krueng Raya ist der wichtigste der Region Aceh. Außerdem besitzt Banda Aceh den 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernten internationalen Flughafen Sultan Iskandar Muda. Die einzige Start- und Landebahn hat eine Länge von 3000 Metern und ist für Großraumflugzeuge bis zur Größe einer Boeing 747-400 geeignet. Der IATA-Code von Banda Aceh lautet BTJ.

SportBearbeiten

Der Fußballverein der Stadt heißt Persiraja Banda Aceh und spielt seit 2020 in der höchsten indonesischen Spielklasse, der Liga 1.

Scharia-PolizeiBearbeiten

Wie in der gesamten Region Aceh, wacht auch in Banda Aceh die Scharia-Polizei über die Einhaltung der Scharia (vgl. dazu Aceh#Menschenrechte).[3]

WeblinksBearbeiten

Commons: Banda Aceh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jafar M Sidik: President: no GAM element involved in Aceh terror. Antara News, 6. März 2010, abgerufen am 18. Juni 2012 (englisch): „The Indonesian government and GAM signed a peace deal in Helsinki, Finland, in August 2005 to put an end to a three-decade bloody conflict in the country`s western-most province“
  2. Tsunami Mortality Estimates and Vulnerability Mapping in Aceh, Indonesia. (PDF; 454 kB) American Journal of Public Health, 2007, abgerufen am 26. September 2017 (englisch).
  3. Philipp Abresch: Mit dem Schlagstock für die Scharia. Weltspiegel, 18. Juni 2017, abgerufen am 18. Juni 2017.